19. Februar 2026 / Allgemein

Comeback in der Emsstadt: Matthias Jäger kocht wieder mit Emswasser

Vom Kolpinghaus ins Giebel & Galopp: Jägers kulinarische Rückkehr

Flaßkamp,Gastkoch,Giebel & Galopp,Marktplatz,Matthias Jäger,Warendorf

Vom Kolpinghaus ins Giebel & Galopp: Jägers kulinarische Rückkehr

Comeback in der Emsstadt: Matthias Jäger kocht wieder mit Emswasser

Warendorf. Wenn Matthias Jäger den Kochlöffel schwingt, dann tut er das mit Begeisterung. „Ist richtig schön hier“, sagt der frühere Küchenchef und Pächter des ehemaligen Kolpinghauses und grinst. Für eine Woche unterstützt er als Gastkoch das Team im Warendorfer Restaurant Giebel & Galopp. Und eines ist unübersehbar: Der leidenschaftliche Koch hat richtig Bock.

Bereits in der Karnevalszeit hatte Jäger ein wenig mitgemischt, jetzt steht er offiziell am Herd. „Ich freue mich, hier so willkommen zu sein und die Möglichkeit zu haben, ein bisschen zu kochen“, sagte er. Mit der Familie Flaßkamp verbinde ihn seit langer Zeit ein freundschaftlicher Kontakt. Man habe sich immer wieder ausgetauscht über Speisen, Getränke und aktuelle Trends. Nun wird aus dem Austausch gelebte Praxis.

Passend zur Fastenzeit setzt Jäger auf Fisch. Herzstück der aktuellen Fischwoche ist frisches Skreifilet, Winterkabeljau von den Lofoten. „Schön festes Fleisch, richtig lecker“, schwärmt er. Serviert wird der edle Fang mit Kräuter- oder Senfschaumsauce, dazu Kartoffelschnee und Grillgemüse. Außerdem stehen Zander, Dorado, frischer Lachs und Hummerkrabben auf der Karte. Und natürlich darf sie nicht fehlen: Jägers „Fischsuppe“, ein Gericht, dass viele Warendorfer noch aus früheren Zeiten kennen und schätzen.

Überhaupt ist es für Matthias Jäger ein besonderes Gefühl, wieder in der Emsstadt zu sein. Zuletzt hatte es ihn nach Bayern verschlagen, eine kulinarisch völlig andere Welt. „Da gibt es viel Schweinekrustenbraten oder gefüllte Kalbsbrust“, sagt er schmunzelnd. Warendorf sei für ihn allerdings mehr, als nur ein Ort auf der Landkarte. „Ich war hier in 25 Vereinen, habe so viele schöne Sachen erleben dürfen.“ Spätestens beim Rosenmontagszug habe er gemerkt, wie herzlich die Menschen ihn noch immer aufnehmen. „Man fühlt sich sofort wieder zuhause.“

Dass er nun ausgerechnet im Giebel & Galopp steht, hat für Jäger durchaus auch Symbolkraft. Das Kolpinghaus sei früher eher „versteckt“ gewesen, der Name zu Beginn nicht unbedingt mit Kulinarik verbunden, was er ja schließlich geändert habe. Das neue Restaurant hingegen stehe für Aufbruch und Genuss. „Da glauben die Leute eher an leckeres Essen“, sagt er offen.

Kulinarisch bleibt sich Matthias Jäger, scherzhaft auch „Hunter“ genannt, natürlich treu. Seine Küche sei schon immer saisonal und abwechslungsreich gewesen. Spargel im Frühjahr, Wild im Herbst, mediterrane Leichtigkeit im Sommer, Pfifferlinge, wenn die Zeit reif ist. Dazu kommen vegetarische und vegan Gerichte; eine Selbstverständlichkeit, wie er findet. „Man kann sich als Koch immer wieder neu erfinden.“ Kochen sei ein „ganz toller Beruf“, einer mit Zukunft. „Köche sind heute sehr gefragt.“

Und wie sieht es mit einer längeren Rückkehr nach Warendorf aus? Jäger lächelt. „Nicht ganz ausgeschlossen“, sagt er. Alles habe seine Zeit. Vorerst genießt er die Tage im Giebel & Galopp, das Arbeiten im engagierten Küchenteam und das Gefühl, wieder mittendrin zu sein. Sein Rat ist so schlicht, wie selbstbewusst: „Hingehen, ausprobieren und genießen.“

Meistgelesene Artikel

Comeback in der Emsstadt: Matthias Jäger kocht wieder mit Emswasser
Allgemein

Vom Kolpinghaus ins Giebel & Galopp: Jägers kulinarische Rückkehr

weiterlesen...
Neuer Anfang für alte Traditiongaststätte
Allgemein

Familie Zumbrink rettet Landgasthof „Zum kühlen Grunde“

weiterlesen...
Abschied mit schwerem Herzen nach 103 Jahren
Allgemein

Mit der Schließung vom Warendorfer Traditionsgeschäft „Pechers Spielparadies“ geht eine Ära zu Ende

weiterlesen...

Neueste Artikel

Expertin mahnt Politik bei Social-Media-Debatte zu Geduld
Aus aller Welt

Die Expertenkommission zum Jugendschutz im Netz will sich nicht hetzen lassen. Einige Empfehlungen sollen trotzdem früher veröffentlicht werden.

weiterlesen...
Ameisen in der Stadt sind weniger pingelig als auf dem Land
Aus aller Welt

Schwarze Wegameisen mögen Zucker. Während manche sich mit geringerer Qualität abgeben, sind andere quasi kleine Gourmets, wie eine neue Studie zeigt. Forscher haben eine Vermutung, woran das liegt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Deftiger Rock’n’Roll-Abend in der Alten Frieda
Allgemein

Echt, laut und handgemacht: Dimi on The Rocks & The Firesuckers live in Warendorf

weiterlesen...
Wie der „Trumpismus“ Europa erreicht
Allgemein

Lesung in der VHS Warendorf

weiterlesen...