24. Februar 2026 / Allgemein

1461 Tage Krieg und Warendorf schaut nicht weg

Rund 150 Menschen gedenken dem vierten Jahrestag des Ukraine-Krieges.

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Rund 150 Menschen gedenken dem vierten Jahrestag des Ukraine-Krieges.

Warendorf - Vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine versammelten sich am Dienstagabend rund 150 Bürgerinnen und Bürger auf dem historischen Marktplatz in Warendorf, um innezuhalten, zu erinnern und ein deutliches Zeichen der Solidarität zu setzen. Unter dem eindringlichen Motto „Vier Jahre Krieg – Wir vergessen nicht, wir stehen zusammen!“ hatte die Ukrainehilfe der Kirchengemeinden Warendorf gemeinsam mit der Organisation Aktion Kleiner Prinz zur Mahnwache eingeladen.

1461 Tage sind seit dem 24. Februar 2022 vergangen. 1461 Tage voller Leid, Zerstörung und Fassungslosigkeit. Der Jahrestag des russischen Angriffskrieges, der mit der Invasion durch Russland begann, markiert inzwischen das vierte Jahr eines Konflikts, der Millionen Menschen in der Ukraine unermessliches Leid gebracht hat.

Ein stilles, aber kraftvolles Signal
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit füllte sich der Marktplatz mit Menschen aller Altersgruppen. Kerzenlichter durchbrachen die winterliche Kälte und verliehen der Gedenkveranstaltung einen würdevollen Rahmen. Die Mahnwache bot Raum für Erinnerung und Mitgefühl – aber auch für ein klares gesellschaftliches Bekenntnis gegen Gewalt, Zerstörung und fortgesetztes Unrecht.

„Uns ist wichtig zu zeigen, dass uns das Schicksal der Ukrainerinnen und Ukrainer nicht gleichgültig ist“, betonten die Organisatoren. Neben fortlaufender materieller Hilfe gehe es vor allem um moralische Unterstützung und darum, sichtbar Haltung zu zeigen. Warendorf, so die Botschaft des Abends, steht an der Seite der Menschen in der Ukraine.

Besondere Anerkennung galt dem langjährigen Engagement der „Aktion Kleiner Prinz“. Von Beginn des Krieges an unterstützt die Organisation Hilfsprojekte in der Ukraine und leistet direkte Hilfe vor Ort. Sylvia Oertker machte mit der starken Präsenz zahlreicher Teammitglieder und Helfer deutlich, wie ernst das Anliegen genommen wird.

Ihr besonderes Augenmerk gilt einem Projekt für Witwen und Waisen in der Ukraine. Die Unterstützung dieser besonders betroffenen Menschen sei ihr eine Herzensangelegenheit. Gleichzeitig äußerte sie die Hoffnung, dass die Hilfe noch lange fortgeführt werden könne – und dass der Krieg bald ein Ende finde.

Gemeinsamer Weg zum Emskolk
Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung machten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam auf den Weg zum Emskolk, um dort eine eigens für diesen Abend initiierte Lichtshow zu erleben. In stillem, geschlossenem Zug bewegte sich die Gemeinschaft durch die Innenstadt – ein sichtbares Zeichen des Zusammenhalts.

Am Emskolk angekommen, tauchte eine eindrucksvolle Lichtinszenierung den Abend in symbolträchtige Farben und setzte einen bewegenden Schlusspunkt unter das Gedenken. Die Lichtshow verlieh der Mahnwache eine zusätzliche emotionale Tiefe und verband Trauer, Hoffnung und Solidarität auf eindrucksvolle Weise.

Solidarität muss sichtbar bleiben
Die Veranstalter machten deutlich, dass Solidarität keine Selbstverständlichkeit ist. Sie müsse immer wieder neu gelebt und öffentlich gezeigt werden. Gerade in Zeiten, in denen Krisen und Konflikte weltweit Schlagzeilen dominieren, dürfe das Leid in der Ukraine nicht in Vergessenheit geraten.

Mit der Mahnwache und dem anschließenden gemeinsamen Gang zum Emskolk setzte Warendorf ein starkes Zeichen für Menschlichkeit, Zusammenhalt und eine unerschütterliche Haltung gegen Krieg und Unterdrückung.

  • 1461 Tage Krieg.
  • 1461 Tage Leid.
  • 1461 Tage Fassungslosigkeit.
  • Und doch auch: 1461 Tage Solidarität.

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