Warendorf – Was hast du eigentlich noch vor mit deinem einzigartigen und wilden Leben? Eine Frage, die manchmal alles verändern kann. Bei Michel Malcin tat sie genau das. Mitten im Burnout kündigte er seinen Job, kaufte einen alten Berliner Doppeldeckerbus und machte daraus – ohne wirklich zu wissen, wie das eigentlich geht – ein rollendes Café. Was danach passierte, klingt stellenweise wie ein ziemlich verrücktes Drehbuch, ist aber tatsächlich passiert. Am Samstag, 24. Oktober, erzählen Michel Malcin und Helene Volkensfeld ab 19 Uhr im Sophiensaal der Stadtbücherei Warendorf davon.
Passend zum Tag der Bibliotheken lädt der Förderverein der Stadtbücherei zu einer besonderen Lesung aus dem Buch „Abgefahren“ ein. Und der Titel dürfte den Abend ziemlich treffend beschreiben.
Denn die Geschichte beginnt mit einem Mann, der merkt, dass sein bisheriges Leben so nicht weitergehen kann. Michel Malcin zieht die Konsequenzen. Er kündigt, kauft einen alten Berliner Doppeldeckerbus und beginnt, ihn zum „Doppellecker Genussbus“ umzubauen.
Aus dem Bus wird ein Café auf Rädern. Und irgendwann heißt es: losfahren.
Das Ziel: Santiago de Compostela.
Im Gepäck befinden sich jede Menge Vertrauen, Abenteuerlust und natürlich Kaffee. Was dagegen fehlt, ist ein genauer Plan für all das, was unterwegs passieren wird.
Eigentlich wollte Helene nur einen Cappuccino
Zu diesen ungeplanten Ereignissen gehört auch Helene Volkensfeld.
Sie steigt zunächst eigentlich nur für einen Cappuccino in den Bus. Doch aus dem kurzen Besuch wird mehr. Die Lehrerin bleibt – und fährt schließlich einfach mit.
Gemeinsam erleben die beiden eine Reise quer durch Europa, die sie nicht nur geografisch weit weg vom Alltag führt. Sie stehen mit ihrem Doppeldecker unter dem Eiffelturm, landen mitten im Nirgendwo auf dem Jakobsweg und erleben Situationen, die man vermutlich selbst nach mehreren Cappuccinos kaum für möglich halten würde.
Sie geraten unter Raketenbeschuss und werden vom Bundesnachrichtendienst verhört. Es gibt Pannen, Chaos und Momente, in denen vieles anders läuft als geplant.
Doch genau dazwischen entstehen die Geschichten, die „Abgefahren“ ausmachen.
Ein Bus voller Geschichten
Denn die eigentlichen Hauptdarsteller ihrer Reise sind häufig diejenigen, die unterwegs in den Bus steigen.
Menschen kommen auf einen Kaffee vorbei, setzen sich, erzählen aus ihrem Leben – und manche bleiben länger als gedacht. Der Doppeldecker entwickelt sich so zu einem kleinen rollenden Sehnsuchtsort. Zu einem Café auf zwei Etagen, in dem Herkunft, Alter oder Lebensentwurf für einen Moment keine große Rolle spielen.
Zwischen Kaffeeduft und staubigen Straßen entstehen Begegnungen, die Michel und Helene bis heute begleiten.
„Abgefahren“ erzählt deshalb nicht nur von einer ungewöhnlichen Reise durch Europa. Es geht um Neuanfänge und Mut, um Vertrauen, menschliche Begegnungen und die Frage, wie viel Veränderung möglich wird, wenn man bereit ist, gewohnte Wege zu verlassen.
Oder anders gesagt: um Latte Art und Lebenskunst.
Lesung am Tag der Bibliotheken
Am Samstag, 24. Oktober, bringen Michel Malcin und Helene Volkensfeld diese Geschichten mit nach Warendorf. Ab 19 Uhr nehmen sie ihr Publikum im Sophiensaal der Stadtbücherei Warendorf mit auf ihre außergewöhnliche Reise.
Ein Abend über einen alten Berliner Doppeldecker, ziemlich viel Kaffee, zwei Menschen mit einer außergewöhnlichen Geschichte – und über die vielleicht gar nicht so verrückte Idee, seinem Herzen einfach einmal zu folgen.
Termin: Samstag, 24. Oktober 2026, 19 Uhr
Ort: Stadtbücherei Warendorf, Sophiensaal
Eintritt: 15 Euro, ausschließlich Abendkasse
Veranstalter: Förderverein der Stadtbücherei Warendorf













