Glühwein für den guten Zweck und Finale des Weihnachtswäldchens locken Besucher
Adventliche Stimmung am Emssee und festlicher Ausklang in Warendorfs guter Stube
Warendorf - Schon von Weitem war der bunte Lichterglanz zu sehen. Am Emssee, dort, wo normalerweise nur städtische Laternen das abendliche Dezembergrau erhellen, schwangen am Sonntag zahlreiche bunte Lichterketten im leisen Wind und verbreiteten eine heimelige Stimmung, die man an dieser Stelle so nicht erwarten würde. Zurückzuführen war das Ganze auf Nico und Sascha Demant, die sich dort ein Grundstück nebst Ferienhäuschen gemietet haben und in der Adventszeit Besucher zu einem Glühwein gegen eine Spende eingeladen hatten.
„Den Ort hatte ich bereits vor 20 Jahren im Blick und immer wieder versucht, ihn anzumieten.“ Über die Jahre war das kleine Häuschen, das in ferner Vergangenheit sowohl als Ferienhaus als auch als Bereitschaftsdomizil eines Arztes gedient hatte, mit einer dichten Brombeerhecke zugewachsen. Über einen Gärtner konnte Nico Demant schließlich Kontakt zur Besitzerfamilie aufnehmen und das Grundstück samt Gebäude anmieten. Es folgten monatelange Arbeiten, um unter anderem das Brombeerdickicht zu beseitigen und die Anlage zu dekorieren. „Ich habe die ganze Lichterdeko von der ehemaligen Bar One verbaut“, sagte Nico Demant schmunzelnd.
Die Reaktion der Besucher auf den strahlenden Lichterglanz fiel am Sonntag entsprechend positiv aus. Verbunden war die Aktion zudem mit einem guten Zweck. Der Erlös wird von einem Bielefelder Verein verwendet, um in einem Ortsteil von Accra, einer Millionenmetropole in Afrika, dem ärmsten Teil der Bevölkerung durch Mikrokredite den Aufbau einer eigenen Existenz zu ermöglichen. „Dort wird Elektroschrott unter anderem aus Europa illegal entsorgt“, erklärte Nico Demant. Die dort lebende Bevölkerung durchsucht diesen Elektroschrott nach verwertbaren Rohstoffen – ein höchst problematisches Unterfangen. Denn durch die unsachgemäße Trennung der Wertstoffe entstehen hochgiftige Dämpfe. Aufgrund dessen zählt der Ort zu den am schlimmsten verseuchten der Welt.
Unterdessen herrschte auch in Warendorfs guter Stube reges Treiben, denn das Weihnachtswäldchen fand seinen Abschluss. Am letzten Abend des WWW hatten sich noch zahlreiche Besucher auf dem historischen Marktplatz eingefunden, um eine letzte Runde Glühwein zu genießen, in den Hütten zu stöbern oder Stockbrot zu backen. Musikalisch setzte die Stadtkapelle Warendorf die Schlussakkorde für das Weihnachtswäldchen, bevor Nacht- und Feuerwächter entpflichtet wurden. Am Ende zeigten sich die Marktbeschicker, das Stadtmarketing und die Stadt Warendorf mit der Resonanz sehr zufrieden. Doch auch bei den Gästen kam der besondere Weihnachtsmarkt bestens an.













