Warendorf - Was für ein emotionaler Moment beim Schützenverein „Hinter den drei Brücken“ e.V.: Als um 15:38 Uhrder letzte Rest des hölzernen Adlers mit dem 226. Schuss aus dem Kugelfang fiel, konnte es die neue Königin zunächst selbst kaum glauben. Lena Hader, gerade einmal 21 Jahre alt, ist die neue Regentin des Vereins – und zugleich die zweitjüngste Majestät in der 104-jährigen Vereinsgeschichte.
Dabei hatte die junge Warendorferin schon lange den Traum, einmal Königin der Dreibrückenschützen zu werden. Als dieser Traum Wirklichkeit wurde, überwältigten sie die Emotionen. Nach dem entscheidenden Treffer musste sie sich zunächst sammeln, ehe sie von den zahlreichen Gratulanten herzlich in Empfang genommen wurde. Wenig später trugen ihre Kameradinnen aus der Damengarde die neue Königin jubelnd auf den Schultern und präsentierten sie unter großem Applaus dem Schützenvolk – ein Gänsehautmoment, den die zahlreichen Besucher so schnell nicht vergessen werden.
Dem Triumph war ein spannender und fairer Zweikampf mit Uwe Ortjohann vorausgegangen. Lange war völlig offen, wer den entscheidenden Schuss setzen würde. Doch Lena Hader bewies Nervenstärke und ihre Erfahrung am Gewehr. Bereits als Königin der Damengarde verfügt sie über die nötige Schießpraxis und setzte schließlich den entscheidenden Treffer, der sie zur neuen Königin machte.
Mit ihrer Regentschaft setzt der Verein erneut ein deutliches Zeichen für Offenheit und gelebte Gemeinschaft. Gleich fünf junge Frauen aus der Damengarde – darunter auch die neue Königin Lena – gehören in diesem Jahr zum neuen Thron. Der Schützenverein „Hinter den drei Brücken“ zeigt damit einmal mehr, dass sich Tradition und Moderne hervorragend miteinander verbinden lassen. Während andernorts noch vor wenigen Jahren über Frauen in Uniform oder sogar eine Schützenkönigin diskutiert wurde, gehören sie im Warendorfer Norden längst selbstverständlich zum Vereinsleben.
Bereits der Auftakt des Schützenfestes sorgte für beste Stimmung. Nach den schweißtreibenden Vorbereitungen auf dem Festplatz eröffnete ein ökumenischer Gottesdienst gemeinsam mit dem traditionellen Großen Zapfenstreich am Freitagabend die drei Festtage. Präsident Hennes Bußmann freute sich über zahlreiche angetretene Schützen und ideale Wetterbedingungen. Besonders begeistert zeigte er sich von der neuen Marschroute über die Ems, die Bundesstraße und den historischen Marktplatz zur Abholung der Majestäten – eine Premiere, die von vielen Besuchern begeistert aufgenommen wurde.
Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Blacha würdigte in ihrem Grußwort den starken Zusammenhalt und das große Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Vereins.
Beim Königsschießen entwickelte sich zunächst der gewohnt spannende Kampf um die Insignien. Michael Strümpersicherte sich bereits mit dem ersten Schuss den Reichsapfel, Jens Feuersträter holte mit dem 43. Schuss die Krone und Johannes Schöttler schoss mit dem 123. Schuss das Zepter von der Stange. Danach lichtete sich das Teilnehmerfeld, ehe schließlich nur noch Lena Hader und Uwe Ortjohann um die Königswürde kämpften. Mit ihrem erfolgreichen 226. Schuss krönte Lena Hader schließlich einen unvergesslichen Schützenfestsonntag.
Ein weiterer Höhepunkt des Schützenfestes war die feierliche Krönung am Abend. Dabei wurde Igor Pauls an der Seite der neuen Königin Lena Hader zum Prinzgemahl gekürt. Gemeinsam repräsentieren sie den Schützenverein in den kommenden zwölf Monaten als neues Regentenpaar.
Komplettiert wird der neue Thron durch die Paare Emily Tarner und Simon Englbrecht, Mona Bußmann und Devin Delbeck, Vivian Tarner und Laura Herterl sowie Lena Wendel und Jan Wendel.
Mit einer jungen Königin, einem modernen Thron und einem begeisternden Schützenfest hat der Schützenverein „Hinter den drei Brücken“ eindrucksvoll bewiesen, dass gelebte Tradition und frischer Wind bestens zusammenpassen. Für Lena Hader beginnt nun ein ganz besonderes Jahr – eines, das sie und der gesamte Verein sicherlich nie vergessen werden.













