Warendorf – Hunderte DDR-Bürger suchen Zuflucht, Menschen hoffen auf einen Weg in den Westen und die Staatssicherheit beobachtet jeden Schritt: Dr. Axel Hartmann hat deutsch-deutsche Geschichte nicht nur miterlebt – er war mittendrin. Am Sonntag, 4. Oktober, ist der ehemalige Diplomat und Botschafter um 15 Uhr im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf zu Gast und berichtet aus erster Hand von einer Zeit, in der sich Deutschland und Europa grundlegend veränderten.
Hartmanns besondere Geschichte beginnt 1982 in Budapest. Als Leiter der Rechts- und Konsularabteilung der bundesdeutschen Botschaft war er unmittelbar mit den Schicksalen zahlreicher DDR-Bürgerinnen und -Bürger konfrontiert, die über Ungarn einen Weg in den Westen suchten.
Während seiner Zeit dort unterstützte er mehr als 1.000 Menschen bei Flucht oder Ausreise. Spektakuläre Fluchtversuche, improvisierte Lösungen und die Beobachtung durch die Staatssicherheit gehörten zu seinem Alltag. Hartmann selbst geriet ins Visier der Stasi. Seine Akte wurde später sogar Teil der Dokumentation „Budapest – die Lücke im Eisernen Vorhang“.
Vom Eisernen Vorhang ins Bundeskanzleramt
1987 wechselte Hartmann ins Bundeskanzleramt nach Bonn. Als Osteuropa-Referent verfolgte er die Politik Michail Gorbatschows und den Wandel im Ostblock aus nächster Nähe. Ab 1989 arbeitete er im Ministerbüro von Rudolf Seiters und wurde damit zum unmittelbaren Beobachter der politischen Ereignisse rund um die Wende und die deutsche Einheit.
Beim Zeitzeugengespräch in Warendorf geht es jedoch nicht nur um große Weltpolitik und historische Daten. Hartmann berichtet von persönlichen Begegnungen, dramatischen Situationen und überraschenden Geschichten hinter den Kulissen – und lässt mit seinem persönlichen Blick und Humor eine außergewöhnliche Zeit wieder lebendig werden.
Zeitgeschichte aus erster Hand – erzählt von einem Mann, der selbst mittendrin war.
Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Westpreußischen Landesmuseum und dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpommern ausgerichtet.
Sonntag, 4. Oktober 2026, 15 Uhr
Westpreußisches Landesmuseum Warendorf
Eintritt frei













