Altstadt im Ausnahmezustand: Wenn Warendorf vor Heiligabend zusammenkommt
Abituriententreffen mit Kultcharakter lassen Kneipen platzen und alte Zeiten aufleben.
Warendorf. Von wegen, in der Emsstadt ist nichts los. Zumindest am Tag vor Heiligabend hatten die Gastwirte in der Altstadt keine Verschnaufpause. Vielerorts glühten förmlich die Zapfhähne. In guter Tradition, die inzwischen mehr als 20 Jahre zählen dürfte, stürmten ehemalige Abiturienten beim alljährlichen Stufentreffen die Kneipen. In der „City“ herrschte Ausnahmezustand.
Die Treffen haben längst Kultcharakter. Kaum war ein Durchkommen in den Gaststätten möglich, geschweige denn ein Hinauskommen. Bereits um 21 Uhr waren die meisten Lokale brechend voll, die Stimmung ausgelassen. Man freute sich, alte Klassenkameraden wiederzusehen, Neuigkeiten auszutauschen und bei einer „Hopfenkaltschale“ ins Gespräch zu kommen. „Was machst du so?“, „Geht’s mit dem Studium vorwärts?“ und „Wie läuft’s im Job?“ waren Fragen, die vor dem Fest besonders auf der Zunge lagen.
Viele „Treffler“ nehmen dafür gerne eine weite Anreise ins heimische Warendorf in Kauf. Den einen hat es ins Ausland verschlagen, andere sind quer über Deutschland verteilt. Entsprechend bunt fiel auch der berufliche und akademische Mix aus. Von Lehramt über Maschinenbau bis hin zu Medizin und Bauingenieurwesen war alles vertreten. Ebenso individuell wie die Lebenswege präsentierten sich die einstigen Stufenmotti.
„Glaubalisierung – in zwölf Jahren zum Global Player“, so lautete etwa das Abimotto des Jahrgangs 2015 vom Laurentianum. Eine Abordnung traf sich in der Alten Frieda zum Vor- und Weiterfeiern. „Es ist einfach schön, dass wir uns wiedersehen und die Geschichten hören, wie es den anderen ergangen ist“, lautete der gemeinsame Tenor.
Der Jahrgang 2017 des Mariengymnasiums, der einst unter dem Motto „Mary Vegas – 12 Jahre um jeden Punkt gepokert“ unterwegs war, hatte sich im Café Extrablatt niedergelassen. „Das ist wirklich top, fast wie ein großes Familientreffen. Wir sind seit Jahren an diesem Tag immer ausgebucht“, freute sich Inhaber Halil Basaran über die gute Resonanz.
Dichtes Gedränge herrschte auch im Scala Café, wo sich ebenfalls ehemalige Mariengymnasiasten eingefunden hatten. „Das ist eine gute Tradition“, waren sich Till, Axel und Damian einig. Weil inzwischen auch der Nachwuchs die Treffen vor dem Fest für sich entdeckt habe, werde es allerdings zunehmend schwieriger, geeignete Locations zu finden, so das Dreigestirn.
Doch nicht nur ehemalige Abiturienten nutzten den Tag vor den Festtagen für ein Wiedersehen. Auch bei Porten Leve, im Daily One und im Waldgeist trafen sich Freundesgruppen, um noch einmal gemeinsam richtig abzufeiern. „Wir halten die Clique zusammen“, sagten Meik und Simon, die mit ihrem Hoetmarer Freundeskreis ebenfalls in der Altstadt unterwegs waren.













