Amprion-Wechselstromtrasse sorgt für Debatte
CDU Warendorf will Erdverkabelung als Option prüfen
Kreis Warendorf – Die geplante 380kV-Wechselstromtrasse durch das Münsterland war Thema der jüngsten Sitzung des CDU-Kreisvorstandes Warendorf-Beckum. Im Fokus stand dabei das umstrittene Projekt des Energieversorgers Amprion, das einen 85 Kilometer langen Lückenschluss in der Stromversorgung zwischen Westerkappeln und Werne vorsieht. Um die Planungen im Detail zu erörtern, hatte der Vorstand den Projektleiter von Amprion, Michael Weber, zu einem ausführlichen Gespräch eingeladen.
Weber betonte, dass das Vorhaben gesetzlich im Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG) verankert sei und umgesetzt werden müsse: „Diesen gesetzlichen Auftrag müssen wir erfüllen.“ Die genaue Trassenführung sei jedoch noch nicht festgelegt, da Planer versuchen, auf Widerstände der Bevölkerung einzugehen. Denn die geplante Freileitung mit bis zu 75 Meter hohen Masten sorgt vor allem in den betroffenen Kommunen für wachsenden Unmut. „In der Region formiert sich eine Bewegung gegen das Projekt“, so der CDU-Kreisvorsitzende Markus Höner. „Wir müssen die Bedenken der Bürgerschaft ernst nehmen und uns umfassend informieren.“
Ein alternativer Vorschlag, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Möglichkeit einer Erdverkabelung. Diese könnte möglicherweise in Kombination mit einer bereits geplanten Gleichstrom-Erdverkabelung umgesetzt werden. Dafür müssten jedoch rechtliche und technische Voraussetzungen erfüllt sein, wie der Bundestagsabgeordnete Henning Rehbaum erklärte. Eine solche Lösung wäre allerdings deutlich kostenintensiver und langwieriger, gab Weber zu bedenken. Zudem liege die endgültige Entscheidung über die Streckenführung bei der Bezirksregierung Münster.
Das Projekt befinde sich in einer entscheidenden Phase, betonte Höner. Der Kreisvorstand der CDU wolle sicherstellen, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger gehört und das Vorhaben so verträglich wie möglich gestaltet werde. „Wir werden alle Schritte unternehmen, um Transparenz zu gewährleisten und die Anliegen der Bevölkerung ernst zu nehmen“, so der CDU-Kreisvorsitzende abschließend.













