Terror und Menschlichkeit liegen manchmal ganz nah beieinander. Katja Benrath verfilmte in „Watu Wote“ eine wahre Begebenheit, die sich am 21. Dezember 2015 an der Grenze zwischen Keniaund Somaliazugetragen hat. Sie erzählt die Geschichte aus der Perspektive einer jungen, allein reisenden Christin. Sie ist auf dem Weg zu einem Besuch im islamisch geprägten Norden Kenias und fühlt sich als eine der wenigen Christen im Bus zuerst fremd unter den vielen Muslimen. Diese Gefühle, das Unbehagen, der Schrecken, die Panik und schließlich die Todesangst spiegeln sich in der Figur wider. Eine tief verschleierte Frau, die im Bus neben der Protagonistin sitzt, entwickelt sich zu einer den wichtigsten und mutigsten Figuren des Films. Als islamistische Kämpfer der Al-Shababden Reisebus überfallen und die Insassen auffordern, sich aufzuteilen – Christen hier, Muslime dort – weigern sich die Fahrgäste jedoch und geben ein den Zuschauer fesselndes beispielloses Zeugnis von Menschlichkeit im Angesicht des Terrors.
Die deutsch-kenianische Realverfilmung „Watu Wote“, nominiert für den Oscar 2018, landete dann im Rahmen des Kurzfilmfestivals „Augenblicke“ auch auf Platz eins 1, dicht gefolgt vom belgischen Kurzfilm „Downside Up“ und „3x3“ aus Portugal.
„Downside Up“ zeigt eine Welt, in der jeder das Down Syndrom hat: es ist die Norm. Doch eines Tages wird Eric geboren: ein Junge, der anders ist. Er ist „normal“, zu mindestens in den Augen des Publikums. Denkgewohnheiten und vermeintlich „normale“ Blickrichtungen werden hier gründlich auf den Kopf gestellt. In „3x3“ entwickelt sich der Nachtwächter einer Sporthalle während seiner Schicht zum leidenschaftlichen Basketballspieler. Da kann der junge Angestellte einer Reinigungsfirma nicht mithalten. Doch so leicht gibt er nicht auf … und lässt am Ende Nachtwächter wie Publikum verblüfft zurück.
Bereits zum 22. Mal luden das Kulturbüro der Stadt Warendorf, das Theater am Wall e.V. und das Haus der Familie Warendorf als Veranstalter zu der bundesweiten Aktion „Augenblicke“ der Medienzentral der katholischen Kirche ein. Gut 100 Kurzfilminteressierte konnten Rafaela Lagrange (TaW) und Stefanie Pfennig (HdF)am vergangenen Samstag im Theater am Wall begrüßen und freuten sich über das große Interesse an den insgesamt 11 Kurzfilmen unterschiedlichster Thematik und Machart. Zum Termin für die „Augenblicke“ im kommenden Jahr laden sie bereits jetzt herzlich ins Theater am Wall ein: Samstag, 4. April 2020.
„Augenblicke“ - Publikum gefesselt von wahrer Geschichte bezeugter Menschlichkeit
Kurzfilme im Theater a.W. 30.3.2019
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