Knut Langewand (Kreisarchivar), Hermann-Ulrich Viskorf (Vorsitzender der Rottendorf-Stiftung), Carl Pinnekamp und Rainald Gehringhoff (beide Stiftungskuratorium) in den Räumen von „Wibbelts Welt“
Zwei Original-Manuskripte von Augustin Wibbelt jetzt im Kreisarchiv Warendorf
Bedeutender Fund für das Münsterland
Das Kreisarchiv Warendorf darf sich über einen ganz besonderen Neuzugang freuen: Dank der großzügigen Unterstützung der Rottendorf-Stiftung konnten zwei originale Handschriften des bekannten münsterländischen Priesters und Dichters Augustin Wibbelt angekauft werden. Dabei handelt es sich um die Autographen seiner Werke „Das Buch von den vier Quellen“ aus dem Jahr 1910 sowie „Ein Sonnenbuch“ von 1912, die sich zuvor in privatem Besitz befanden.
Mit dem Ankauf erweitert das Kreisarchiv seinen bereits umfangreichen Bestand rund um den berühmten Heimatdichter, der als einer der bedeutendsten Vertreter der plattdeutschen Literatur gilt. Geboren wurde Augustin Wibbelt am 19. September 1862 auf einem Bauernhof in Vorhelm. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1887 wirkte er in verschiedenen Gemeinden des Münsterlandes und widmete sich neben seiner seelsorgerischen Arbeit intensiv der Literatur.
Vor allem mit seinen plattdeutschen Gedichten, Erzählungen und Essays prägte Wibbelt über Jahrzehnte die regionale Sprach- und Kulturgeschichte. Seine Werke zeichnen sich bis heute durch feinsinnigen Humor, sprachliche Präzision und einen tiefen Blick auf das alltägliche Leben im Münsterland aus.
„Augustin Wibbelt hat mit seinem Werk einen unschätzbaren Beitrag zur Bewahrung unserer regionalen Sprache und Kultur geleistet“, betont Kreisarchivar Dr. Knut Langewand. Seine Texte seien nicht nur literarisch wertvoll, sondern zugleich wichtige Zeugnisse des Lebens und der Mentalität im Münsterland vor über 100 Jahren.
Auch fast 80 Jahre nach seinem Tod ist der Einfluss Wibbelts in der Region weiterhin spürbar. Zahlreiche Schulen, Straßen und Einrichtungen tragen seinen Namen. Seine Gedichte – darunter das bekannte „Pöggsken“ – werden vielerorts noch heute gelesen und gelernt. Gerade in Zeiten, in denen regionale Dialekte zunehmend verschwinden, gewinnen seine Texte erneut an Bedeutung und erinnern daran, wie eng Sprache, Heimat und kulturelle Identität miteinander verbunden sind.
Bereits 1981 vermachte Wibbelts Nichte Anna Aulike den umfangreichen Nachlass des Dichters dem Kreis Warendorf. Seit 2020 informiert zudem die Ausstellung „Wibbelts Welt“ im Kreishaus über das Leben und Wirken des bekannten Autors und lädt Besucher dazu ein, in die Welt der plattdeutschen Literatur einzutauchen.













