Julian Beermann und Alessa Versmold regieren jetzt die Füchtorfer Bürgerschützen
Bei diesem Schützenfest war alles anders
Füchtorf stand in den vergangenen Tagen wieder ganz im Zeichen von Grün und Weiß. Trotz wechselhaftem Wetter ließen sich die Bürgerschützen und zahlreiche Besucher die Stimmung nicht verderben und feierten gemeinsam ein Schützenfest, das in diesem Jahr in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich war. Zwischen Premieren, Regenkapriolen, emotionalen Momenten und einem überraschend schnellen Königsschuss bewies das 178. Schützenfest einmal mehr, warum es zu den traditionsreichsten und stimmungsvollsten Festen der Region gehört.
Bereits der Auftakt sorgte für Begeisterung. Mit dem erstmals veranstalteten Warm-Up-Abend am Freitag wagte der Bürgerschützenverein einen neuen Schritt – und traf damit offenbar genau den Geschmack der Gäste. Trotz durchwachsener Wetterlage wurde ausgelassen gefeiert und die neue Idee entwickelte sich direkt zu einem echten Publikumserfolg.
Der Samstag stand anschließend ganz im Zeichen der Tradition. Nach der feierlichen Messe in der Füchtorfer Pfarrkirche versammelte sich die Schützenfamilie gemeinsam mit zahlreichen Gästen auf dem Kirchplatz zum großen Zapfenstreich. Gerade dieser Moment sorgte wieder für eine besondere Atmosphäre und zeigte eindrucksvoll den starken Zusammenhalt innerhalb des Vereins und des gesamten Dorfes.
Beim traditionellen Festball wurde anschließend bis tief in die Nacht gefeiert, ehe das Schützenfestprogramm erst am Sonntagmittag fortgesetzt wurde. Beim Antreten am Tie richtete der Erste Vorsitzende Carsten Schlingmann zahlreiche Dankesworte an das scheidende Königspaar Ralf Schulze Wienker und seine Königin Andrea. Er würdigte die beiden als hervorragende Botschafter des Bürgerschützenvereins, die das vergangene Regentschaftsjahr mit viel Herzblut geprägt hätten.
Auch Ehrungen und die Vorstellung der neuen Offiziere Christian Heseker und Volker Klaesvogt gehörten traditionell zum Programm des Sonntags. Der Nachmittag stand schließlich ganz im Zeichen der Familien und des Kinderschützenfestes.
Doch der eigentliche Ausnahmezustand sollte erst am Montag folgen.
„Dieses Schützenfest war anders als alle zuvor“, brachte es der Erste Vorsitzende Carsten Schlingmann später bei der Krönung auf den Punkt. Schon der Morgen verlief völlig ungewohnt. Aufgrund der schlechten Wetterlage wurde das Antreten kurzerhand in die Kirche verlegt – eine absolute Premiere in der Geschichte des Füchtorfer Schützenfestes. Die Schützengemeinschaft suchte Schutz im Gotteshaus, wo Gedenkrede und improvisierte Kranzniederlegung plötzlich eine ganz besondere und emotionale Atmosphäre entwickelten. Auch die Ehrungen mussten später ins Festzelt verlegt werden.
Und dann ging plötzlich alles ganz schnell.
Gerade um Punkt 12:00 Uhr, hatten viele Schützen auf dem Festplatz ihr erstes Bier in der Hand, als bereits lauter Jubel über den gesamten Platz schallte. Julian Beermann bewies an der Vogelstange außergewöhnliche Treffsicherheit und holte den Holzadler bereits mit dem 185. Schuss herunter. Punktgenau mit dem Glockenschlag fiel der Vogel zu Boden – und Füchtorf hatte einen neuen Schützenkönig.
Vielleicht, so scherzten viele später, wollte Beermann die wetterbedingte Verzögerung des Tages einfach direkt wieder aufholen.
Am Abend folgte die feierliche Krönung des neuen Königspaares. Bürgermeister Josef Uphoff überbrachte die Glückwünsche der Stadt und fand humorvolle Worte für den neuen Regenten: Selbst Westernheld Gary Cooper wäre bei dieser Präzision wohl neidisch geworden.
Der neue König Julian Beermann wählte seine Lebensgefährtin Alessa Versmold zu seiner Königin. Gemeinsam regieren sie nun für die kommenden zwölf Monate die Füchtorfer Bürgerschützen. Komplettiert wird der neue Thron durch Florian und Katharina Bröking, Lasse Micke und Anna Versmold, Lukas Kreimer und Marina Frensing, Darius Pohlschmidt und Mona Strothoff, Simon Maffert und Verena Twehues sowie Matthias Tünte und Tanja Brockmann.
Doch auch bei der Krönung blieb das Wetter dem diesjährigen Schützenfest treu. Das obligatorische Thronfoto musste bereits im strömenden Regen aufgenommen werden, während viele Besucher versuchten, sich irgendwie vor den Wassermassen zu schützen. Besonders gelassen nahmen es dabei die Mitglieder des Füchtorfer Spielmannszuges. Die in Grün gekleideten Musiker streiften kurzerhand ihre Kapuzen über und marschierten bestens vorbereitet und mit trockenen Haaren ins Festzelt.
Dort war der Regen schließlich schnell vergessen. Im trockenen Festzelt wurde das neue Königspaar anschließend bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen gefeiert.
Füchtorf hat damit nicht nur ein neues Königspaar, sondern auch ein Schützenfest erlebt, das vielen wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.















