7. November 2025 / Allgemein

Briefe einer ukrainischen Zwangsarbeiterin geben der Geschichte eine Stimme

Bewegende Ausstellung in Warendorf

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Bewegende Ausstellung in Warendorf - Briefe einer ukrainischen Zwangsarbeiterin geben der Geschichte eine Stimme

Warendorf. Das Westpreußische Landesmuseum öffnet ein emotionales Kapitel europäischer Zeitgeschichte: Unter dem Titel „Aus der Ferne in meine Ukraine“ – Briefe der Zwangsarbeiterin Hanna Pastuch aus Gelsenkirchen, 1942–1943 präsentiert das Museum eine neue Ausstellung, die den oftmals überhörten Stimmen ukrainischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs Raum gibt.

Millionen Menschen wurden damals aus der Ukraine in das Deutsche Reich verschleppt und zur Arbeit gezwungen. Ihre persönlichen Erlebnisse sind bis heute nur bruchstückhaft erhalten: Fotografien waren verboten, Briefe wurden zensiert oder vernichtet, Dokumente nach dem Krieg beschlagnahmt. Jahrzehntelang prägte Schweigen das individuelle und kollektive Gedächtnis – in der Ukraine wie in Europa.

Im Zentrum der Ausstellung steht das 2022 wiederentdeckte Privatarchiv der jungen Ukrainerin Hanna Pastuch, die während des Krieges in Gelsenkirchen Zwangsarbeit leisten musste. Ihre Briefe und Notizen bilden ein seltenes und berührendes Zeugnis über Hoffnung, Verlust und den Wunsch nach Heimat in unmenschlichen Zeiten. Pastuchs Lebensgeschichte steht stellvertretend für unzählige Schicksale – und verdeutlicht, wie Erinnern zum Akt der Selbstbehauptung werden kann.

Die Ausstellung wurde von der ukrainischen NGO After Silence gemeinsam mit dem Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen erarbeitet. Sie wird zweisprachig, auf Deutsch und Ukrainisch, gezeigt und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit einem Kapitel auseinanderzusetzen, das in der aktuellen europäischen Erinnerungskultur eine neue Dringlichkeit erhält.

Zum Eröffnungsvortrag begrüßt das Museum Dr. Daria Reznik, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWZO) in Leipzig und Mitglied der Initiative After Silence. Sie spricht über die Bedeutung der wiedergefundenen Materialien und die Entstehung der Ausstellung.

Eröffnung: 9. November 2025, 16:00 Uhr
Ort: Westpreußisches Landesmuseum, Klosterstraße 21, 48231 Warendorf
Eintritt: frei

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