Demonstration gegen B64n: Bürgerinitiativen rufen zu Sternfahrt nach Warendorf auf
Warendorf – Mit einer der "größten" Demonstrationen der vergangenen Jahre wollen die Gegner der geplanten B64n/B51 am 23. August ein unübersehbares Zeichen setzen. Rund 500 Teilnehmer aus sechs Bürgerinitiativen zwischen Herzebrock und Münster werden erwartet – darunter etwa 80 Traktoren und 400 Radfahrer, die im Rahmen einer Sternfahrt in die Kreisstadt rollen. Ziel ist der Warendorfer Lohwall, wo ab 15 Uhr eine Abschlusskundgebung mit prominenten Rednern stattfindet.
Die Protestierenden wollen damit ihren Widerstand gegen den Neubau der Umgehungsstraße bekräftigen. Trotz breiter Ablehnung in der Region – dokumentiert durch Ratsbeschlüsse und Resolutionen gegen das Projekt – hat der Bund das Planfeststellungsverfahren gestartet. Der damalige Bundesminister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing, ordnete die Wiederaufnahme des lange ruhenden Projekts an, um weitere Kosten zu vermeiden.
Die Bürgerinitiativen werfen Bund und Land vor, Bürgerbeteiligung nur pro forma betrieben, veraltete Verkehrsprognosen genutzt und eine rückwärtsgewandte Verkehrspolitik verfolgt zu haben. Sie fordern den sofortigen Stopp der Planungen und stattdessen die Entwicklung moderner, im regionalen Konsens erarbeiteter Verkehrslösungen.
Besondere Unterstützung kommt aus der Landwirtschaft: Michael Afhüppe überbrachte die Stellungnahme der Warendorfer Landwirte, die vor gravierenden Folgen warnen. „Die geplante Trasse würde über 110 Hektar fruchtbare Ackerflächen zerstören, Betriebe zerschneiden und Existenzen gefährden“, so Afhüppe. Am Demonstrationstag wollen die Landwirte mit Traktoren, Plakaten und einer starken Präsenz auf die drohenden Schäden aufmerksam machen.
Auch die Stadt Warendorf meldet sich zu Wort: Bürgermeister Peter Horstmann bekräftigte die ablehnende Haltung zum aktuellen Planungsstand. Die Stadt habe Einspruch eingelegt, um Verbesserungen zu erreichen – insbesondere eine Kombination mit der Freckenhorster Umgehungsstraße. Unterstützung erhält er vom Telgter Bürgermeister Wolfgang Pieper, der ebenfalls bei der Kundgebung sprechen wird.
Während der Anfahrt zur Kundgebung wird die B64 in Fahrtrichtung Warendorf abschnittsweise gesperrt, es ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Die Organisatoren setzen darauf, dass die eindrucksvolle Sternfahrt den politischen Entscheidungsträgern zeigt: Der Widerstand in der Region ist ungebrochen.













