Bürokratie, Fachkräfte und KI im Fokus
Wirtschaftsförderer tagen in Ostbevern
Ostbevern/Kreis Warendorf - Wie lassen sich Unternehmen stärken, Innovationen fördern und die wirtschaftliche Zukunft der Region sichern? Mit diesen zentralen Fragen beschäftigten sich die kommunalen Wirtschaftsförderinnen und Wirtschaftsförderer aus dem Kreis Warendorf bei einem gemeinsamen Treffen im Rathaus von Ostbevern. Eingeladen hatte die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf (gfw).
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft. Einen inhaltlichen Impuls lieferte Carsten Schröder, Geschäftsführer der TAFH Münster GmbH („Lust auf Kooperation & Innovation“). Die Gesellschaft versteht sich als zentrale Schnittstelle zwischen Hochschule, Unternehmen und Gesellschaft. Schröder stellte die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten vor und betonte die Bedeutung des Wissenstransfers: „Die TAFH-Projektlandschaft zeigt, wie aus Ideen konkrete und praxisnahe Lösungen entstehen können – ein echter Mehrwert für Unternehmen in der Region.“
Auch gfw-Geschäftsführerin Petra Michalczak-Hülsmann unterstrich die Relevanz der Zusammenarbeit. Die Kooperation mit der regional und international tätigen TAFH habe sich als „hilfreich und nützlich für Wirtschaft und Arbeit“ erwiesen. Gerade im Kreis Warendorf habe man damit bereits zahlreiche positive Erfahrungen gemacht.
Ostbeverns Bürgermeister Karl Piochowiak begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter aus den 13 Städten und Gemeinden des Kreises und würdigte deren Arbeit als entscheidenden Standortfaktor. Wirtschaftsförderung sei weit mehr als reine Unternehmensbetreuung: Sie stärke Arbeitsplätze, fördere Innovationen und leiste einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt. „Gerade für eine Kommune mit rund 12.000 Einwohnern wie Ostbevern und einen Kreis mit insgesamt etwa 270.000 Menschen hat diese Arbeit eine enorme Bedeutung“, betonte Piochowiak.
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf den Ergebnissen aktueller Unternehmensbefragungen aus der Region. Diese zeigen ein differenziertes Bild: Während die Infrastruktur sowie die Wohn- und Lebensqualität insbesondere in Drensteinfurt und Warendorf positiv bewertet werden, sehen viele Unternehmen Herausforderungen bei Bürokratie, Steuern und Abgaben. Diese Faktoren werden vielfach als Hemmnisse für unternehmerisches Wachstum wahrgenommen.
Gleichzeitig richten sich die Blicke nach vorn: Themen wie Fachkräftegewinnung, der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) und eine sichere Energieversorgung stehen ganz oben auf der Agenda der Unternehmen. Sie gelten als zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre – aber auch als Chancen, die Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter auszubauen.
Trotz der genannten Herausforderungen zeigen die Ergebnisse der Befragungen keine grundsätzliche pessimistische Stimmung in der Wirtschaft. Vielmehr überwiegt eine sachliche Einschätzung der Lage, verbunden mit der Bereitschaft, aktiv an Lösungen zu arbeiten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Erhebungen noch vor den jüngsten geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten und deren globalen Auswirkungen durchgeführt wurden.
Das Treffen in Ostbevern machte einmal mehr deutlich: Der enge Austausch zwischen Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft ist ein entscheidender Schlüssel, um die Region zukunftsfähig aufzustellen. Kooperation, Innovation und gemeinsames Handeln bleiben dabei die zentralen Erfolgsfaktoren.













