Mela Diamant begeistert mit außergewöhnlicher Ausstellung in der Ebbers Galerie
Da schwebt ein Pferd in der Luft
Warendorf - Ein schwebendes Pferd mitten im Lichthof eines Modehauses – schon beim Betreten der Ebbers Galerie wird klar: Diese Ausstellung ist alles andere als gewöhnlich. Mit der Vernissage der österreichischen Künstlerin Mela Diamant ist am Mittwochabend die Ausstellung „Pferde aus Farbe und Faden“ eröffnet worden. Rund 20 kunstinteressierte Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter auch der Warendorfer Künstler Manfred Kronenberg.
Galerieinhaber Rudolf Berger begrüßte die Besucherinnen und Besucher und zeigte sich erfreut, die renommierte Künstlerin erstmals in Warendorf willkommen zu heißen. Mit ihrem charmanten Wiener Schmäh führte Mela Diamant persönlich durch ihre Arbeiten und nahm die Gäste mit auf eine Reise in ihre faszinierende Welt zwischen Malerei, Textilkunst und Skulptur.
Unübersehbarer Mittelpunkt der Ausstellung ist das monumentale, frei im Raum schwebende „Fahle Pferd“. Die textile Skulptur scheint schwerelos im Lichthof zu schweben und entfaltet gerade durch diese Leichtigkeit eine beeindruckende Präsenz. Schwarze Nähte durchziehen den hellen Körper wie Narben und verleihen dem Werk eine emotionale Tiefe. Das Pferd steht sinnbildlich für Verletzlichkeit, Loyalität und Vergänglichkeit und lädt dazu ein, es aus jeder Perspektive zu betrachten.
Inspiriert wurde das Werk von Albrecht Dürers berühmtem Holzschnitt „Die vier apokalyptischen Reiter“. Während Dürer das fahle Pferd als Teil der biblischen Apokalypse zeigt, löst Mela Diamant das Tier aus diesem Zusammenhang und macht es zu einem eigenständigen Symbol. Es erzählt von Sterblichkeit, Wandel und Erinnerung – aber ebenso von Hoffnung, Würde und der Zerbrechlichkeit des Lebens.
Ergänzt wird die Installation durch farbintensive Gemälde und textile Arbeiten, die sich alle dem Thema Pferd widmen. Dabei geht es der Künstlerin nicht um naturgetreue Darstellungen. Vielmehr verwandelt sie Stoff in Haut, Fäden in Linien und Tierkörper in ausdrucksstarke Sinnbilder. Zwischen Märchen, Humor, Ernst und feiner Ironie entstehen Werke, die gleichermaßen berühren und zum Nachdenken anregen.
Mela Diamant lebt und arbeitet in Wien und München. Nach ihrem Studium der Malerei, Grafik und textilen Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien wurden ihre Arbeiten national und international in Ausstellungen, Museen und auf Kunstmessen präsentiert. Sie ist Mitbegründerin der Künstlerinnengruppe „Die 4 Grazien“ sowie Mitglied im Künstlerhaus Wien und der GEDOK München.
Die Ausstellung „Pferde aus Farbe und Faden“ ist noch bis 21. Oktober in der Ebbers Galerie im Modehaus Ebberswährend der regulären Öffnungszeiten zu sehen. Wer sich auf diese außergewöhnliche Begegnung zwischen Kunst, Symbolik und Emotion einlässt, wird den Blick auf das Pferd – und vielleicht auch auf das Leben selbst – mit anderen Augen betrachten.













