Tag der offenen Tür begeistert Jung und Alt auf dem Warendorfer Ausbildungsgelände
DEULA feiert 75 Jahre – Tausende Besucher erleben Technik, Tradition und Zukunft hautnah
Warendorf – Es war ein Fest für die ganze Familie, ein Ausflug in die Geschichte der Technik und gleichzeitig ein Blick in die Zukunft der grünen Berufe: Mit einem großen Tag der offenen Tür hat die DEULA Westfalen-Lippe am Samstag ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Mehrere Tausend Besucher strömten bei bestem Sommerwetter auf das weitläufige Ausbildungsgelände an der Dr.-Rau-Allee und erlebten einen Tag voller Technik, Mitmachaktionen und beeindruckender Einblicke.
Schon am Vormittag füllte sich das rund neun Hektar große Gelände mit Familien, ehemaligen Mitarbeitern, Technikfans, Landwirten und neugierigen Besuchern aus der gesamten Region. Überall herrschte reges Treiben. Kinder kletterten auf große Maschinen, Erwachsene erinnerten sich an frühere Zeiten und zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen eines der bedeutendsten Bildungszentren für grüne Berufe in Deutschland zu blicken.
„Jeder macht was und jeder ist dabei“ – unter diesem Motto hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Veranstaltung vorbereitet. Wochenlang wurde geplant, organisiert und aufgebaut. „Jeder Einzelne hat sich überlegt, wie er seine Arbeit und seinen Bereich den Besuchern am besten präsentieren kann“, erklärte DEULA-Geschäftsführer Björn Plaas im Gespräch mit Dein WAF. „Wir haben uns natürlich gewünscht, dass viele Menschen kommen. Dass es aber ein solcher Erfolg wird, hätten wir selbst in unseren kühnsten Träumen nicht erwartet.“
Und tatsächlich passte an diesem Tag nahezu alles zusammen. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad waren die zahlreichen Stationen von Beginn an hervorragend besucht. Insgesamt warteten rund 100 Attraktionen auf die Gäste. Etwa 40 davon wurden von Partnerunternehmen gestaltet, während die DEULA selbst rund 60 weitere Aktionen und Mitmachangebote vorbereitet hatte.
Besonders beliebt waren die praktischen Vorführungen. Wer wollte, konnte selbst einen Bagger steuern, sich am Fahrsimulator ausprobieren oder sogar einen Traktor fahren. Mutige Besucher wagten sich mit dem professionellen Baumkletterer Matthias Sonneberg bis in zehn Meter Höhe.
Große Aufmerksamkeit zog auch der Oldtimerbereich auf sich. Hier wurde Technikgeschichte lebendig. Historische Traktoren, Landmaschinen und Motoren versetzten viele Besucher zurück in ihre Jugend.
Ein besonderer Publikumsmagnet war dabei ein gewaltiger Achtzylinder-Dieselmotor von Klöckner-Humboldt-Deutz. Der historische Motor war auf einem Prüfstand aufgebaut und wurde regelmäßig von DEULA-Mitarbeitern gestartet. Sobald der Koloss zum Leben erwachte, war das dröhnende Geräusch auf dem gesamten Gelände zu hören. Für Technikliebhaber ein beeindruckendes Erlebnis.
Einer von ihnen war Fritz aus Dortmund. Der 85-Jährige war eigens mit seinem Porsche Diesel nach Warendorf gekommen. „So etwas sieht man heute nur noch selten“, sagte er begeistert und ließ es sich nicht nehmen, den historischen Achtzylindermotor selbst zu starten. Als das mächtige Aggregat unter lautem Donnern anlief, strahlte der Oldtimerfreund über das ganze Gesicht.
Auch viele ehemalige Mitarbeiter nutzten die Gelegenheit für eine Reise in die Vergangenheit. Otto Plietger, der von 1965 bis 1971 bei der DEULA tätig war, besuchte gemeinsam mit seiner Frau seine frühere Wirkungsstätte. Mit sichtlicher Freude schlenderte er über das Gelände und staunte darüber, wie sich die Einrichtung in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. Moderne Ausbildungsstätten, neue Gebäude und innovative Technik zeigten eindrucksvoll, wie stark die DEULA gewachsen ist.
Doch nicht nur Technikfreunde kamen auf ihre Kosten. Für Familien gab es zahlreiche Angebote zum Mitmachen und Ausprobieren. Kinder tobten auf der großen Strohburg, bestaunten riesige Maschinen und ließen sich von ihren Eltern oder Großeltern die Welt der Landwirtschaft und Technik erklären.
Zu ihnen gehörte auch der Warendorfer Landwirt Hermann-Josef Schulze-Zumloh. Gemeinsam mit seinem treckerbegeisterten Enkel erkundete er das Gelände. Geduldig erklärte er dem Nachwuchs die verschiedenen Maschinen, Ausbildungsbereiche und technischen Besonderheiten. Für beide wurde der Besuch zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Kreativ ging es am Stand von Richard Poppenborg zu. Der DEULA-Mitarbeiter zeigte eindrucksvoll, dass Motorsägen weit mehr können als nur Bäume fällen. Vor den Augen zahlreicher Zuschauer entstanden kunstvolle Holzskulpturen und geschnitzte Figuren, die viele Besucher staunend verfolgten.
Die Vielfalt der Ausbildungsbereiche wurde an diesem Tag eindrucksvoll sichtbar. Ob Garten- und Landschaftsbau, Landwirtschaft, Land- und Baumaschinentechnik, Kommunaltechnik oder Fahrschule – überall konnten die Besucher praxisnahe Einblicke gewinnen.
Besonders spannend war auch der Blick in die Zukunft. Die DEULA präsentierte aktuelle Bauprojekte und machte deutlich, dass das Bildungszentrum weiter wächst. Moderne Ausbildungsformen, digitale Technik und innovative Lehrmethoden sollen die Einrichtung auch in den kommenden Jahrzehnten prägen.
Viele Besucher nutzten zudem die Gelegenheit, das eigens eingerichtete kleine DEULA-Museum zu besuchen. Dort wurde die Geschichte des Bildungszentrums anhand historischer Fotos, Dokumente und Ausstellungsstücke lebendig dargestellt.
Als sich am Abend die letzten Besucher langsam auf den Heimweg machten, blickte Geschäftsführer Björn Plaas stolz auf einen außergewöhnlich erfolgreichen Jubiläumstag zurück. „Es war ein wundervoller Tag und alles hat hervorragend funktioniert. Unsere Mitarbeitenden haben unglaublich viel Herzblut in die Vorbereitung gesteckt. Jeder Einzelne war mit Begeisterung dabei und darauf bin ich wirklich stolz“, sagte Plaas gegenüber Dein WAF.
Und dann sprach er aus, was viele Besucher an diesem Tag vermutlich ebenfalls gedacht haben:
„Eins kann ich versprechen: Dieser Tag hat nicht nur unseren Gästen, sondern auch uns DEULAnern so viel Freude bereitet, dass wir ganz sicher nicht wieder 25 Jahre auf den nächsten Tag der offenen Tür warten werden.“
Nach diesem Jubiläumsfest dürfte sich darüber wohl niemand beschweren.













