9. Oktober 2024 / Allgemein

Die Dörfer im Kreis Warendorf haben Zukunft

Dorfwettbewerb endet mit feierlicher Siegerehrung im Sparkassenforum Warendorf

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Veröffentlicht am 9. Oktober 2024 um 13:29 Uhr

„Die Dörfer im Kreis Warendorf haben Zukunft“

Dorfwettbewerb endet mit feierlicher Siegerehrung im Sparkassenforum Warendorf

Lette ist Golddorf im Kreis Warendorf! In dem Wettbewerb des Landwirtschaftsministeriums „Unser Dorf hat Zukunft“ haben sich acht Dörfer im Kreis um den Titel beworben. Dabei ging es erstmals nicht um die schönsten Fassaden und die hübschesten Vorgärten, sondern in drei Bewertungsbereichen mit etlichen Unterkategorien wurden wirtschaftliche Initiativen und Infrastruktur, soziales und kulturelles Leben sowie Baukultur, Umwelt- Natur- und Klimaschutz bewertet. Die Siegerehrung fand im Beisein von Landrat Olaf Gericke und dem Projektverantwortlichen vom Amt für Kreisentwicklung, Daniel Höing, in Warendorf statt. Auch die Bürgermeister der Kommunen im Kreis, zu deren Gebiet die Teilnehmerdörfer gehören, waren zu der Feierstunde ins Sparkassenzentrum in Warendorf eingeladen.

Als im Herbst vergangenen Jahres der Kreis zu dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ aufgerufen hatte, waren die Bedenken in den angesprochenen Dörfern zunächst groß. Eine Beteiligung an einem Dorfwettbewerb in der Art von „Unser Dorf soll schöner werden“ schien irgendwie nicht mehr zeitgemäß. Winkende Kindergruppen, traditionelles Handwerk in historischer Kleidung und ein herausgeputzter Dorfplatz – so hatten viele Ehrenamtler in den Dörfern den Traditionswettbewerb noch in Erinnerung. Aber Daniel Höing, der den Wettbewerb für den Kreis Warendorf organisieren sollte, wusste die Bedenken zu zerstreuen und hat den acht Dörfern, die sich schließlich beteiligt haben, von Anfang bis zum Ende beratend zur Seite gestanden. Es gehe in erster Linie darum, wie die Dörfer ihre eigene Zukunft gestalten wollen. Worauf die Bewertungskommission den größten Wert legen würde, sei eine Vernetzung möglichst vieler Akteure in einem Dorf und deren Bemühen, alle Aspekte des Dorflebens im Interesse seiner Bürger voranzubringen. Ob Infrastruktur, Kultur, Umweltschutz oder Pflege und Unterhaltung historischer Gebäude – alles sollte in dem Wettbewerb eine Rolle spielen. Und selbst Defizite könnten bei den jeweils rund zweistündigen Ortsbegehungen genannt werden. Wer also keine vernünftige Busanbindung an das nächste Mittelzentrum hat oder keinen Einzelhandel zur Nahversorgung der Bürger, musste keine schlechte Bewertung befürchten. Solange das Bewusstsein für die Defizite da war und der Wille aller Beteiligten erkennbar, dass man gemeinsam an den Problemen arbeitet, sollte einer guten Bewertung nichts im Wege stehen. 
Knapp ein Jahr hatten die Orga-Teams der Dörfer Zeit, sich auf den Besuch der Bewertungskommission vorzubereiten. In Ostbevern-Brock, Ameke, Dolberg, Lette, Ostenfelde, Einen-Müssingen, Hoetmar und Milte rauchten die Köpfe: Was will man zeigen? Wer führt durchs Dorf? Wie kann man die positiven Aspekte am besten darstellen? „Wir haben acht wunderbare Dorfbesichtigungen erlebt“, hieß es schließlich von der Bewertungskommission. Die hatte nach der letzten Besichtigung von Milte am 30. August zu Beratungsstunden für die Orga-Teams geladen. Jedem Team widmeten die Vertreter der Bezirksregierung, des Münsterland e.V., der Kreisverwaltung, von Natur- und Denkmalschutz mindestens zwei Stunden ihrer Zeit, um Chancen und Perspektiven für die jeweiligen Teilnehmerdörfer zu erörtern: „Erstaunlich, wie viele Details den Leuten aufgefallen sind und welche Gedanken sie sich dazu gemacht haben. Das war total konstruktiv, hilfreich und durchaus auch motivierend“, so Kristina Schmiehusen, die Leiterin des Orgateams Milte. Ähnlich äußerten sich alle Teams nach den Beratungsterminen, bei denen aber eisern darüber geschwiegen wurde, welches Dorf denn nun den Wettbewerb gewonnen hat.
Entsprechend hoch war die Spannung am Dienstag-Abend. Landrat Olaf Gericke verlieh jedem der Teilnehmerdörfer einen individuellen Sonderpreis, der die Stärken, mit denen das jeweilige Dorf gepunktet hatte, hervorhob. In seiner Laudatio für das Gewinnerdorf machte er aber deutlich, dass Lette eben in seiner Präsentation die Entwicklungschancen, den Gemeinschaftssinn und die Pflege von Natur, Umwelt und kulturellem Leben am besten herausgestellt hätte. Aber alle Dörfer seien hervorragende Beispiele dafür, was man erreichen kann, wenn man gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet. Warendorfs Bürgermeister Peter Horstmann hatte jeweils in Hoetmar, Einen-Müssingen und Milte die Bewertungskommission begleitet: „Ich bin stolz auf jeden meiner Ortsteile und war zutiefst berührt von der Energie und Begeisterung, mit der die Bürgerinnen und Bürger ihre Heimat nach außen vertreten haben. Und ich bin sicher, dass das in jedem der Teilnehmerdörfer so war. Hier liegt unglaublich viel Potenzial, dass wir von kommunaler Seite unterstützen und begleiten müssen und wollen.“ Die Goldmedaille ist mit einem Preisgeld von 4.500 Euro verbunden, die Sonderpreise jeweils mit 3.000 Euro. Die Sieger und Platzierten feierten gemeinsam den vorläufigen Abschluss des Wettbewerbs. Nur Ostenfelde fehlte zur Überraschung der Organisatoren unentschuldigt. Dafür waren die anderen Teams personell gut aufgestellt. Milte war mit 16 Personen die stärkste Fraktion: „Wir sind hoch motiviert und haben aus dem Wettbewerb viele Impulse mitgenommen.“, hieß es aus dem Hesseldorf. „Wir werden beim nächsten Wettbewerb in drei Jahren wieder antreten!“ Auf Lette wartet jetzt der Landesentscheid. Ob sie daran teilnehmen, war noch nicht zu erfahren. Dort wurde erstmal ausgiebig der Sieg auf Kreisebene gefeiert. 

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