Diskussion um B64n geht weiter
Sternfahrt und Kundgebung in Warendorf
Warendorf - Mit einer Sternfahrt haben am gestrigen Nachmittag einige hundert Gegnerinnen und Gegner der geplanten B64n/B51 ein Zeichen gesetzt. Knapp 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – darunter etwa 75 Traktoren und fast 400 Radfahrer – rollten aus allen Richtungen nach Warendorf und versammelten sich schließlich am Lohwall zur großen Abschlusskundgebung.
Die Demonstrierenden machten klar: Teile der Region lehnen die derzeitigen Planungen des Bundes ab. Aus ihrer Sicht wird eine überdimensionierte Straße ohne ausreichende Bürgerbeteiligung auf Grundlage veralteter Prognosen vorangetrieben. Stattdessen fordern die Initiativen moderne Verkehrslösungen, die im Konsens mit der Region entwickelt werden.
Besonders die Landwirtschaft trat geschlossen auf: Mit Schleppern und Bannern machten die Landwirte auf die drohenden Folgen aufmerksam – mehr als 110 Hektar wertvoller Ackerflächen würden verloren gehen, wirtschaftliche Nachteile befürchtet.
Auch die Politik vor Ort zeigte Präsenz. Warendorfs Bürgermeister Peter Horstmann bekräftigte, dass die aktuelle Planung die Stadtteile auseinanderreiße. Er wünsche sich weniger Verkehr für Warendorf und eine Umgehung für seinen Heimatort Freckenhorst, aber auf Grundlage einer neuen, gemeinsam getragenen Planung, die Demokratie, Beteiligung und Zusammenhalt in den Mittelpunkt stellt.
Telgtes Bürgermeister Wolfgang Pieper erinnerte daran, dass es in Münster, Telgte, Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz bereits klare Ratsbeschlüsse gegen die B64n gebe. Die Kundgebung am Lohwall habe dieses Signal bestätigt. Zugleich betonte er, dass er aus eigener Erfahrung die Vorteile einer Umgehungsstraße kenne – Telgte sei seit der Fertigstellung im Jahre 1986 deutlich lebenswerter geworden. Umso mehr müsse jetzt die Planung aus Berlin überarbeitet werden.
Während der Anfahrt kam es zu zeitweisen Sperrungen auf der B64. Doch das musste die Region in Kauf nehmen: Für die Initiativen war die Sternfahrt ein Zeichen an die Entscheidungsträger in Berlin und Düsseldorf.













