Drei Jahrzehnte im Dienst der Kinder und Familien – Der Weg von Barbara Schoppmann
Über drei Jahrzehnte lang war der Elisabeth-Kindergarten im Warendorfer Norden mehr als nur ein Arbeitsplatz für Barbara Schoppmann – er war ihr Lebensraum, ihr Wirkungsfeld und für unzählige Kinder ein Ort von Geborgenheit. Nach 33 Jahren als Einrichtungsleitung und insgesamt über 40 Jahren im Dienst der katholischen Kirche hat sie nun bewusst einen Schritt in Richtung Altersteilzeit gemacht. Ein Schritt, der Raum lässt für Rückblick, Dankbarkeit und großen Respekt.
Als Barbara Schoppmann Anfang der 1990er-Jahre die Leitung des Kindergartens an der Mozartstraße übernahm, war die Welt der frühen Bildung eine andere. Drei Gruppen, Kinder zwischen vier und sechs Jahren, Zeit für Austausch im Team und ein Alltag, der trotz Platzmangel noch Luft zum Durchatmen ließ. Doch Barbara Schoppmann war nie jemand, der stehen blieb. Sie ging mit der Zeit – und oft einen Schritt voraus.
Sie erlebte den tiefgreifenden Wandel der Kinderbetreuung hautnah: bauliche Erweiterungen, den Umbau zur Barrierefreiheit, die Einrichtung einer Turnhalle, neue Waschräume – und schließlich 2008 den großen Umbruch zur ganztägigen Betreuung. Parallel zum laufenden Betrieb, mitten im Lachen, Spielen und Lernen der Kinder, wurde gebaut, organisiert und neu gedacht. Eine enorme Kraftanstrengung, die sie mit Ruhe, Klarheit und einem unerschütterlichen Blick für das Wesentliche meisterte: das Wohl der Kinder.
Mit der Einführung neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen änderte sich auch der Alltag. Kinder blieben nun den ganzen Tag in der Einrichtung – sie spielten, lernten, aßen und schliefen dort. Heute werden Kinder teils schon kurz nach der Geburt betreut. Für Barbara Schoppmann bedeutete das nicht Überforderung, sondern Verantwortung. Verantwortung, die sie mit Herz annahm.
„So entsteht eine ganz andere Bindung zu den Familien“, sagte sie einmal – und lebte genau das.
Sie hörte hin, wenn Kinder sich veränderten. Sie spürte, wenn etwas nicht stimmte. Ob Sorgen im Elternhaus, Konflikte unter Freunden oder stille Nöte – Barbara Schoppmann hatte immer ein offenes Ohr. Für die Kinder. Für die Eltern. Für die Familien. Sie organisierte Hilfe, sammelte Spenden, sorgte dafür, dass kein Kind hungrig nach Hause gehen musste. Menschlichkeit war für sie kein Zusatz, sondern Grundlage ihrer pädagogischen Arbeit.
Rund 700 Kinder hat sie in diesen 33 Jahren begleitet – jedes einzigartig, jedes mit eigenen Bedürfnissen, Stärken und Geschichten. Für jedes Einzelne hat sie versucht, das Beste zu geben. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen suchte sie in Netzwerken nach Lösungen, machte Abläufe familiengerechter und den Alltag ein kleines Stück leichter.
Im vergangenen Monat wurde Barbara Schoppmann schließlich als Einrichtungsleitung des Elisabeth-Kindergartens verabschiedet – und dieser Moment spiegelte eindrucksvoll wider, wie tief ihre Arbeit über all die Jahre gewirkt hat. Kinder von heute standen neben ehemaligen Kindergartenkindern, die inzwischen selbst Eltern sind. Kolleginnen und Kollegen aus anderen Einrichtungen, langjährige Kooperationspartner und viele Wegbegleiter waren gekommen, um Danke zu sagen. Selbstverständlich durfte auch Peter Lenfers in diesem besonderen Augenblick nicht fehlen. Für die Pädagogin war es ein bewegender, emotionaler Abschied, geprägt von Wertschätzung, Erinnerungen und sichtbarer Verbundenheit.

Ganz loslassen konnte und wollte Barbara Schoppmann dennoch nicht. Heute steht sie ihrer Nachfolgerin Ramona Kerkhoff weiterhin unterstützend zur Seite. Als erfahrene Fachkraft teilt sie ihr Wissen, ihre Ruhe und ihren reichen Erfahrungsschatz – nicht nur im Elisabeth-Kindergarten, sondern auch darüber hinaus in allen katholischen Warendorfer Einrichtungen der Verbundleitung. Dort hilft sie, wo Rat gebraucht wird, und packt an, wo Tat gefragt ist.
Es ist ein sanfter, bewusster Übergang in einen neuen Lebensabschnitt – getragen von dem tiefen Wissen, unzählige Kinder begleitet, Familien gestärkt und Strukturen nachhaltig mitgestaltet zu haben. Barbara Schoppmann hinterlässt keine leeren Räume, sondern ein starkes Fundament aus Menschlichkeit, Engagement und gelebter Verantwortung.
Ein Abschied von einer Leitung – aber kein Abschied von einer Frau, die Kinder und Familien über Jahrzehnte hinweg mit Herz, Blick und Haltung begleitet hat.













