Dröhnende Baumaschinen im Emsseepark
Hunderte Fische erfolgreich umgesiedelt
Warendorf - Die Ruhe im Emsseepark ist seit Wochenbeginn einer besonderen Geräuschkulisse gewichen: Wo sonst Spaziergänger am Wasser verweilen, dröhnen nun Motoren von Baggern, Radladern und Traktoren. Seit Montag laufen hier die umfangreichen Vorarbeiten zur Sanierung des südlichen Emsufers. Ziel des Projekts ist es, die Uferbefestigung zwischen „Kletterpohl“ und Marienheimbrücke zu erneuern und gleichzeitig den ökologischen Umbau des Flusslaufs im Bereich des geplanten „Emsdurchstichs“ der „Neuen Ems Ost“ voranzutreiben.
Bauamtsleiter Peter Pesch zeigte sich beim Ortstermin erfreut über die Dynamik der Arbeiten: „Wir sind überrascht, wie reibungslos bislang alles vorangeht. Die Zusammenarbeit von Fachfirmen und städtischem Bauamt funktioniert hervorragend.“
Damit die schweren Maschinen überhaupt im Flussbett arbeiten können, musste die Ems zuvor abgesenkt werden. Auf einer Länge von rund 500 Metern führte der Fluss zeitweise nur noch wenige Zentimeter Wasser. In dieser Phase entstand ein imposanter Baudamm: Über acht große Stahlrohre wird die Ems in den kommenden Monaten am Baufeld vorbeigeleitet. Erst diese technische Umleitung schafft die Voraussetzung, dass die Sanierung des Südufers sicher durchgeführt werden kann.
Ein sensibles Kapitel der Bauvorbereitungen war die Umsiedlung der Fische. Mehrere Hundert Tiere – von kleinen Jungfischen bis zu kapitale Exemplaren – hätten den Niedrigwasserstand nicht überstanden. Am Dienstagmorgen rückten deshalb spezialisierte Fachleute an. Zunächst wurden die Tiere mit Keschern vom Boot aus eingefangen, anschließend griff man zur Methode der Elektrobefischung. Dabei wird ein schwaches Stromfeld ins Wasser geleitet, das die Fische kurzzeitig in eine Art Betäubung versetzt. „Die Tiere nehmen keinen Schaden, sie können so aber sicher erfasst und umgesetzt werden“, erklärte die Stadt Warendorf auf Nachfrage. In großen Wasserbehältern wurden die Fische gesammelt und schließlich unterhalb des Wehrs wieder in die Ems entlassen – in einen Bereich, in dem der Wasserstand stabil bleibt.
Seitdem steigt der Pegel der Ems wieder kontinuierlich an – rund sieben Zentimeter pro Stunde. In wenigen Tagen wird der Fluss im Stadtgebiet wieder seine gewohnte Tiefe erreicht haben. Für die Spaziergänger im Stadtgebiet bedeutet das: Die Ems kehrt optisch zurück zur Normalität. Hinter den Kulissen aber geht es nun richtig los: Sobald der Wasserstand passt, beginnt die eigentliche Sanierung des Ufers – ein Projekt, das die Stadt Warendorf ökologisch wie städtebaulich deutlich voranbringen soll.













