Ein heißer alter Brauch
Schon im Jahr 751 n. Chr. muss es Osterfeuer gegeben haben, wie sich aus einem Briefwechsel des seinerzeitigen Papstes Zacharias und einem Missionar herauslesen lässt. Ganz so alt sind die Feuer in Westfalen sicher nicht. Aber sie sind eine alte und beliebte Tradition, die vor Ort meist von den Landjugenden betrieben und betreut wird. Wobei gerade letzteres besonders wichtig ist, denn nicht nur beim Betrachten des Feuers kann es durch Funkenflug oder spielende Kinder zu gefährlichen Situationen kommen. Auch vor dem Entzünden des Feuers ist eine sachgemäße Handhabung dringend erforderlich. Denn Jahr für Jahr fallen viele Kleintiere dem brennenden Holzstapel zum Opfer, in dem sie Unterschlupf gesucht hatten. Allerdings kommen nicht alle Veranstalter dieser moralischen Pflicht nach und verhalten sich leider recht verantwortungslos.
Dies soll die allgemeine Freude am beliebten Brauch nicht schmälern, dem alljährlich zahlreiche Menschen zu den Feuerstellen folgen, um dort im geselligen Zusammensein dem Winter Lebewohl zu sagen. In Warendorf gab es am Ostersonntag gleich mehrere solcher Feuer, die nicht alle von den Landjugenden veranstaltet wurden.
So hatte im Ostbezirk die Ehrengarde der Ostbezirk-Schützen auf das Feld von Schützenbruder Bernd Kortenstedte an der Schafstraße eingeladen. Der Heimatverein zeichnete für das Osterfeuer in Milte verantwortlich, das im Hesselbrink von den Kommunionkindern angezündet wurde. In Neuwarendorf hatte die KLJB Neuwarendorf das Osterfeuer in der Walgernheide organisiert, in Vohren war es die katholische Landjugend Vohren, die es auf dem Acker hinter dem Haus der Familie Zelleröhr abbrennen ließ. Das traditionelle Osterfeuer der Freckenhorster Landjugend fand in der Nähe des Hofs Uhkötter statt.
Auch in Einen-Müssingen loderten am Sonntagabend die Flammen, hier war der Bolzplatz an der Grundschule in Einen der Veranstaltungsort. Die Landjugend Hoetmar entzündete den gewaltigen Holzstapel in der Bauerschaft Lentrup zwischen Sendenhorster Straße und dem Hof Lilienbecker. Nicht zuletzt in Velsen gegenüber dem Hof Theo Micke, war es ebenfalls warm und vor allem auch: gemütlich.
Denn zum Lodern der Flammen gehören in jedem Jahr bei eigentlich allen vielen Veranstaltungsorten kühle Getränke sowie zumeist auch lecker – allerdings separat vom Feuer – Gegrilltes. Dies generiert Einnahmen, die für die jeweiligen Veranstalter sehr nützlich sind. Die sind daher froh, dass die Flammen auch im kommenden Jahr noch lodern dürfen. Zwar sind die vielfach veranstalteten kleinen Osterfeuer in Nachbarschaften und an sonstigen Orten ab 2024 verboten. Die klassischen Brauchtumsfeuer werden von diesem Verbot allerdings vorläufig nicht betroffen sein.
Dein WAF hat u.a. die Feuer in Freckenhorst, im Ostbezirk und Mitle besucht – die Bilder gleichen sich. Denn das Wetter am Ostersonntag war trocken, nicht kalt und damit bestens geeignet für einen geselligen Aufenthalt am warmen Feuer. Mit kaltem Bier, frischen Pommes und/oder Würstchen und vor allem: guter Laune.













