Ein historischer Meilenstein kehrt heim
Westfalen im Fokus einer Sonderausstellung
Liesborn, 25. Februar 2025 – Ein bedeutendes Stück westfälischer Geschichte kehrt an seinen Ursprungsort zurück: Die mittelalterliche Handschrift des Liesborner Mönchs Bernhard Witte wird erstmals seit Jahrhunderten wieder im Museum Abtei Liesborn ausgestellt. Im Rahmen der Sonderausstellung "1250 Jahre Westfalen" erhalten Besucherinnen und Besucher die seltene Gelegenheit, die erste umfassende Geschichtsdarstellung Westfalens hautnah zu erleben.
Westfalens Geschichte – von der Schriftrolle zur Ausstellung
Die Region Westfalen feiert 2025 gleich mehrere historische Jubiläen: 1250 Jahre erste Erwähnung in den Fränkischen Reichsannalen (775), 1500 Jahre historische Entwicklung und das beeindruckende Jubiläumsprogramm mit 44 Kulturprojekten. Besonders hervorzuheben ist die Liesborner Ausstellung, die sich mit der "Erfindung Westfalens" auseinandersetzt. Sie wirft einen Blick auf die Ursprünge der regionalen Identität und die Rolle des Klosters Liesborn in der Geschichtsschreibung.
Bernhard Witte, ein im 15. Jahrhundert lebender Mönch, verfasste die "Historia Westphaliae" – eine der ersten umfassenden Chroniken Westfalens. Diese Weltchronik, die von der Sintflut bis zum Jahr 1520 reicht, galt lange als verschollen, bevor sie 2023 wiederentdeckt wurde. Nun ist sie in der Ausstellung zu sehen und wird in den historischen Kontext des Klosters sowie der gesamten Region eingeordnet.
Ein Kulturprogramm, das Geschichte lebendig macht
„Westfalen war nicht einfach da, es wurde immer wieder neu gemacht", betont Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin des LWL. Die Liesborner Ausstellung ergänzt die zentrale Schau "775 – Westfalen" im LWL-Museum in der Kaiserpfalz und präsentiert mit Wittes Chronik ein einzigartiges Zeugnis der westfälischen Identität.
Museumsleiter Dr. Sebastian Steinbach erklärt: „Neben den erstmals gezeigten Exponaten erhalten die Besucherinnen und Besucher einen tiefen Einblick in die Klosterbibliothek des Spätmittelalters. Die digitale Liesborner Klosterbibliothek ermöglicht es zudem, virtuell durch das historische Manuskript zu blättern.“
Kulturelles Erbe fördern und bewahren
Die Ausstellung wird durch die LWL-Kulturstiftung sowie die Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost gefördert. „Die Präsentation der Witte-Chronik im Jubiläumsjahr verbindet Vergangenheit und Zukunft und zeigt eindrucksvoll, wie historische Perspektiven unsere regionale Identität prägen", so Peter Scholz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost.
Vom 27. April bis 19. Oktober 2025 erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit museumspädagogischen Angeboten, Vorträgen und interaktiven Formaten für Jung und Alt. Der Eintritt zur Ausstellung ist wie gewohnt frei.
Ein historischer Meilenstein kehrt heim – und mit ihm eine einmalige Gelegenheit, Westfalens Geschichte neu zu entdecken.

Freuen sich über die zeitweise Rückkehr von Bernhard Wittes "Westfalengeschichte" nach Liesborn: Christian Thegelkamp (v. l., Bürgermeister der Gemeinde Wadersloh), Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (LWL-Kulturdezernentin und Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung), Dr. Olaf Gericke (Landrat des Kreises Warendorf), Dr. Georg Lunemann (Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung), Peter Scholz (stv. Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost) und Dr. Sebastian Steinbach (Leiter Museum Abtei Liesborn).













