12. März 2023 / Allgemein

Eine fast vegetarische Versammlung

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sassenberg

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Eine fast vegetarische Versammlung

Im Journalistenleben trifft man immer wieder einmal auf Geschichten, Veranstaltungen und Versammlungen, die keinerlei Besonderheiten aufweisen und völlig glatt gehen. Weil es aber Vorgänge und Begebenheiten sind, die auch ohne Besonderheiten von Interesse für die breite Allgemeinheit sein können, gebietet es schon die Chronistenpflicht, darüber zu berichten. Nicht selten benutzt man für Geschehnisse dieser Art dann untereinander die Einschätzung: Da ist kein Fleisch dran! Dies ist selbstverständlich nicht despektierlich gemeint. Nur ehrlich.

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sassenberg am Samstagabend war eine solche Veranstaltung, bei der alles glatt lief, keine Zeitverzögerungen aufkamen, keine Diskussionen, Meinungsverschiedenheiten oder außergewöhnliche Besonderheiten. Bis auf winzige technische Pannen lief sie so ab, wie man die Einsätze der Feuerwehr der Sassenberger Feuerwehr kennt: Präzise, schnell und erfolgreich.

Zu Beginn scherzte Wehrführer Matthias Freese zur Begrüßung mit Blick auf die zurückliegende Pandemie und den vor ihm liegenden gut gefüllten Saal bei Artkamp-Möllers: „Die Älteren werden sich erinnern. So sieht eine Jahreshauptversammlung der Sassenberger Feuerwehr aus!“ Es folgten die Jahresberichte von André Paulsen für den Sassenberger Löschzug und von Andre Depenwisch für den des nördlichen Stadtteils.

Da beide verhindert waren, griff Ralf Baker für Sassenberg zum Mikrofon und präsentierte die aufschlussreiche Zusammenstellung aus besonderen Einsätzen, Statistik und sonstigen interessanten Informationen, beispielsweise der Einsatzarten. 69 mal technische Hilfeleistung überwog dabei die Zahl der 23 Brandeinsätze, unter denen vier Mittel- und zwei Großbrände waren, bei Weitem. Auch die 34 Einsätze der First Responder stellen eine beträchtliche Zahl dar, die in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen ist. So wie die Zahl der Einsätze insgesamt. Mussten die Sassenberger 2019 noch 68 Mal ausrücken, waren es 2021 schon 108 Einsätze und 2022 sogar 156.

Allein 13 davon forderte das Unwetter im Februar. Besonders intensiv waren auch die Einsätze beim Freiflächenbrand im Poggenbrook sowie der Dachstuhlbrand in direkter Nachbarschaft zum Sassenberger Feuerwehrgerätehaus. Der Löschzug Sassenberg verfügt derzeit über 74 aktive Kräfte in der Einsatzabteilung und 14 Wehrleute in der Ehrenabteilung.

Michael Lienker präsentierte den Bericht für den 49 aktive Mitglieder und 12 Wehrleute in der Ehrenabteilung zählenden Löschzug Füchtorf. Auch er ging auf das Unwetter im Februar ein und konnte aus dem heißen Sommer ebenfalls von einem Brand berichten. Dieser hatte sich am Fichtenbusch ausgebreitet. Bei den 57 Einsätzen in der Füchtorfer Statistik überwog der Oberbegriff „Technische Hilfeleistung“ auch in Füchtorf klar. Mit den Berichten über die Teilnahme am Stadtradeln oder der Beteiligung an den Ferienspieltagen wurde deutlich, dass die Feuerwehr zugleich wichtiger Bestandteil des Sozialgefüges in den Orten ist.

Im Bericht der Wehrführung dankte Matthias Freese einer Vielzahl von Menschen, die alle zusammen erst ermöglichen, dass die vielen Rädchen der Feuerwehraufgaben nahtlos ineinandergreifen können. Ausdrücklich dankte er Politik und Verwaltung: „Ihr versteht die Feuerwehr, als das was sie ist: Es ist eure Feuerwehr!“ Er freute sich, dass endlich wieder alle Veranstaltungen, zu denen vor allem die Übungen, Lehrgänge, Besprechungen, aber auch beispielsweise die Hydrantenpflege zählen, durchgeführt werden können. Er wies auf den Tag der offenen Tür am 15. April in Füchtorf hin, sowie auf den Leistungsnachweis der Feuerwehren, der am 6. Mai in Sassenberg ausgetragen wird.

In seinem Grußwort unterstrich Bürgermeister Josef Uphoff die Bedeutung der Feuerwehr. Es sei für die Menschen sehr wichtig, mit sicherem, gutem Gefühl leben zu können. Dafür brauche es die Feuerwehr, rund ums Jahr und rund um die Uhr. Der Dank stehe jedes Jahr auf der Tagesordnung, aber man könne ihn eigentlich gar nicht oft genug aussprechen.

Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann konnte sich mit der Begrüßung des Bürgermeisters, der Aktiven, der Ehrenabteilung „und Moment, da fehlt doch die Jugendfeuerwehr“ seine jährliche Mahnung zur Intensivierung der Nachwuchsarbeit nicht verkneifen. Er ging auf die ausufernden Angriffe gegen Rettungskräfte ein und forderte die Politik auf: „Zeigen Sie die Betreffenden an und ziehen Sie durch, was das Gesetz bieten kann“. Dafür erhielt er Applaus.

Schließlich standen noch Ehrungen, Beförderungen und Neuaufnahmen auf der Tagesordnung. Thomas (Bombe) Lietmann und Michael Lienker wurden für 25 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit geehrt. 35 Jahre sind Markus Ruhe, Ludger und Stefan Wöstmann in der Feuerwehr, Martin Wessel sogar 40 Jahre (alle Füchtorf). Peter Hartmann (Sassenberg) ist seit 50 Jahren Mitglied. Bis dahin ist es für die Neuaufnahmen Niklas Mohr und Manuel Pohlschmidt noch ein weiter Weg.

„236 Jahre werden und heute aus dem aktiven Dienst entlassen und in die Ehrenabteilung übergehen“, leitete Matthias Freese die Verabschiedung von Alfred Blömker, Manfred Pohl und Norbert Fischer (Sassenberg), sowie Alfons Depenwisch, Stefan Wöstmann und Martin Wessel in die Ehrenabteilung ein. Anschließen hatte er noch die Aufgabe, Jannik Querdel, Alexander Kahle und Anna Berndzen (alle Füchtorf), sowie Simon Mersmann, Fabian Peitz, Thomas Meinersmann, Simon Becker und Andreas Rolke (alle Sassenberg) zu befördern.

Unter dem Punkt Verschiedenes hätte sich am ende noch etwas Fleisch für den Bericht ergeben können. Doch statt Wortmeldungen wurde der Wehrführung ein Umschlag mit Anmerkungen in Sachen Atemschutz überreicht.

Ganz vegetarisch verlief der Abend allerdings doch nicht. Denn abschließend stand das Wort „Imbiss“ auf der Tagesordnung. Und da weiß Christa Artkamp bekanntlich sowohl mit schmackhaften Gemüsegerichten, wie auch mit deftiger fleischlicher Kost zu überzeugen.

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