23. März 2023 / Allgemein

Eine Welt kreieren, in der wir gerne leben wollen

Warendorf ist eine Stadt der Vielfalt

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Eine Welt kreieren, in der wir gerne leben wollen

Warendorf ist eine Stadt der Vielfalt

Warendorf. „Lasst uns eine Welt kreieren, in der wir, unsere Kinder und Enkelkinder gerne leben wollen“, sagte Isabella Matic. Damit fasste die Diplom-Sozialarbeiterin und pädagogische Mitarbeiterin des Hauses der Familie gleich zu Beginn zusammen, was sich am Schluss der Gesprächsrunde „Warendorf – Stadt der Vielfalt – miteinander leben und gestalten“ als Wunsch aller Teilnehmer formulieren sollte. Die Veranstaltung fand im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus statt und hatte zum Ziel, positive Beispiele im interkulturellen Miteinander vorzustellen. Eingeladen hatten Isabella Matic vom Haus der Familie, Ulrike Klemann, Leiterin des Fachdienstes für Integration und Migration des Caritasverbandes Warendorf so wie Willi Stratmann, Lehr- und Ausbildungstrainer für interkulturelle Kompetenz der Polizei. „Wenn wir über Migration sprechen, haben wir oft die negativen Beispiele im Kopf. Der überwiegende Teil der Zugewanderten ist jedoch ein wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft, auf den wir nicht verzichten können. Warendorf als Stadt der Vielfalt ist die Lebenswirklichkeit“, sagte Willi Stratmann. Wie bunt die Welt in der Stadt und im Kreis Warendorf ist, zeigte sich schnell anhand zahlreicher Beispiele. Da war unter anderem Nesrin Karakoc, Arzthelferin und „bekannt wie ein bunter Hund“, wie sie selbst sagte. Im Herzen Türkin, lebt sie mit ihrem aus Tunesien stammenden Ehemann Karim und ihren Kindern in Freckenhorst, wo sie sich daheim fühlt. „Damals, als sich meine Eltern in Freckenhorst niedergelassen haben, war alles anders. Die Freckenhorster haben gesammelt – hier ein Tisch, da ein Schrank. Wenn man heute niemanden hat, dann wird es schwierig“, sagte die in vielen sozialen Bereichen engagierte junge Frau. Ebenfalls in Freckenhorst verortet ist Evangelos Karamanlis, Diplom-Pädagoge beim Caritasverband, der sich unter anderem beim TuS 07 als Fußballtrainer engagiert. „Als Jugendlicher bin ich in Freckenhorst groß geworden. Schwierigkeiten, wieder aufgenommen zu werden hatte ich erst, nachdem ich zwölf Jahre in Düsseldorf gelebt habe.“ Ebenfalls ihr „Standing“ gefunden hat Magdalen Adluni, Mutter von vier Kindern und Ehrenamtskoordinatorin beim Caritasverband. „Ich bin in zwei Kulturen groß geworden. Im Teenageralter war es schwierig, meinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Heute weiß ich wer ich bin.“ Was sie bei ihrer Wohnungssuche in Münster erlebte, schilderte die Wahlwarendorferin Beatrice Weißbach. „Ich stand in einer Schlange mit 20 Weißen“, sagte die Afrikanerin. Anfänglich sei ihr der Vermieter argwöhnisch begegnet, als sie jedoch die Kaution in bar bezahlte, habe sie die Wohnung bekommen. Auch dass sie einen „Putzfimmel“ hat, hat ihr wohl niemand zugetraut. „Ich möchte in einem sauberen Umfeld leben. Ich habe als erstes die Tür geputzt. Vorher war die noch nie weiß“, sagte Beatrice Weißbach lachend. „Man fragte mich sogar, ob ich dafür Geld bekäme und ging wohl davon aus, dass bei mir wegen der Hautfarbe eigentlich alles dreckig sein müsste.“ Seitens der Polizei stellten Polizeidirektorin Andrea Mersch-Schneider, Personalratsvorsitzender der Kreispolizeibehörde Martin Entrup und Polizeihauptkommissar und Kontaktbeamter für muslimische Institutionen Uwe Kövener fest, dass der Kreis Warendorf kein Rassismus-Brennpunkt sei. Überdies sei die Polizei im Kreis multikulturell aufgestellt. Neben weiteren positiven Beispielen, gab es jedoch auch kritische Anmerkungen. Besonders in der Jugendarbeit gibt es demnach einigen Bedarf. „Jugendlichen ist ihre Identität oft noch nicht bewusst“, merkte Fabian Reiker (Leiter HoT Warendorf) an. Hier müsse es Hilfen und Unterstützung geben. Dem pflichtete der aus Usbekistan stammende Ilja Burkgard bei, der seine Jugend im Attic verbracht hat. „Da gab es viele Angebote in gemischten Gruppen aus Deutschen und Zugewanderten.“ Eine junge Afghanin schließlich machte auf die ungleiche Behandlung verschiedener Flüchtlingsgruppen aufmerksam. „Das spaltet die Gesellschaft.“

 

 

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