Heimatverein Einen-Müssingen

Heimatverein Einen-Müssingen

Über Heimatverein Einen-Müssingen:

Dorfgeschichte
Der Name Einen wird zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahre 955 erwähnt. Darin verlieh Otto I. dem neugegründeten Kloster Fischbeck bei Rinteln an der Weser den zehnten aus vier Höfen in „Anion“. Mit diesem Anion ist ohne Zweifel das jetzige Einen gemeint. Der Name bedeutet soviel wie Angel oder Schleife. Er weist auf die Lage des Urhofes an der Ems hin, die hier eine besonders ausgeprägte Schleife bildete. Die Ems wurde Mitte des vorherigen Jahrhunderts an dieser Stelle auf Veranlassung des Pfarrers begradigt, da die Wiesen zu beiden Seiten des Flusses zum Pfarrhof gehörten. Die Namen der genannten vier Höfe und ihre Lage können nur vermutet werden; ebenso ist in der Urkunde nichts darüber gesagt, ob es außer diesen noch weitere Höfe in Einen gab. Die Gemeinde war eine ausgesprochene Bauernschaft, zunächst ohne einen eigentlichen Dorfkern. Im Jahre 1498 zählte sie 89 Kommunikanten, d. h. Gläubige, die zum Empfang der hl. Kommunion verpflichtet waren. Interessant, dass sich auf den Tag genau sagen lässt, wann die Entwicklung des Dorfes begonnen hat. Nach einem Gesetz, da noch auf Karl dem Großen zurückgeht, musste zu jeder Pfarre ein Bauernhof gehören, der dem Unterhalt des Pfarrers zu dienen hatte. In Einen lässt sich die Lage und Größe dieses Hofes noch genau angeben. Im Jahre 1668 nun erhielten zwei Brüder vom damaligen Pfarrer je ein Grundstück für alle Zeit in Pacht, um darauf ein Haus zu zimmern. Im Verlauf der Jahrhunderte kamen weitere Häuser hinzu und am Ende des letzten Krieges zählte das Dorf dann ganze 20 Häuser, die alle auf dem Boden des alten Pfarrhofes errichtet waren. Die Gemeinde blieb wegen ihrer ungünstigen Verkehrslage klein und unbedeutend. Erst 1888 wurde eine Brücke über die Ems gebaut und damit eine feste Verbindung zur Bundesstraße geschaffen. Vorher hatte man den Fluss nur durch eine Furt oder mit dem Boot überqueren können. Eine ganz neue Entwicklung begann als Folge des letzten Krieges. Viele hatten ihre Heimat verloren oder ihre Häuser waren den Bomben zum Opfer gefallen. Sie suchten zunächst auf dem Land eine Bleibe. Hier und da wo sich gerade die Möglichkeit zum Erwerb eines Grundstücks geboten hatte, entstanden neue Wohnhäuser. Als größeres Baugebiet nach einem festen Plan entstand 1967 das Lerchenfeld; später folgt dann „Im Esch“, „Barkskamp“ und „Am Lienkolk“.

Eine besondere Entwicklung als Folge des Krieges setzte auch in einem Teil der zu Everswinkel gehörenden Bauernschaft Müssingen ein. Der Name Müssingen wird erstmals im Jahre 1040 als Mussa oder Musna erwähnt. Als man im vergangenen Jahrhundert daranging, die Verbindung von Münster über Telgte und Warendorf nach Lippstadt auszubauen, entschied man sich den südlich der Ems verlaufenden Alten Münsterweg auszubauen ohne ihm allerdings an allen Stellen genau zu folgen. Verständlicherweise folgte später die Eisenbahn der vorhandenen Straße. Straße und Eisenbahn dienten aber ausschließlich dem Durchgangsverkehr und bildeten innerhalb der Bauernschaft eher ein Hindernis. Der nördlich der Bundesstraße liegende und fast unbewohnte Teil der Müssingen Bauernschaft wurde allgemein die Einsche Brinke genannt. Hier war in der NS-Zeit ein Arbeitsdienstlager errichtet worden, vor allem um von hier aus die Ems zu regulieren. Ende des Krieges fanden in diesen Baracken überwiegend ausgebombte Bürger aus Münster eine erste Unterkunft. Schon bald nach dem Krieg kam es dann zu einer planmäßigen Bebauung, so dass nördlich der Bundesstraße im Laufe der Jahre eine geschlossenen Siedlung entstand. Etwa in der gleichen Größenordnung wie die alte Gemeinde Einen. Als Bezeichnung für diesen Ortsteil setzte sich dann auch der Name Müssingen durch.

Einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung bedeutete die kommunale Neuordnung, die am 1.1.1975 in Kraft getreten ist. Die Gemeinde Einen verlor ebenso wie Milte, Freckenhorst und Hoetmar ihre Selbstständigkeit und bildet nun wie diese einen Ortsteil der Stadt Warendorf. Der nördlich des Mußenbaches gelegene Teil der Bauernschaft Müssingen, also das neue nördlich der Bundesstraße 64 entstandene Siedlungsgebiet wird von Everswinkel nach Warendorf eingemeindet. Literatur: „Werdegang und Schicksale eines westfälischen Bauerndorfes“ von Aloys Schröer, Verlag Schnell Buch & Druck

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Bartholomäusstraße 38
48231 Warendorf

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