2. Juni 2026 / Allgemein

„Endlich mal wieder etwas Positives“

Bewegender AIDS-Aufklärungsvortrag am Paul-Spiegel-Berufskolleg

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Bewegender AIDS-Aufklärungsvortrag am Paul-Spiegel-Berufskolleg

„Endlich mal wieder etwas Positives“

Warendorf - Offen, ehrlich und eindrucksvoll: Seit mittlerweile 16 Jahren besuchen Matthias Gerschwitz und Sandra Könning von der AIDS-Hilfe Ahlen das Paul-Spiegel-Berufskolleg in Warendorf, um junge Menschen über HIV und AIDS aufzuklären. Auch in diesem Jahr nahmen zahlreiche Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit wahr, einem Vortrag zu folgen, der nicht nur informiert, sondern vor allem zum Nachdenken anregt.

Matthias Gerschwitz aus Berlin lebt seit mehr als drei Jahrzehnten mit einer HIV-Infektion. In seinem Buch „Endlich mal was Positives“ schildert er seinen persönlichen Weg von der Diagnose bis zum heutigen Leben mit dem Virus. Genau diese Offenheit macht seine Vorträge seit Jahren so besonders.

Im Selbstlernzentrum des Paul-Spiegel-Berufskollegs berichtete der 66-Jährige von seiner Ansteckung Anfang der 1990er-Jahre und den Herausforderungen, die mit der Diagnose verbunden waren. Gleichzeitig nahm er die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Geschichte von HIV und AIDS – eine Zeit, die vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren von Angst, Unsicherheit und vielen Vorurteilen geprägt war.

Besonders eindrucksvoll schilderte Gerschwitz den Moment seiner Diagnose. Nach einem HIV-Test im Jahr 1994 erhielt er die niederschmetternde Gewissheit, infiziert zu sein. Doch statt aufzugeben, lernte er, mit der Krankheit zu leben. Dank moderner Medikamente ist das Virus heute in seinem Blut nicht mehr nachweisbar. Regelmäßige medizinische Kontrollen gehören für ihn zum Alltag.

Trotz der enormen Fortschritte in der Behandlung machte Gerschwitz deutlich, dass Prävention weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Mehrfach erinnerte er an den bekannten Aufklärungsslogan: „Kondom nützt, Kondom schützt.“ Gleichzeitig betonte er die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen für die eigene Gesundheit. Das Virus mache keinen Unterschied zwischen Menschen – schützen könne man sich nur selbst.

Sandra Könning von der AIDS-Hilfe Ahlen ergänzte den Vortrag mit aktuellen Informationen rund um HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen. Gerade in den vergangenen Jahren sei wieder ein Anstieg verschiedener Infektionskrankheiten zu beobachten. Umso wichtiger sei eine frühzeitige und umfassende Aufklärung junger Menschen über Risiken, Schutzmöglichkeiten und verantwortungsbewusstes Verhalten.

Für das Paul-Spiegel-Berufskolleg besitzt die langjährige Zusammenarbeit mit der AIDS-Hilfe Ahlen einen hohen Stellenwert. Traditionell organisiert eine Oberstufenklasse der Fachoberschule Gesundheit und Soziales rund um den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember einen Projekttag zum Thema HIV und AIDS. Dabei setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit Prävention, gesellschaftlichen Vorurteilen und dem Umgang mit Betroffenen auseinander.

Dass die Veranstaltung auch nach vielen Jahren nichts von ihrer Bedeutung verloren hat, zeigte das große Interesse der Jugendlichen. Die Mischung aus persönlichen Erfahrungen, medizinischen Fakten und offener Diskussion machte den Vortrag erneut zu einem wichtigen Beitrag für Aufklärung und Prävention.

Die gute Nachricht für das kommende Jahr: Sandra Könning und Matthias Gerschwitz haben ihren Besuch am Paul-Spiegel-Berufskolleg bereits für 2027 zugesagt.

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