19. Januar 2020 / Allgemein

Er kam, sang und siegte

Prinz Frank I. - Das Sangesoriginal vom Josephs-Hospital regiert die WaKaGe

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Er kam, sang und siegte

„Karneval ist die schönste Zeit“, sang der Hofsänger der Warendorfer Karnevalsgesellschaft (WaKaGe), Frank Hülsbusch, zum Auftakt der Prinzenproklamation 2020 in der vollbesetzten Kreienbaum-Halle am Samstagabend. Für ihn gilt das in diesem Jahr ganz besonders: Denn kein geringerer als derjenige, der seit Jahren für die Prinzenlieder und den Gesang mit dem speziellen Lokalkolorit verantwortlich ist, ist in dieser Session quasi für sein eigenes Sangesglück verantwortlich. Als Prinz 

Begonnen hatte der Abend ganz klassisch. Begrüßung durch den Präsidenten, Einmarsch, in diesem Jahr mit dem Gebrasa Blasorchester aus Sassenberg, Frank Hülsbusch, noch als Hofsänger, singt das Begrüßungslied und das Ballett tanzt. Alle Augen im Saal richten sich auf die möglichen Kandidaten für die Prinzenrolle. Trägt jemand besondere Lackschuhe? Ist jemand besonders nervös? Verhält sich jemand besonders (un)auffällig? Obwohl, seien wir ehrlich: Im Karneval verhalten sich viele recht seltsam.

Präsident Hermann-Josef Schulze Zumloh begrüßte noch einmal, jetzt mit närrischem Bericht zur Lage der Nation und ernster Mahnung gleich zu Beginn: Rechtsgerichtete Kräfte wolle man hier nicht! Danach ein bunter Blick auf alles, was die Emsstadt beschäftigt.

Während der Präsident seine Rede vom Blatt hielt, kam sie von Mario Reimer sozusagen „aus dem Bauch heraus“ – denn er ist Bauchredner. Puppe Mandy wurde beim Anblick von Ratsherr und Journalist Stephan Ohlmeier ganz wuschig und ließ jeden wissen, dass er ein „geiler Hengst“ ist. Auch weitere Zuschauer, darunter die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser, erfuhren, welche Fallstricke Karneval bieten kann.

Wie in jedem Jahr war auch die PriPro 2020 große Bühne für die Ballett Formationen der  WaKaGe. Sie brillierten mit ausgefeilten Garde- und Showtänzen, die so wunderbar leicht aussehen und doch so schwierig zu tanzen sind. „Teamarbeit mit Schönheit, Charme und Leichtigkeit“, kommentierte der Präsident die Leistungen.

Leistungen ganz anderer Art brachte ein ehemaliger Prinz auf die Bühne. Elvis-Tolle, weißer Las Vegas Anzug, Sonnenbrille – Hanns-Jörg Ahmerkamp war nicht wieder zu erkennen. Nicht nur optisch. Auch seine bissige gesungene Warendorfkritik, aufgehängt an bekannten Elvis Songs, reichte vom Bauantrag bis Kneipensterben. Zwar nicht so perfekt gesungen wie die Tänze der Balletts getanzt waren, aber inhaltlich punktgenau treffend, legte Ahmerkamp karnevalistisch den Finger in viele politische und gesellschaftliche Wunden, was bei den Besuchern natürlich bestens ankam.

Moderator Bernd Wiese gelang es wie immer bestens, die einzelnen Programmpunkte zu verbinden. Die waren mehr als bunt. Wer hätte gedacht, was man mit einem Xylophon alles machen kann – vor allem, wenn man augenscheinlich hyperaktiv ist. Wie man tänzerische Aktivität perfekt mit großen Gefühlen verbindet, bewies das große WaKaGe Ballett mit seinem wie immer mehr als überzeugenden Schautanz. 

Da war es kurz nach 10 abends – noch eine Stunde bis zur Enthüllung des großen Geheimnisses: Wer wird Prinz? Das unterschwellige Gemurmel war leicht zu überhören, aber nicht zu übersehen. Wer ist noch im Saal? Wer fehlt? Doch zunächst war Prinz Carsten zu verabschieden, der erkennbar gerne noch geblieben wäre.

Nach dem fulminanten Auftritt von Dirk Elfgen war es dann so weit. Linda, Frau des Ex-Prinzen Tönnie hatte den neuen Prinzen bereits gesehen und sang ihm ein Lied. Und dann war es soweit: Der Hofsänger ist jetzt auch Prinz – was nicht bedeutet, dass es in diesem Jahr kein Prinzenlied gibt. Und dazu gibt es einen Prinzen, der mehr Karneval im Blut hat als mancher Rheinländer. Frank I. „Das Sangesoriginal vom Josephs-Hospital“ – eine gute Wahl!

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