Erinnerungskultur im Fokus
Westpreußisches Landesmuseum lädt zu zwei Veranstaltungen ein
Warendorf - Das Westpreußische Landesmuseum bereichert den kulturellen Sommer in der Region mit zwei besonderen Veranstaltungen, die historische Tiefenschärfe und aktuelle Relevanz verbinden.
Am Sonntag, den 24. August 2025, um 11 Uhr bietet das Museum eine öffentliche Führung durch seine Dauerausstellung an. Der Rundgang führt die Besucherinnen und Besucher von den mittelalterlichen Ursprüngen Westpreußens über die kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit des 17. und 18. Jahrhunderts bis hin zu den tiefgreifenden Umbrüchen des 20. Jahrhunderts, geprägt von Krieg, Flucht und Vertreibung. Zahlreiche Originalobjekte veranschaulichen die bewegte Geschichte einer Region am Unterlauf der Weichsel, die seit Jahrhunderten im Spannungsfeld europäischer Mächte stand. Die fachkundige Begleitung eröffnet nicht nur kulturhistorische Einblicke, sondern lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und Unbekanntes in einen größeren historischen Zusammenhang zu stellen. Der Museumseintritt ist frei; für die Führung wird ein Unkostenbeitrag von 2,50 € erhoben.
Nur wenige Tage später richtet das Museum den Blick auf ein übergeordnetes Thema: die Frage, wie wir in Deutschland erinnern. Am Mittwoch, den 27. August 2025, um 18 Uhr spricht Christoph Herkströter vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte zum Thema
„Menschen erinnern. Deutsche Erinnerungskultur(en) im Wandel“. Der Vortrag zeichnet die Entwicklung der Erinnerungskultur von den ersten Ausstellungen zu nationalsozialistischen Verbrechen in den 1940er- und 1950er-Jahren über die unterschiedlichen Erinnerungstraditionen in Ost- und Westdeutschland bis zur Neuausrichtung nach der Wiedervereinigung nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Rolle von Museen und Gedenkstätten als zentrale Orte historischer Vermittlung, die zugleich Spiegel wie Motor gesellschaftlicher Debatten sind.
Mit diesen beiden Formaten zeigt das Westpreußische Landesmuseum einmal mehr, wie facettenreich historische Bildung heute gestaltet werden kann: anschaulich, diskussionsfreudig und offen für Fragen aus Vergangenheit und Gegenwart. Beide Veranstaltungen bieten Gelegenheit, sich mit Expertinnen und Experten sowie anderen Interessierten auszutauschen. Der Besuch der Führung wie auch des Vortrags steht allen Kulturinteressierten offen; während die Führung einen kleinen Kostenbeitrag erfordert, ist der Vortrag kostenlos.
Das Westpreußische Landesmuseum lädt herzlich ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern im gemeinsamen Gespräch lebendig werden zu lassen.













