19. August 2025 / Allgemein

Erst wollte keiner – und dann gleich sechs

Dirk Bußmann schießt sich zum Kaiser von Warendorf

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Dirk Bußmann

Erst wollte keiner – und dann gleich sechs

Dirk Bußmann schießt sich zum Kaiser von Warendorf

Warendorf - Das Schützenfest der Bürgerschützen ist Jahr für Jahr ein Höhepunkt im Warendorfer Festkalender. An diesem verlängerten Wochende zeigte sich die Altstadt trotz Baustellen wieder von ihrer schönsten Seite – festlich geschmückt und voller Vorfreude auf das große Heimatfest. Präses Gerd Leve nutzte am Montagmorgen seine Ansprache, um sich bei allen Helfern und Gestaltern zu bedanken, die dafür gesorgt hatten, dass sich die Stadt passend zum Festwochenende herausgeputzt zeigte. Die unvermeidliche Umleitung durch die EmsWärme-Baustelle nahm er sportlich: „Wenn wir neue Wege finden müssen, dann tun wir das – und feiern am Ende trotzdem gemeinsam.“

Leve erinnerte zudem an den gelungenen Kommers- und Heimatabend, bei dem Schützenschwestern und Schützenbrüder mit musikalischen und tänzerischen Einlagen für Glanzpunkte gesorgt hatten. Dank und Anerkennung richtete er auch an das scheidende Königspaar, das trotz der großen Entfernung zum schwäbischen Heimatort Donsdorf seine Regentschaft mit großem Einsatz und spürbarer Freude ausfüllte. „Vor diesem Engagement kann man nur den Hut ziehen“, betonte der Präses – Worte, die von den Festgästen mit großem Beifall aufgenommen wurden.

Ein Wettstreit nimmt Fahrt auf

Anschließend zog die Schützengesellschaft mit einer großen Parade in den Emsseepark, wo der neue Regent ermittelt werden sollte. Auf dem neugestalteten Schützenplatz stärkten sich die Teilnehmer zunächst, bevor das Vogelschießen traditionsgemäß mit dem Schuss des scheidenden Königs eröffnet wurde. Die Insignien des Holzadlers fielen schnell, doch dann kam der Wettbewerb ins Stocken. Mangels Bewerbern gönnte sich selbst der Schießwart eine kleine Pause.

Doch plötzlich wendete sich das Blatt: Die Vatertagsgruppe um Volkmar Schmidt, Dirk Ohlmeyer und Dirk Bußmann fasste den spontanen Entschluss, nicht nur den Feiertag gemeinsam zu verbringen, sondern nun auch um die Königswürde mitzuschießen. Unterstützt wurden die drei Schützenbrüder dabei von ihren Ehefrauen Monika, Karen und Ute, die kurzerhand ihre Bereitschaft erklärten, sich in das spannende Schießen einzureihen. Aus einem Trio wurde so ein kampfstarkes Sextett – und aus einem zögerlichen Beginn ein packender Wettstreit unter Freunden.

„Uns war klar: egal, wer den Vogel von der Stange holt – am Ende wird gemeinsam gefeiert“, so schilderte es Dirk Bußmann während dem Wettkamp. Mit diesem kameradschaftlichen Geist entwickelte sich ein spannendes Schießen, das schließlich um 15:54 Uhr seinen Höhepunkt fand.

Kaiser nach 15 Jahren

Mit dem 323. Schuss gelang es Dirk Bußmann, den Adler endgültig von der Stange zu holen – und sich damit die Kaiserwürde der Bürgerschützen zu sichern. Für Bußmann war es ein ganz besonderer Moment, denn bereits vor 15 Jahren, im Jahr 2010, hatte er die Königswürde errungen. Nun darf er sich als Kaiser von Warendorf in die Annalen des Vereins eintragen.

Die Freude des neuen Regenten war unübersehbar: „Heute Morgen habe ich noch keinen Gedanken ans Vogelschießen verschwendet – und jetzt stehe ich hier als Kaiser“, strahlte Bußmann, dem das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht wich. Mit lautem Jubel und herzlichen Gratulationen wurde er von seinen Mitstreitern und den Festgästen gefeiert.

Feierliche Krönung und Königsball

Am Montagabend erfolgte dann die feierliche Krönung des neuen Kaisers Dirk Bußmann und seiner Königin und Ehefrau Ute. Auf den Thron nahmen selbstverständlich auch die befreundeten Paare Platz, die sich mit ins Schießen gewagt hatten: Monika und Volkmar Schmidt sowie Karen und Dirk Ohlmeyer. Ergänzt wurde die kaiserliche Throngemeinschaft durch Ivonne und Gernot Rolitz sowie Lisa Rose und Jörg Vorwerk, die den neuen Regenten ebenfalls zur Seite stehen. Nachdem der neue Kaiser alle Besucher eingeladen hatte eine riesen Party mit ihm zu feiern, ergriff der Präses und ebenfalls Kaiser der Bürgerschützen noch einmal das Wort und gründete auf dem kleinen Dienstweg eine die neue Formation, das „Chor der alten Kaiser“, den jetzt ist er nicht mehr alleiniger Kaiser.

Nachdem das traditionelle Thronfoto für die Ewigkeit festgehalten war, setzte sich die Schützenfamilie in Bewegung: Mit einer langen Polonaise zog die Festgesellschaft in das Festzelt ein. Dort wurde beim festlichen Königsball bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen getanzt, gelacht und gefeiert – ganz im Zeichen von Freundschaft, Gemeinschaft und Schützentradition.

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