27. Oktober 2021 / Allgemein

Fallpauschalensystem muss reformiert werden

Bundestagsabgeordneter Bernhard Daldrup besucht Josephs-Hospital

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Fallpauschalensystem muss reformiert werden

Bundestagsabgeordneter Bernhard Daldrup besucht Josephs-Hospital

Bei seinem Besuch im Josephs-Hospital Warendorf waren sich der Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup und die Verantwortlichen des Josephs-Hospitals Warendorf einig: So wie es jetzt läuft, könne es nicht weitergehen. Gemeint war das sehr komplexe und undurchsichtige Finanzierungssystem der Krankenhäuser. Dieses führe in Deutschland zu einem hohen Misstrauen zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern. Vorstandsvorsitzender Peter Goerdeler verdeutlichte, zu welchem bürokratischen Aufwand das Abrechnungssystem die Krankenhäuser in Deutschland zwingt: „Wir müssen ständig neue Dokumentationen einführen, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belasten. Diese Zeit könnte viel sinnvoller für die Versorgung unserer Patienten eingesetzt werden.“ Vorstand Michael von Helden ergänzte, dass der Medizinische Dienst, vorangetrieben durch die jüngsten Gesetzgebungen der Bundesregierung, aufrüste. „Immer mehr Ärzte und Pflegekräfte werden vom Medizinischen Dienst angeworben“, so von Helden – Personal, das dringend in den Krankenhäusern gebraucht werde. Die deutschen Krankenhäuser, Krankenkassen und der MD gäben Milliarden aus, um sich gegenseitig zu kontrollieren. Daldrup versprach, dies mit der neuen Bundesregierung anzugehen. Sein Ansatz: „Misstrauen abbauen – Vertrauen aufbauen“.

Überhaupt nahm das Thema „Bürokratie“ breiten Raum in dem offenen Austausch ein. Konkret am Beispiel des Josephs-Hospitals machten Kurator Rainer Budde und die beiden Vorstände deutlich, welche Hemmnisse bei der Anwerbung und Integration von ausländischem Pflegepersonal bestünden. Daldrup versprach: „Sollte eine Ampel-Koalition auf Bundesebene die Regierungsverantwortung übernehmen, sei er sicher, dass auch die Zuwanderung von Fachkräften vereinfacht würden.“

Einig waren sich alle vier Gesprächspartner, dass die Stärkung der Pflege weiter vorangetrieben werden müsse. Hier müssten alle an einem Strang ziehen: Regierung, Krankenhausträger und die Pflege selbst. Die Motivation der Pflegegesetzgebung der letzten Monate ginge in die richtige Richtung, so Goerdeler. Allerdings bemängelte er die zum Teil groben handwerklichen Mängel der Gesetze. Diese hätten zu einer weiteren Bürokratisierung geführt. Daldrup führte aus, dass die neue Bundesregierung weitere Maßnahmen zur Stärkung der Pflege einleiten würde. Einigkeit bestand darin, dass es dabei vor allem um den Schwerpunkt „mehr Zeit für Pflege“ gehen müsse. Goerdeler und von Helden machten an einigen Beispielen deutlich, welche Maßnahmen das Josephs-Hospital zur Gewinnung und Bindung von Pflegekräften eingeleitet habe.

Daldrup zeigte auf, dass den Krankenhäusern insgesamt „mehr Luft zum Leben“ gegeben werden müsse. Ausdrücklich nahm er dabei auch die Investitionsfinanzierung in den Fokus, die von den Bundesländern aufgebracht werden müsse. Diese müsse – gerade in NRW – deutlich zunehmen. Goerdeler ergänzte mit der Idee, eine stetige Förderung der Krankenhäuser zur Digitalisierung einzuführen. Die IT-Kosten seien ein „Fass ohne Boden“, die Ausgaben alleine für die IT-Sicherheit stiegen von Jahr zu Jahr. Dabei sei ihm egal, ob die Förderung vom Bund oder vom Land käme. Von Helden stellte klar: „Schließlich sind in der Abrechnung der Fallpauschalen null Euro für Investitionen enthalten.“

Daldrup dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren täglichen Einsatz – nicht nur, aber natürlich besonders in der Pandemie. Er zeigte sich sehr beeindruckt von der Entwicklung des Josephs-Hospitals in den letzten Jahren. Dem Kuratorium und Vorstand bescheinigte er: „Sie haben in den Standort kräftig investiert – nicht nur baulich, sondern auch in die medizinische und pflegerische Entwicklung.“ Das Josephs-Hospital leiste einen sehr wichtigen Beitrag für die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region.

Bild: Sind sich einig über die Zukunft der Krankenhausfinanzierung: Rainer Budde, Michael von Helden, Bernhard Daldrup und Peter Goerdeler (von links).

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