„Falsche Fragen, falsche Ergebnisse“
Christian Borgmann kritisiert Machbarkeitsstudie zur Veranstaltungshalle
Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu einer möglichen Veranstaltungshalle in Warendorf und Sassenberg sorgen weiter für Diskussionen. Der Sassenberger Bürgermeisterkandidat Christian Borgmann, der sich seit Jahren für die Schaffung einer solchen Halle einsetzt, zeigt sich enttäuscht – nicht über das Ergebnis, sondern über die Fragestellungen und den Ansatz der Untersuchung.
„Die ernüchternden Ergebnisse liegen nicht an einem fehlenden Bedarf, sondern an den falschen Fragen“, kritisiert Borgmann. Im Gespräch mit Dein WAF erklärt er, warum die Studie aus seiner Sicht an der Realität vorbeigeht.
Fragestellung verfälscht Bedarf
Die Studie habe sich laut Borgmann ausschließlich mit der Möglichkeit einer kommunalen Trägerschaft und öffentlichen Veranstaltungen beschäftigt. „Es wurde zum Beispiel gefragt, an wie vielen Veranstaltungen mit über 200 Personen die Teilnehmenden im Jahr dabei sind. Aber welche Veranstaltungen gibt es denn aktuell überhaupt, die diese Größenordnung erreichen? Die Antwortmöglichkeiten waren extrem begrenzt, und das Ergebnis, dass kein Bedarf besteht, war so vorprogrammiert“, so Borgmann.
Private Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstage oder Vereinsfeiern wurden in der Analyse völlig ausgeklammert. „Dabei besteht gerade in diesem Bereich eine immense Nachfrage, insbesondere seit der Saal in Sassenberg geschlossen wurde“, betont er.
Fokus auf private Investoren fehlt
Schon seit 2020, so Borgmann, sei klar, dass eine kommunale Veranstaltungshalle aufgrund der finanziellen Lage der Städte nicht realistisch ist. „Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit private Investoren bauen und betreiben können“, fordert er. Stattdessen sei die Studie auf die wirtschaftliche Machbarkeit einer kommunalen Lösung ausgerichtet gewesen. „Das ist nicht zielführend. Es hätte darum gehen müssen, wie man Gewerbetreibenden die Möglichkeit geben kann, eine solche Halle zu realisieren.“
Bereits 2021 hatte Borgmann einen Antrag an den Stadtrat in Sassenberg gestellt, ein Sondergebiet für Gastronomie und Veranstaltungen auszuweisen. „Es gibt Investoren, die bereit wären, solche Projekte umzusetzen. Die Stadt müsste lediglich die Flächen bereitstellen. Doch bis heute ist darüber nicht entschieden worden, weil man erst den Bedarf klären möchte“, erklärt er.
Bewusste Verzögerung?
Borgmann vermutet, dass die Verzögerungstaktik bewusst sein könnte. „Je länger man nichts tut, desto eher gewöhnen sich die Menschen an die Situation, und der vermeintliche Bedarf nimmt ab. Aber das ist keine Lösung“, sagt er. „Für Projekte wie die Sanierung des Freibads oder des Drostengartens wurden keine Machbarkeitsstudien durchgeführt. Warum also hier? Für mich wirkt es, als wolle man die Verantwortung abgeben.“
Ein Appell an die Politik
Für Borgmann steht fest, dass eine Veranstaltungshalle dringend benötigt wird – sowohl in Warendorf als auch in Sassenberg. „Eine solche Halle ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität und die Attraktivität der Städte. Die Politik muss handeln und darf nicht länger auf Zeit spielen“, fordert er.
Sein Appell an die Verantwortlichen: „Wenn die Städte nicht selbst bauen können, dann sollten sie zumindest privaten Investoren die Möglichkeit geben, aktiv zu werden.“
Fazit: Christian Borgmann sieht in der bisherigen Diskussion um die Veranstaltungshalle eine verpasste Chance. „Es wurde viel Geld für eine Machbarkeitsstudie ausgegeben, die die falschen Fragen gestellt hat. Dabei wissen die meisten Menschen längst, dass wir eine solche Halle brauchen – und dass es nur mit privatem Engagement funktioniert.“













