28. August 2023 / Allgemein

Für Sicherheit kann jeder sorgen

Tag der Sicherheit am Kreishaus mit vielen Besuchern

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Für Sicherheit kann jeder sorgen

Tag der Sicherheit am Kreishaus mit vielen Besuchern

Wer am Sonntag den Tag der Sicherheit am Kreishaus suchte, fand mit Glück zunächst einige kleine blaue Schilder die den Weg wiesen. Denn für die Veranstaltung hatten die Verantwortlichen den Parkplatz hinter dem Kreishaus gewählt. Dort stießen die Besucher dann auf Feuerwehrfahrzeuge, Rettungswagen, Rettungsboote, Rettungshunde, Polizei, THW, ein Aquarium für Taucher und ganz viel Blaulicht. Ein großes Aufgebot an Dingen, die nicht nur auf Kinder einen großen Reiz ausüben. Auch die vielen Erwachsenen interessierten sich für die unterschiedlichen Einsatzzwecke der Fahrzeuge und ließen sich von den zahlreichen Kräften der Hilfs- und Rettungsorganisationen gerne deren wichtige und meist ehrenamtliche Arbeit erläutern.

Ein großer Bereich der Aufklärungsarbeit entfiel dabei auf die Notwendigkeit, sich nicht nur auf die Behörden und Helfer zu verlassen, sondern selbst ebenfalls mögliche Vorsorge zu treffen. Denn Eigenverantwortung ist ein wichtiges Thema.

In Zeiten, in denen das Thema anders im Fokus stehe als noch vor wenigen Jahren, „wollen wir zeigen, was wir alles können und was wir machen“, begrüßte Landrat Dr. Olaf Gericke eine kleine Schar von Besuchern, die sich dem offiziellen Rundgang anschließen wollten. Es gehe aber vor allem auch darum „zu sensibilisieren, dass wir alle mehr tun müssen, der Bevölkerung klar zu machen, dass der Staat nicht alles übernehmen kann und dass eigene Vorsorge notwendig ist“, betonte er.

„Was muss ich eigentlich an Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten zuhause haben, warum brauche ich eine Dokumentenmappe?“ – Alles Fragen, mit denen sich die Menschen intensiver  auseinandersetzen müssten, so der Landrat, der in NRW zugleich als Polizeipräsident fungiert. „Das Bewusstsein dafür muss heranreifen!“.

An mehreren Standorten der Veranstaltung wurden die Besucher daran erinnert, eigenverantwortlich Vorsorge zu treffen. Nicht nur mit der richtigen Bevorratung an Lebensmitteln und Wasser. Ein großflächiger Stromausfall, gleich ob durch Katastrophen oder Angriffe auf die Computernetzwerke, lege beispielsweise flächendeckend auch Mobilfunk und Telefonie lahm, so dass man froh sein müsse, überhaupt an Informationen zu gelangen. Dabei sollen kleine Radios mit Solarzelle und Kurbelgenerator helfen, die jedermann günstig über den Kreis erwerben können soll, weil so zumindest ein notstrombetriebener Radiosender Informationen vermitteln kann. Bei der Schneekatastrophe im Westmünsterland 2005 hätten die Menschen dort tagelang ohne jede Information gelebt, erinnerte sich der Landrat. Auch die Trinkwasserversorgung könne im nahezu gesamten Kreis bei einem Stromausfall nach 72 Stunden zusammenbrechen. Für diesen Fall kann das Technische Hilfswerk (THW), das mit rund 20 Personen an der Veranstaltung teilnahm, mit Trinkwasserverteilern Wasser an die Bevölkerung ausliefern. „Aber eben nicht immer und nicht immer für alle“, lautete Gerickes erneuter Aufruf zur Bevorratung für Ernstfälle. Damit seien es weniger Menschen, die im Ernstfall Hilfe brauchen und auf die Rettungsdienste angewiesen sind.

Der Bevölkerungsschutz habe im Kreis Warendorf seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert, wie man auch am Ausbau des Sirenennetzes sehe, so Kerstin Butz und Felix Höltmann von der Pressestelle des Kreises. Daher sei der immer wiederkehrende Tag der Sicherheit, der wegen Corona erst in diesem Jahr stattfinden konnte, auch von vielen Beteiligten und Ämtern umfassend mit einer rund achtmonatigen Vorbereitungszeit geplant worden.

Vielerlei Beispiele demonstrierten, wie die Hilfs- und Rettungsdienste arbeiten. Kein Wunder, dass die Hunde von gleich zwei Rettungshundestaffeln immer wieder ins Blickfeld der Besucher gerieten. So wie auch der Tauchcontainer, durch dessen Fenster sich Mitglieder der Tauchstaffel aus Ahlen beobachten ließen. Einen höllischen Lärm machte die Druckwasserpistole, die von der Maschinistengruppe aus Ahlen kreisweit zum Einsatz gebracht werden kann. Mit 300bar Wasserdruck und winzigen Eisenkügelchen schießt sie Löcher in feste Materialien, um so beispielsweise Hitze aus geschlossenen Brandherden entweichen zu lassen. Die unvorstellbare Kraft durchschlägt Dachpfannen in 3 Sekunden, Gehwegbetonplatten in 10 Sekunden und massive Brandschutztüren in knapp einer Minute. Mehr als eine kurze akustische Vorführung war verständlicherweise nicht möglich.

Gleich mehrere Vorführungen bot die Puppenbühne der Verkehrserziehung für Kinder an. Gerne durfte sich der Nachwuchs auch auf ein Polizeimotorrad oder das Feuerwehrquad setzen.

Dr. Gericke hingegen durfte sich auch einige Hinweise von den Rettungsdiensten ins Notizbuch schreiben. Beispielsweise als er sich an einen Schulbusunfall in Ostbevern erinnerte, bei dem eine Autofahrerin starb. Er lobte die Arbeit der Notfallseelsorger, die diese für die Kinder sehr belastende Situation schnell und professionell entschärfen konnte. Notfallseelsorger Klaus Schäffer legte dem Landrat nahe, dass der Kreis für große Schadenslagen dieser Art ein Netz von Psychotherapeuten aufbauen müsse.

Ein Gewitterschauer, der kurz vor 17 Uhr das Ende der Veranstaltung einläutete, zeigte sich nicht als Katastrophe, erinnerte aber passend an die gewaltige Macht der Naturkräfte, die immer häufiger Grund werden, sich intensiver mit dem Thema Sicherheit zu beschäftigen.

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