17. November 2024 / Allgemein

Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt

Besondere Ehrung für Wenzel Havelt beim Volkstrauertag in Milte

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Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt

Besondere Ehrung für Wenzel Havelt beim Volkstrauertag in Milte

Warendorf-Milte - Während andernorts die Beteiligung am Volkstrauertag rückläufig ist, versammelten sich in Milte zahlreiche Vereine und Bürger am Ehrenmal, um der Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft zu gedenken. Abordnungen der KLJB, des Fanfaren- und Spielmannszugs, der Feuerwehr, des Reitervereins, der Ehrengarde, des Schützenvereins sowie der Kolpingfamilie waren vertreten. Auch politische Vertreter und Ratsmitglieder folgten der Einladung von Wenzel Havelt, dem Vorsitzenden der Kameradschaft Milte. „Für uns als Kameradschaft ist der Volkstrauertag die wichtigste Aufgabe“, betonte Havelt in seiner Ansprache. Er appellierte an die Milter Bürger, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und sich für Frieden einzusetzen.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Gedenkrede von Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie hob die Bedeutung individueller Schicksale hervor, um die unzähligen Opfer von Krieg und Gewalt greifbar zu machen. Am Beispiel zweier Milter Biografien schilderte sie die Tragik des Krieges: Heinrich, einziger Sohn eines Hofbesitzers aus Hörste, fiel 1915 bei Ypern, ohne seine neugeborene Tochter Klara je kennengelernt zu haben. Ferdinand aus Beverstrang wurde 1944 bei Rozan in Polen verwundet und gilt seither als vermisst. Von sechs Brüdern überlebten nur zwei den Zweiten Weltkrieg.

Feller unterstrich die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur, um Gewalt und Diskriminierung frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sei die Mahnung, dass sich Geschichte nicht wiederholen dürfe, aktueller denn je. Auch Ereignisse wie die jüngste Verfolgung jüdischer Fußballfans in den Niederlanden zeigten, wie wichtig eine aufmerksame Gesellschaft sei. Sie rief dazu auf, gerade junge Menschen in die Erinnerungskultur einzubeziehen: „Jeder Schüler sollte mindestens einmal die Möglichkeit haben, eine Gedenkstätte zu besuchen – ob physisch oder digital.“

Die Ministerin lobte die engagierte Arbeit der Kameradschaft Milte und hob Wenzel Havelt als treibende Kraft hervor. Den feierlichen Abschluss bildete das Niederlegen eines Kranzes durch Dorothee Feller und Bürgermeister Peter Horstmann, begleitet von den Klängen des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden“, gespielt von der Stadtkapelle Warendorf.

Für seinen herausragenden Einsatz wurde Wenzel Havelt mit einer besonderen Ehrung ausgezeichnet: Ministerin Feller überreichte ihm die Friedrich-Joseph-Haass-Medaille sowie eine Urkunde – eine verdiente Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz für die Erinnerungskultur in Milte.

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