Ausbildung soll günstiger und moderner werden - Gibt es bald einen bezahlbaren Führerschein
Ein Führerschein der Klasse B kostet in Deutschland derzeit im Durchschnitt rund 3.400 Euro – eine erhebliche Summe, die viele junge Menschen vor Herausforderungen stellt. Die Bundesregierung will das ändern. Unter dem Titel „Bezahlbarer Führerschein“ hat das Bundesministerium für Verkehr (BMV) Eckpunkte für eine grundlegende Reform der Fahrschulausbildung vorgestellt. Ziel ist es, Kosten zu senken, Bürokratie abzubauen und mehr Transparenz zu schaffen – ohne die Verkehrssicherheit zu gefährden.
1. Mehr Flexibilität beim Theorieunterricht
Der theoretische Unterricht soll künftig deutlich flexibler gestaltet werden.
Online lernen statt Präsenzpflicht: Fahrschulen sollen selbst entscheiden, ob sie Theorieunterricht vor Ort oder digital anbieten – etwa per App.
Weniger Bürokratie: Vorgaben zu Schulungsräumen oder Unterrichtsabläufen entfallen. Damit sinkt auch der Kontrollaufwand für die Länder.
Kürzerer Fragenkatalog: Der Fragenpool für die theoretische Prüfung wird um ein Drittel reduziert, sodass sich der Fokus stärker auf das Thema Verkehrssicherheit richtet.
2. Moderne und praxisnahe Fahrpraxis
Auch die praktische Ausbildung soll effizienter und moderner werden.
Mehr Einsatz von Simulatoren: Übungsfahrten – etwa zum Erlernen des Schaltens – können künftig vollständig im Simulator stattfinden. Dadurch sparen Fahrschulen Kosten für spezielle Fahrzeuge.
Weniger Pflichtfahrten: Die Zahl der vorgeschriebenen Sonderfahrten (z. B. Nacht-, Autobahn- oder Überlandfahrten) soll verringert werden. Teilweise können diese künftig ebenfalls im Simulator absolviert werden.
Kürzere Prüfungen: Die praktische Fahrprüfung soll auf die europäischen Mindestvorgaben von 25 Minutenreduziert werden.
Einfachere Dokumentation: Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer sollen von aufwändigen Aufzeichnungs- und Berichtspflichten entlastet werden. Auch Fortbildungen sollen digital möglich sein.
Experimentierklausel: Es wird geprüft, ob Angehörige oder nahestehende Personen in die Fahrausbildung einbezogen werden können – etwa durch betreutes Üben außerhalb der Fahrschule.
3. Mehr Preistransparenz
Künftig sollen Fahrschülerinnen und Fahrschüler online die Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen vergleichen können. So wird sichtbar, welche Fahrschulen gute Ergebnisse zu fairen Preisen bieten. Das stärkt den Wettbewerb und macht die tatsächlichen Gesamtkosten besser nachvollziehbar.
4. Blick über den Pkw hinaus
Das Verkehrsministerium will außerdem prüfen, ob die geplanten Maßnahmen auch auf andere Führerscheinklassen – zum Beispiel Lkw oder Busse – übertragen werden können.
Wie geht es weiter?
Die Reform soll gemeinsam mit den Bundesländern ausgearbeitet werden. Ziel ist es, die rechtlichen Änderungen im ersten Halbjahr 2026 auf den Weg zu bringen.













