„Die Entlastungsprämie ist erst einmal eine gute Idee“, findet KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner. Tiefgreifende Reformen müssten jedoch zeitnah folgen.
Kreishandwerkerschaft begrüßt Prämie, sieht aber strukturellen Handlungsbedarf
Handwerk sagt Ja zur Prämie – aber: Reformen müssen folgen
Warendorf - Die geplante steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte wird vom heimischen Handwerk grundsätzlich positiv bewertet. Gleichzeitig macht die Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf deutlich, dass dies nur ein erster Schritt sein kann.
„Wir kritisieren seit Jahren, dass die Steuer- und Abgabenquote in Deutschland zu hoch ist“, betont Hauptgeschäftsführer Frank Tischner. Angesichts von Energiepreisen auf Rekordniveau und den spürbaren Folgen der Inflation könne die Entlastungsprämie zwar kurzfristig helfen, reiche aber nicht aus. „Wir brauchen umfassende Reformen, damit der Faktor Arbeit wieder bezahlbarer wird und Arbeitnehmer netto mehr in der Tasche haben.“
Nach Ansicht des Handwerks könnten solche Reformen zugleich ein dringend benötigter Konjunkturimpuls sein. Mit Sozialversicherungsbeiträgen von über 43 Prozent verliere Deutschland zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch zeigt sich das regionale Handwerk robust: „Unsere aktuellen Umfragen belegen, dass die Betriebe weiterhin investieren und ausbilden – und trotz schwieriger Rahmenbedingungen zuversichtlich in die Zukunft blicken“, so Tischner.
Kritisch sieht die Kreishandwerkerschaft allerdings mögliche Nebenwirkungen der geplanten Prämie. Gerade in energieintensiven Gewerken könnten steigende Erwartungen der Beschäftigten zusätzlichen Druck auf die ohnehin angespannte Wirtschaftlichkeit der Betriebe ausüben.
Umso wichtiger sei es, dass die Entlastungsprämie sowie die geplante kurzfristige Senkung der Energiesteuern auf Kraftstoffe nur der Auftakt für ein umfassendes Maßnahmenpaket sind. „Die Bundesregierung fordert die Wirtschaft zum Handeln auf – jetzt muss sie selbst liefern“, fordert Tischner. Dazu gehörten unter anderem strukturelle Reformen im Gesundheits- und Rentensystem sowie ein konsequenter Abbau von Bürokratie.
Für das Handwerk steht fest: Nur mit spürbaren Entlastungen und echten Reformen kann die Wirtschaft nachhaltig gestärkt und der Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig gemacht werden.













