Volkshochschulen im Kreis Warendorf starten interaktives Bildungsprojekt über jüdisches Leben früher und heute
Im Escape Room dem Geheimnis von Chanukka auf der Spur
Kreis Warendorf - Ein geheimnisvoller Leuchter, knifflige Rätsel und eine Reise in die Geschichte des jüdischen Lebens: Mit dem mobilen Escape Room „Operation Antiochos“ bringen die Volkshochschulen Warendorf, Ahlen und Oelde in den kommenden Wochen ein außergewöhnliches Bildungsprojekt in den Kreis Warendorf. Unter dem Titel „Mehr als ein Fest – Das Rätsel um Chanukka“ erwartet Schülerinnen und Schüler sowie interessierte Erwachsene ein modernes Lernformat, das Wissen, Teamarbeit und Spannung miteinander verbindet.
Los geht es ab dem 17. Juni in der VHS Warendorf. Danach zieht der Escape Room weiter nach Ahlen und anschließend nach Oelde-Ennigerloh. Im Mittelpunkt steht das jüdische Lichterfest Chanukka und die Frage, welche Bedeutung jüdische Traditionen bis heute haben. Ziel des Projekts ist es, jüdisches Leben nicht nur historisch, sondern auch als lebendige und vielfältige Kultur erlebbar zu machen.
Dabei wird das VHS-Gebäude zeitweise selbst zur geheimnisvollen Spielkulisse. In Warendorf entstehen eigens aufgebaute Holzhäuser innerhalb der Räume, um die passende Atmosphäre für das Abenteuer zu schaffen. Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rolle von „UNESCO-Agenten“ und müssen einen archäologischen Hortfund sichern. Nur wer Hinweise kombiniert, Rätsel löst und im Team arbeitet, kann am Ende das Geheimnis rund um Chanukka entschlüsseln und den Raum wieder verlassen.
„Einen Escape Room gab es bei der Volkshochschule in Warendorf noch nicht“, erklärt Mareike Beer, Leiterin der VHS Warendorf, mit Vorfreude auf das neue Format. Denn genau darum gehe es: Bildung einmal anders zu denken – weg vom klassischen Vortrag oder Kursangebot und hin zu einem interaktiven Erlebnis, das Menschen emotional mitnimmt und zum Nachdenken anregt.
Entwickelt wurde das Konzept gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums in Münster. Überarbeitet wurde der mobile Escape Room anschließend von „WELT DA DRAUSSEN Spielräume“. Ergänzt wird das Projekt durch ein Begleitprogramm, das positive Beispiele interreligiösen Dialogs aufzeigt und den Blick auf kulturelle Vielfalt lenkt.
Im Fokus stehen historische Hintergründe des Chanukka-Festes ebenso wie aktuelle Einblicke in jüdisches Leben heute. Die Organisatoren möchten bewusst neue Perspektiven schaffen. „Jüdisches Leben früher und heute“ bedeutet dabei auch, den Blick einmal abseits von Holocaust und Shoah zu weiten und die vielen Facetten jüdischer Kultur sichtbar zu machen. Traditionen, Sprache, Symbole und Identität sollen für die Teilnehmenden greifbar und verständlich werden.
Angesprochen sind zunächst Schulklassen der Jahrgänge 8 bis 13, die sich über ihre Schulen anmelden können. Darüber hinaus stehen auch Termine am Nachmittag, Abend und an den Wochenenden zur Verfügung. Damit richtet sich das Angebot ausdrücklich ebenso an Freundeskreise, Vereine, Familien oder Einzelpersonen, die gemeinsam in die Welt des Escape Rooms eintauchen möchten. Auch Einzelanmeldungen sind möglich und werden zu kleinen Gruppen zusammengeführt.
Das Spiel dauert inklusive Einführung rund 90 Minuten. Parallel können zwei Gruppen gleichzeitig spielen, wodurch viele Termine angeboten werden können. Begleitet wird jede Runde von einer Spielleitung, die das Geschehen überwacht und unterstützt.
Finanziert wird das Projekt durch Fördermittel aus dem Programm „Demokratie leben!“, durch den Antisemitismusbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen sowie weitere Unterstützer aus Kreis und Kommunen. Für Schulen und Teilnehmende ist das Angebot deshalb kostenlos.
Mit „Operation Antiochos“ setzen die beteiligten Volkshochschulen ein starkes Zeichen für moderne Bildungsarbeit, kulturellen Austausch und ein respektvolles Miteinander – und beweisen gleichzeitig, dass Lernen spannend, interaktiv und emotional sein kann.













