1. April 2025 / Allgemein

Jäger übernehmen Verantwortung

Hegering Sassenberg bekennt sich zu Umwelt- und Klimaschutz

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Jäger übernehmen Verantwortung

Hegering Sassenberg bekennt sich zu Umwelt- und Klimaschutz

Den Wildbesatz und den Schutz junger Bäume in Balance zu bringen, das sei die Aufgabe der Jägerschaft auch im Kreis Warendorf. Dirk Clissa, Leiter der unteren Jagdbehörde im Kreis Warendorf, appellierte in aller Deutlichkeit an das Verantwortungsbewusstsein der Jägerinnen und Jäger des Hegerings Sassenberg. Die hatten sich zu ihrer jährlich stattfindenden Versammlung im Schützenhaus eingefunden.

Seit 2018 hat sich die Jagdstrecke beim Rehwild in den 23 Revieren des Sassenberger Hegerings um fast 65 Prozent erhöht. Dennoch gebe es in der Fläche immernoch einen viel zu starken Rehwildbesatz. Es gebe kaum einen Forstbetrieb im Kreis, der nicht über erhebliche Schäden an jungen Bäumen klagt. „Diese Bäume sind es, in deren Schatten irgendwann unsere Kinder und Enkel wandern werden. Sie sind es, die das CO² absorbieren. Wir als Jäger schützen diese jungen Bäume. Das ist aktiver Klimaschutz“, so Clissa in seinem Vortrag vor rund 70 interessierten Jägerinnen und Jägern. Auch Markus Degener aus dem Vorstand der Kreisjägerschaft ermutigte die Gäste im Schützenhaus, den Sinn ihres Tuns besser zu kommunizieren: „Wir liefern das gesündeste Fleisch, das man bekommen kann. Wir entnehmen Wild auch um Verkehrsunfälle zu vermeiden. Und wenn doch mal was passiert, holen wir das Wild von der Straße. Wir retten Kitze vor dem Mähtod, sammeln Müll in den Revieren, wir schaffen Rückzugs- und Bruträume für gefährdete Arten, wir versuchen der Afrikanischen Schweinepest Einhalt zu gebieten. Suchen Sie den Kontakt zu den Menschen und erklären Sie, was Sie tun!“ Es werde sicher nicht einfacher für die Jagd, ergänzte Dirk Clissa. Immer mehr Menschen aus der Stadt zögen aufs Land und hätten keine Vorstellung von den Zusammenhängen zwischen Forstwirtschaft, Fischerei, Jagd und Landwirtschaft. „Gehen Sie auf die Menschen zu!“ Das genau hat der Hegering auch im neuen Jagdjahr vor, skizzierte Hegeringvorstand Bernhard Knollmeier. Schon am Samstag, den 5. April, ist die nächste revierübergreifende Müllsammelaktion geplant. Dazu stellt die Stadt Sassenberg nicht nur einen 10 Kubikmeter-Container auf das Gebrasa-Gelände, sondern auch Greifzangen zur Verfügung. Auch die Stadt Warendorf und die Abfallwirtschaftsbetriebe des Kreises unterstützen die Aktion, die am Nachmittag wie immer mit Bratwurst und Kaltgetränken ausklingen soll. Für dieses Engagement, an dem sich stets auch Nichtjäger beteiligen, gab es im vergangenen Jahr sogar den Klimaschutzpreis der Westenergie für den Hegering. Ein Walderlebnistag für die Grundschulen von Füchtorf und Sassenberg soll am 7. Juni rund 160 Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen mit der Natur und der Jagd in Kontakt bringen. Daran beteiligt sich auch der Hegering Füchtorf. Die Leitung des Projekts hat der Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Am 8. August dann soll es wieder einen Abendansitz für Kinder geben. Diese Veranstaltung hat schon Tradition in den Sommerferien: Jägerinnen und Jäger nehmen jeweils zwei Kinder mit auf den Abendansitz in der Hoffnung, möglichst viele Wildtiere zu sehen und – wenn auch ganz leise – möglichst viele Fragen der Kinder zu beantworten.

Aber auch formale Aufgaben gab es bei der Hegeringsitzung. Turnusgemäß musste der komplette Vorstand neu gewählt bzw. bestätigt werden. Es spricht für dessen gute Arbeit, dass alle Obleute, Beisitzer, Kassierer und Kassenprüfer einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden. Einzig Norbert Schulze Vohren schied auf eigenen Wunsch nach über 30 Jahren im Vorstand des Hegerings aus seinem Amt als Obmann für Naturschutz aus. Als Nachfolger für dieses stellte sich Jens Kasmierski zur Verfügung. Auch er wurde einstimmig gewählt.

Den Abschluss machte Dr. Marcel Holy: Er hat in seiner Heimat am Dümmer See eine Naturschutzorganisation gegründet, die gemeinsam mit den Landwirten arbeitet. Am Dümmer richten Nil-, Nonnen- und Kanadagänse in der Landwirtschaft großen Schaden an, so wie auch in weiten Teilen des Kreises Warendorf. Dr. Holy referierte daher über Techniken zur effektiven Gänsebejagung. 

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