7. November 2019 / Allgemein

Joachim Fehrenkötter wird mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Ein Dank des Staates

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Ein Dank des Staates

„Eine würdige aber kurze Zeremonie“, versprach Landrat Dr. Olaf Gericke den Anwesenden. Joachim Fehrenkötter war mit Familie, Unterstützern, Freunden und Mitarbeitern ins Kreishaus gekommen, um dort eine besondere Ehre zu empfangen: das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Kurz: Bundesverdienstkreuz.

Eine ehrenhafte Auszeichnung, die für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen wird. Mit dem Bundesverdienstkreuz wolle der Staat für diese Leistungen, für dieses Engagement „Danke“ sagen, so Dr. Gericke. Er erläuterte, warum Joachim Fehrenkötter, Spediteur in dritter Generation, vorgeschlagen und als Träger des Bundesverdienstkreuzes ausgewählt wurde.

Dabei stand der Begriff „DocStop“ im Vordergrund. Eine Einrichtung, die der allgemeinen Bevölkerung eher unbekannt sein dürfte, die aber für das Funktionieren unserer Gesellschaft hohen Wert besitzt. „Was macht der Brummifahrer, wenn er krank ist?“, fragte Dr. Gericke. Ein Problem bei dem DocStop Hilfe bringen will. Denn die LKW-Fahrer sind ja meist weit bis sehr weit weg von zuhause und haben oft termingebundene Ladung an Bord. Sie können also nicht „einfach mal eben“ zu ihrem Arzt. Auch muss eine Behandlung, wenn möglich, schnell erfolgen, denn Ware und Fahrzeug müssen weiter. Sprachbarrieren verstärken das Problem zusätzlich.

DocStop, die medizinische Unterwegsversorgung für Berufskraftfahrerinnen und -fahrer, wurde im Frühjahr 2007 ins Leben gerufen. Den Bus- und Lkw-Fahrern stehen bundesweit mehr als 700 Mediziner, Kliniken und Krankenhäuser zur schnellen ambulanten Hilfe zur Verfügung. Auf der Internetseite der Organisation erläutert der jetzt geehrte Joachim Fehrenkötter, die Problematik ausführlich:

„Der Beruf des Kraftfahrers gehört sicherlich zu den anspruchsvollsten und verantwortungsvollsten Aufgaben, die man mit vergleichbarer Ausbildung ausüben kann. Eine kleine Unaufmerksamkeit kann schon zu einem schweren Unfall führen, der durch die große Masse eines Nutzfahrzeuges sehr schwere Folgen für alle Beteiligten haben kann. Allein aus diesem Grunde ist es wichtig, dass der Kraftfahrer gesund am Steuer sitzt. Unsere Erfahrung als Spediteur hat jedoch gezeigt, dass es für den einzelnen sehr schwierig und teilweise unmöglich ist einen Arzt aufzusuchen. Wo kann schon ein kompletter LKW in der Nähe einer Arztpraxis geparkt werden? Hat der Arzt in einer fremden Stadt überhaupt Zeit für einen weiteren Patienten und wie wirkt sich eine längere Wartezeit des Kraftfahrers auf den komplexen terminlichen Ablauf seiner Tour aus? Genau hier setzt DocStop an. Mit gebündelten, ehrenamtlichen Kräften erhält der Kraftfahrer die Möglichkeit an einer bezeichneten Stelle auf einem Autohof oder auf einem Speditionsgelände seinen LKW abzustellen. Von dort ist es ein kurzer Weg zu dem Arzt, der ihn dann auch umgehend behandelt. Somit kann der Fahrer, so es die Diagnose zulässt, gut medizinisch versorgt die Weiterfahrt antreten. Der sehr unkomplizierte und kostenlose Aufbau des DocStop Services nimmt dem Kraftfahrer die Scheu, diese Hilfestellung anzunehmen.“

Das Angebot umfasst mittlerweile 750 Versorgungspunkte und es dürfen gerne noch mehr werden. Zahlreiche bekannte Firmen und Personen unterstützen diese weitgehend unbekannte aber bedeutsame Organisation, die sich zudem um Fahrer kümmert, die an Weihnachten auf ihrer Tour nicht zuhause sein können.

Bevor Dr. Gericke Auszeichnung und Urkunde übergab, überreichte er der Frau des Geehrten, Sandra Fehrenkötter, einen Blumenstrauß, weil sie – mit der ganzen Familie – dem Geehrten diese Arbeit dadurch ermögliche, dass sie ihm im Alltag den Rücken freihalte.

Warendorfs stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser überbrachte zur Ehrung die besten Wünsche der Stadt und einen kleinen gehaltvollen „LKW“ als Geschenk. Fehrenkötter habe mit seinem großen sozialen Engagement das Erbe des Vaters hervorragend weitergeführt.

Der so Geehrte dankte schließlich allen Beteiligten. Er tue gerne ohne zu fragen, was man dafür bekommt, und wolle sich gerne auch weiterhin in den sozialen Bereichen engagieren.

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