Spannender Vortrag zur kaschubischen Kultur im Westpreußischen Landesmuseum
Warendorf – Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Vom grundlosen Kolk bis zum Revekohl – Sagenhaftes aus Warendorf und der Kaschubei“ lädt das Westpreußisches Landesmuseum am Mittwoch, 15. April 2026, um 18 Uhr zu einem besonderen Vortrag ein. Im Mittelpunkt steht die faszinierende Welt der kaschubischen Volkskultur sowie die historische Entwicklung der kaschubischen Bewegung.
Referent des Abends ist der Osteuropahistoriker Roland Borchers, der in seinem Vortrag einen fundierten Einblick in die Geschichte und Identität der Kaschuben gibt. Die Kaschubei, eine traditionsreiche Kulturregion im nördlichen Westpreußen und angrenzenden Hinterpommern, ist Heimat einer Bevölkerungsgruppe mit eigener Sprache, lebendigen Bräuchen und starkem kulturellem Selbstbewusstsein.
Der Vortrag beleuchtet insbesondere die Entstehung der kaschubischen Bewegung seit dem 19. Jahrhundert. Diese setzte sich für die Bewahrung und Stärkung der eigenen kulturellen Identität ein – im Spannungsfeld zwischen der Zugehörigkeit zur polnischen Nation und der Abgrenzung gegenüber Deutschland. Dabei wird deutlich, wie eng Sprache, Kultur und politische Entwicklungen miteinander verwoben sind.
Auch aktuelle Perspektiven kommen nicht zu kurz: Seit den politischen Umbrüchen von 1989/90 erlebt die kaschubische Kultur eine neue Sichtbarkeit. Die Sprache ist heute offiziell anerkannt, wird unterrichtet und prägt das öffentliche Leben in der Region. Gleichzeitig steht sie im Alltag unter wachsendem Druck – ein Umstand, der grundlegende Fragen zur Zukunft regionaler Sprachen aufwirft.
Mit diesem Vortrag eröffnet das Westpreußische Landesmuseum einen spannenden Zugang zu einer oft wenig bekannten, aber historisch bedeutsamen Kultur. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, die mehr über die kulturelle Vielfalt Ostmitteleuropas erfahren möchten.
Termin: Mittwoch, 15. April 2026, 18 Uhr
Ort: Westpreußisches Landesmuseum, Warendorf
Eintritt: frei













