23. November 2022 / Allgemein

Keine Zukunft für Warendorfs letzte Diskothek?

Benedikt Großfeld sucht Nachfolger für das Gleis 64

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Keine Zukunft für Warendorfs letzte Diskothek?

Benedikt Großfeld sucht Nachfolger für das Gleis 64

Zu wenig Gäste, zu wenig Einnahmen, schlechtes Image – seitdem Benedikt Großfeld 2019  die Diskothek an der B64 übernommen hatte, brodelte die Gerüchteküche in Warendorf. Trotz allem Gerede ließ sich der junge Unternehmer auch nicht durch Corona aufhalten, sondern krempelte den Laden einmal um. Größere Renovierungsarbeiten sowie eine neue Ausrichtung führten dazu, dass die Diskothek lief. „Wir haben immer schwarze Zahlen geschrieben“, erzählte Großfeld, nicht ohne Stolz.

Doch möglich ist dies nur mit einem großen Zeitaufwand. „Es ist nicht nur der eine Öffnungstag, den viele sehen. Der Tag muss vor- und nachbereitet werden. Putzen, Getränkeanlieferung und vieles mehr“, zählte der Diskothekenbetreiber auf. Personal, die ihm die Aufgaben abnehmen ist rar geworden. Aus dem Tagesgeschäft zurückziehen ist nicht möglich, die Aufgaben teilt er sich größtenteils mit seiner Frau.

Nach Corona hatte das Ehepaar Großfeld ein Lichtblick und verlängerten im Sommer nochmal ihren Mietvertrag. Trotz steigender Einnahmen und auch mehreren größeren Feiern in ihrem Lokal möchten sie das Geschäft nun im Januar aufgeben – dann läuft der Mietvertrag endgültig aus. „Wir können das Geschäft mit unserem Familienleben nicht mehr vereinbaren“, gesteht Großfeld. 

Er und auch seine Frau befinden sich in einem festen Anstellungsverhältnis, das Gleis64 kommt arbeitstechnisch noch on top. Zu viel, dass haben die beiden in den letzten Wochen und Monaten feststellen müssen. Jetzt wird nach einem Nachfolger gesucht, denn der Vermieter möchte das Gebäude weiterhin als Gastronomiebetrieb aufrechterhalten. Interessenten gibt es genug, viele gehen jedoch recht blauäugig an das Geschäft heran. „Viele denken mit einer Unterschrift auf dem Mietvertrag ist das Thema durch“, berichtet Großfeld. Finanzierung, Businessplan oder bürokratische Hürden sind einigen nicht bewusst. Dennoch hätten bereits mehr als 20 Leute ihr Interesse bekundet. Den Zuschlag hat laut Großfeld aber noch niemand erhalten.

Bis zum 31. Januar wird das Gleis64 noch wie gewohnt weiter betrieben. Geplant sind zum Ende hin eine Inventurparty sowie eine Abschiedsfeier. Auch wenn Benedikt und Sabrina Großfeld froh sind, bald mehr Zeit für ihre Tochter zu haben, geben sie auch zu, den Laden mit Sicherheit zu vermissen. Ein Gefühl, dass viele Freunde und Stammgäste teilen. „Wir werden immer wieder gefragt, weswegen wir aufhören und wo man jetzt feiern gehen soll“, so der Inhaber vom Gleis 64.

Ganz aus der Gastronomie möchte sich das Ehepaar jedoch nicht zurückziehen. Die Großfeld Event GmbH soll weiterhin bestehen und zu gegebener Zeit weiter ausgebaut werden. Dabei möchten sie weniger auf stationäre Gastronomie setzen, sondern mehr auf auftragsbasierter Arbeit. Das ist jedoch noch Zukunftsmusik. „Wir gönnen uns erstmal eine Verschnaufpause“, lautete die klare Ansage. Zudem seien es nur Pläne, die sich auch ändern können, sofern das passende Projekt anklopft.

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