Kitas im Kreis Warendorf fordern echte Reform statt Sparmodell
Kinderrechte brauchen mehr Personal, sonst leiden die Kleinsten
Kreis Warendorf - Die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in Nordrhein-Westfalen stößt bei den katholischen Kindertageseinrichtungen im Kreis Warendorf auf deutliche Kritik. Auch die Verbundleitung St. Laurentius Warendorf mit Herrn Strickmann hat gemeinsam mit weiteren Verbundleitungen eine Stellungnahme an die Landesregierung gerichtet.
Insgesamt vertreten die beteiligten Leitungen 76 Einrichtungen mit rund 1.275 Mitarbeitenden und fast 5.000 betreuten Kindern. Aus ihrer langjährigen Praxiserfahrung heraus warnen sie vor erheblichen Risiken für die Qualität frühkindlicher Bildung.
Kern der Kritik ist die aus Sicht der Träger unzureichende Personalausstattung. Die geplanten Mindeststunden reichten nicht aus, um steigende Anforderungen wie Dokumentation, Sprachförderung, Elternarbeit und Kinderschutz fachgerecht zu erfüllen. Schon jetzt gebe es landesweit tausende unbesetzte Stellen und vielerorts eingeschränkte Öffnungszeiten.
Besonders kritisch sehen die Einrichtungen die stärkere Flexibilisierung der Buchungszeiten. Bildung finde nicht nur in sogenannten „Kernzeiten“ statt, sondern den ganzen Tag – gerade auch in Bring- und Abholsituationen, die für Kinder besonders sensibel seien.
Auch die angekündigte finanzielle „Stabilitätsgarantie“ bewerten die Träger skeptisch. Angesichts gestiegener Energie- und Personalkosten führten gleichbleibende Pauschalen faktisch zu Kürzungen.
Die Verbundleitungen fordern daher eine Überarbeitung des Gesetzentwurfs in enger Abstimmung mit Praxis, Trägern und Fachkräften. „Frühkindliche Bildung ist mehr als Betreuung. Hier wird der Grundstein für die Zukunft unserer Gesellschaft gelegt“, heißt es aus dem Kreis der Verantwortlichen.













