Kleine Stacheltiere ganz groß
Landestierschutzbeauftragte stellt Igel-Broschüre an der Bodelschwingh-Grundschule vor
Warendorf - Mit großen Augen blättern die Kinder der Klasse 3a durch die bunten Seiten der neuen Igel-Broschüre. „Wusstest du, dass ein Igel bis zu 7000 Stacheln hat?“, ruft ein Schüler begeistert. „Und dass er nachts auf Futtersuche geht?“ – Fasziniert lauschen die Drittklässler, als Dr. Gerlinde von Dehn, die Landestierschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, ihnen spannende Fakten über das kleine Wildtier vermittelt.
Am Mittwochvormittag (29. Oktober) war Dr. von Dehn an der Bodelschwingh-Grundschule in Warendorf zu Gast, um die neue Broschüre „IGEL – ein erstaunliches kleines Wildtier“ des NRW-Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorzustellen. Mit vielen Bildern, Mitmach-Tipps und kindgerechten Erklärungen soll sie Schülerinnen und Schülern zeigen, wie sie Igel besser verstehen und schützen können.
Ebenfalls mit dabei war Doris Kaiser, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Warendorf, die die Aktion mit großem Interesse verfolgte. Sie lobte das Engagement der Kinder und bedankte sich bei Dr. von Dehn für ihren Einsatz: „Es ist schön zu sehen, wie lebendig und begeistert die Schülerinnen und Schüler über den Tierschutz sprechen. Solche Projekte wecken Verantwortungsgefühl und machen Wissen erlebbar.“
„Kinder sind neugierig und offen für Themen rund um Natur und Tiere – das macht sie zu wichtigen kleinen Botschaftern für den Tierschutz“, betonte Dr. von Dehn. Viele Igel stünden derzeit unter großem Druck: Mähroboter, geschlossene Zäune und glatte Gärten ohne Verstecke machten ihnen das Überleben schwer. Besonders schmerzhaft seien die zahlreichen Verletzungen durch Gartengeräte, die jedes Jahr gemeldet werden.
Die Klasse 3a zeigte sich nicht nur beeindruckt, sondern auch tatkräftig: Gemeinsam überlegten die Kinder, wie man den Schulhof oder den eigenen Garten „igelfreundlich“ gestalten kann – mit Laubhaufen, heimischen Pflanzen und sicheren Durchschlüpfen in Zäunen. „Wir wollen auch ein kleines Igelplakat für die Schule basteln!“, kündigte eine Schülerin an.
Die farbenfrohe Broschüre kann im Unterricht eingesetzt werden – etwa in Sachkunde oder Biologie – und bietet zahlreiche Anregungen, um sich spielerisch mit dem Thema Tierschutz zu beschäftigen.
Wer selbst etwas für die stacheligen Gartenbewohner tun möchte, kann laut Dr. von Dehn schon mit einfachen Maßnahmen helfen: Mähroboter sollten möglichst nur mittags laufen, Laubhaufen dürfen ruhig liegen bleiben – und wer einen verletzten Igel findet, sollte eine Tierstation kontaktieren, statt das Tier einfach mitzunehmen.
So lernen die Kinder nicht nur, wie man Igel schützt, sondern übernehmen auch ein Stück Verantwortung für die Natur direkt vor der eigenen Haustür.













