23. Oktober 2019 / Allgemein

Kopflastig

Warendorfer Köpfe - Gemeinsam für Warendorf

Warendorfer Köpfe,Axel Linke,Hotel im Engel,Talkrunde,Gerd Leve, Markus Hinnüber,

Kopflastig

„Warendorfer Köpfe“ heißt das neue Format, das seit dem Vorabend des diesjährigen Fettmarkt die Warendorfer Veranstaltungslandschaft bereichert. Ganz im Stil einer klassischen Talkshow, ähnlich den bekannten Formaten „Markus Lanz“ und „Drei nach Neun“, wollen hier die Gastgeber dem Publikum Menschen – und Unbekanntes über eben jene Menschen – näher bringen. 

Für den ersten Abend hatten die Gastgeber Gerd Leve, Inhaber des Hotels „Im Engel“, Christoph Hess von der „Deutsche Reiterliche Vereinigung FN“ und Reinhard Hesse, Inhaber der Warendorfer Buchhandlung Ebbeke, gleich fünf Gäste in das Hotel Engel eingeladen, die in einem intensiven Bezug zu Warendorf stehen.

Als erstes bat Christoph Hess die bekannte Reiterin Monica Theodorescu auf die Bühne. Die dreimalige Olympiasiegerin, Landes-, Deutsche-, Europa- und Weltmeisterin erzählte aus ihrer Lebensgeschichte. Selbstredend standen hier die Themen Warendorfs Beziehung zum Thema Pferd und Warendorfs Bedeutung in der Welt im Vordergrund. Theodorescu unterstrich den weltweiten Bekanntheitsgrad der Stadt als Sportzentrale und betonte, das hier genutzte Ausbildungssystem sei nicht nur weltweit bekannt sondern werde auch weltweit zu kopieren versucht. Das Besondere an Warendorf sei die Normalität, dass sich hier hochdekorierte Sportler, nicht nur des Pferdesports, die Klinke in die Hand geben. 

Auch der zweite Gast des Abends ist eng mit dem Themenkreis Pferd verwoben. Reinhard Wendt hatte eine Karriere als Berufssoldat bis in die höchste Laufbahn bereits hinter sich, als er sich entschied noch einmal neu anzufangen und in den Bereich des Pferdesports einzusteigen. In der Stadt die „nicht zu groß und nicht zu klein“ sei und „in der aus jeder Ritze ein Pferd guckt“, schaffte er es viel für den Pferdesport zu bewegen und ist über den von ihm vor 25 Jahren gegründeten Förderkreis Reiternachwuchs Warendorf untrennbar mit der Leistung vieler Reiterinnen und Reiter verbunden, deren Namen auf dem Rücken der Pferde in die Welt getragen wurde. Szenenapplaus bekam Wendt als er von der für die Gesellschaft überlebensnotwendigen Kopplung von Leistung und Verantwortung sprach und dabei auf den VW Dieselskandal verwies, bei dem diese Kopplung zur Verantwortung aufgegeben worden sei.

„Menscheln lassen“, wollten es die drei Talkmaster, was ihnen bei dem dritten Gast, Warendorfs Bürgermeister Axel Linke, besonders gut gelang. Linke betonte, dass er „von seinen Frauen“ geprägt worden sei und erzählte von den Beschwernissen aus dem Leben seiner Großmutter, die die russische Gefangenschaft in all ihren schmutzigen Facetten erlebte und seiner schwerbehinderten Mutter, die ihn – was in den 70er Jahren noch sehr ungewöhnlich war – quasi alleinerziehend betreut habe. Die Schlichtheit dieses Lebens habe ihn geprägt. Das Gespräch schlug einen Bogen von der großen Weltpolitik und ihrem Einfluss auf die kommunalen Geschehnisse zum Menschen Linke, der von Familie und Kindern erzählte, und besondere Facetten Warendorfs auch dadurch herausstellte, dass er die Stadt mit anderen seiner Wirkungsstätten verglich, die im Gegensatz zu Warendorf industriell geprägt waren. Natürlich lobte der Bürgermeister seine Stadt und nannte es ein großes Glück, hier Leben und Arbeiten zu dürfen – auch wenn er dies geschickt anderen in den Mund legte, die bei ihrem ersten Besuch in Warendorf immer entzückt seien: „Oh, wie schön habt ihr es hier eigentlich!“

Vierter Gast war Markus Hinnüber, bekannter Tischlermeister, Lenker eines kleinen Firmenimperiums und immer wieder mit den Geschicken der Stadt verwoben. Sei es wirtschaftlich – derzeit ist er 1. Vorsitzender von „WIWA – Wirtschaft für Warendorf“ – oder gesellschaftlich, als langjähriger Oberster des örtlichen Karnevals. Auch bei ihm reichte das Themenfeld vom Großen und Ganzen wie dem Brexit, bis hin zur Musik, zu der er (meist im Auto) mitsingt.

Letzte und Jüngste im Reigen war Tabea Ellebracht von der Warendorfer „Fridays for Future“ Ortsgruppe. Ohrenscheinlich hatte sie einen eigenen Fanclub dabei, denn nahezu jede ihrer – intelligenten, schlagfertigen und ehrlichen – Äußerungen wurde von Applaus begleitet. Mit den von ihr in den Fokus gerückten umweltbezogenen Themen schien sich der Großteil der rund 200 Anwesenden identifizieren zu können. Dass sie nicht fliegt, Second-Hand trägt und vegan lebt, kam so unprätentiös rüber, dass ihr Beifall und Zustimmung der meisten Zuhörer sicher waren. Beeindruckend ebenfalls die Natürlichkeit, mit der sie Zweiflern den Wind aus den Segeln nahm, denn die Lerninhalte der beim Schulschwänzen für die Demos versäumten Unterrichtsstoffe arbeite sie (und andere Demoteilnehmer) selbstverständlich nach.

Die Gespräche waren so ausführlich, dass es für die anschließend erwarteten Zuschauerfragen nahezu keine Resonanz gab. Dies weist auch bereits den Weg für die folgende Ausgabe der „Warendorfer Köpfe“ am 27. Februar 2020: Weniger Gäste auf dem Podium, weniger Lebenslauf und musikalisches Intermezzo – dann bliebe den Zuhörern mehr Raum zum intensiveren Genuss eines an sich sehr spannenden Abends.

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