Kurzweyliges Vergnügen im Badezuber und buntes Markttreiben
Warendorf steht ganz im Zeichen des Mittelalters
Warendorf - Trivial ist das ganze nicht, dass steht fest. Allein 10.000 Euro hat Steffi in ihr Lager investiert. Dazu kommt noch, dass sie eigens für das mittelalterliche Marktfest auf dem unteren Lohwall in Warendorf extra Urlaub genommen hat. In der Pilgergruppe „Wevelszer-Sippe“ hält Steffi die Fäden in der Hand und damit auch die Gruppe zusammen. „Das ist wie eine große Familie und macht auch unglaublich viel Spaß“, sagt Steffi. Und auch wenn das Leben im Stil von anno dazumal nach außen hin ganz lockerlos daher kommt, so nehmen viele Teilnehmer doch einige Bürden auf sich. Wie zum Beispiel Andrea. Die junge Frau ist mit ihrem Liebsten aus Köln angereist und begeistert im Pfauen-Kostüm die Besucher. Das sie von unsäglichen, noch nicht geklärten Rückenschmerzen geplagt wird, ist ihr nicht so ohne weiteres anzusehen.
Am Wochenende stand Warendorf ganz im Zeichen des Mittelalters. Spielleute, Gaukler und Vaganten, Händler, Handwerker und Heerlager präsentierten ein buntes Markttreiben, wie es vor mehr als 500 Jahren gewesen seien könnte. Der gemeinützige Verein „DuBiWa“, der aus einer Facebookgruppe gegründet wurde, hatte den Markt auf dem unteren Lohwall organisiert. Über die gute Resonanz, auch bei den beteiligten Teilnehmern aus ganz Deutschland, zeigten sich die Veranstalter sehr erfreut. Ob Gaukler Pack um Michael Courté, die Bands „Unvermeydbar“ oder „Des Wahnsinns fette Beute“, verschiedene Walking-Acts, wie die Erschrecker-Crew, oder „Sack und Pack“ mit ihrer sensationellen Feuershow, wurde den zahlreichen Besuchern auch in diesem Jahr viel geboten.
Wieder einmal hatten sich hunderte Teilnehmer für den nunmehr elften Mittelaltermarkt angemeldet und machten das Wochenende für die Besucher zu einem „kurzweyligen“ Vergnügen. Ritterschaukämpfe fehlten da ebenso wenig, wie mittelalterliche Klänge von Laute und Sackpfeife. Zahlreiche Gruppen hatten in den Lagerstätten ihr Bett für die Nachtruhe aufgebaut und gaben einen Einblick in das Leben, wie es in der Zeit zwischen Antike und Neuzeit gewesen sein könnte. Es wurde in historischen Gewandungen an langen Tafeln gegessen und getrunken, in den Tavernen boten Wirtsleute Getränke wie Met-, Ingwer- und Kirschbier an, Badezuber waren aufgebaut, die auch eifrig genutzt wurden und selbst einige Besucher kamen in mittelalterlicher Gewandung auf den Lohwall.















