3. März 2021 / Allgemein

„Eine historische Chance!“

Landesgartenschau 2026 auf dem Brinkhausgelände?

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„Eine historische Chance!“

Landesgartenschau 2026 auf dem Brinkhausgelände?

Das Thema des Pressegesprächs, zu dem die Stadt Warendorf am Dienstagnachmittag, 2.März 2021, eingeladen hatte, blieb zunächst geheim, denn es sollte ein echter Knaller vorgestellt werden: Die realistische(!) Möglichkeit Warendorf und die Emsinsel/Brinkhausbrache zum Austragungsort der Landesgartenschau 2026 zu machen! Richtig gelesen, nicht 1. April, sondern 2. März. Demzufolge kein Aprilscherz, sondern die Vorstellung eines ernsthaften Konzepts, mit dem Bürgermeister Peter Horstmann die anwesenden Medienvertreter überraschte.

Ganz überraschend war die Neuigkeit insofern nicht, als dass bereits am Vortag Gespräche mit den Fraktionsvorsitzenden, sowie am Vormittag ein Gespräch im Arbeitskreis Emsinsel stattgefunden hatte. Aus beiden Gruppen habe es positive Reaktionen auf das von ihm vorgelegte Konzept gegeben, so Peter Horstmann. Auslöser für die nun vorliegenden, sehr konkreten Planungen, war ein Gespräch mit dem Nordrhein-Westfälischen Landgestüt im Januar dieses Jahres, in welchem auch das bevorstehende 200-jährige Bestehen des Landgestütes im Jahr 2026 zur Sprache kam. Auch in einem ersten Gespräch im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Düsseldorf wurde in diesem Zusammenhang über das Jubiläum und dessen mögliche Integration in eine Landesgartenschau gesprochen. Horstmann berichtete, dass seitens des Ministeriums eine Bewerbung durchaus begrüßt werde. Zumal die Bewerbung der Stadt Warendorf aus dem Jahr 2011 sehr positiv bewertet worden war und letztlich hauptsächlich daran scheiterte, dass das Areal Emsinsel/Brinkhausbrache nicht verbindlich eingeplant werden konnte.

„Eine Bewerbung kann nur erfolgreich sein, wenn es einen verbindlichen Zugriff auf die Fläche gibt“, konstatierte der Bürgermeister, der bereits erste – seine Wortwahl lautete: „positive“ – Gespräche mit den Eigentümern, der Firma Arning und der Familie Brinkhaus, geführt hat. Zudem müssten Bürgerschaft und Rat die Bewerbung mittragen, die bereits bis zum 1. November 2021 im Ministerium vorliegen muss.

Horstmann ist sich des daraus resultierenden engen Zeitplans sehr bewusst. Es sei allerdings ein großer Vorteil, dass die Konzepte bereits vorliegen. Denn sowohl die seinerzeitige Planung, als auch die ohnehin bis 2027 verbindlich zu vollziehende Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, ließen sich sehr gut verknüpfen. „Viele Sachen die wir sowieso machen müssen“, seien nutzbare Elemente eines Konzepts für die Landesgartenschau.

Die vorgestellte Planung sieht einen Erhalt der Wagenhalle, des Pförtnerhauses sowie der denkmalgeschützten Fassade des Verwaltungsgebäudes vor und umfasst viele Teile der Warendorfer Position und des bisherigen Konsens. Im stadtzugewandten Teil würden ein öffentlicher Stadtplatz mit Gastronomieangeboten, Hotel/Jugendherberge und Wohnbebauung, davon Teile als genossenschaftlich errichteter sozialer Wohnungsbau, entstehen können. Der nördliche Teil des Geländes wäre Gartenschau-/Parkfläche, der Breuelweg würde entfallen. Der Emsdurchstich verbliebe im Osten hinter der Brinkhausvilla, auch ein Weg entlang des Durchstichs ist geplant. Zwei neue Fußgängerbrücken sollen das Gelände von Süden erreichbar machen, eine (neue) Wirtschaftsstraße bis zur Brinkhausvilla bietet die notwendige Zuwegung. Eine Uferpromenade umfasst die gesamte Insel, die verkehrliche Erschließung des Freibades würde von Süden erfolgen müssen.

Peter Horstmann hat für die nächsten Schritte einen straffen Zeitplan vor Augen: Am 11. März wird der „Bürgermeistervorschlag“ als fortgeschriebene „Warendorfer Position“ im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Für die darauffolgende Sitzung dieses Fachausschusses im April erarbeitet die Verwaltung Beschlussvorlagen für die „Bewerbung Landesgartenschau“ sowie für die neue, fortgeschriebene „Warendorfer Position“. Damit könnte der Rat in seiner Sitzung im Mai sowohl über die neue „Warendorfer Position“ als auch über die Bewerbung zur Landesgartenschau zum 1.11.2021 entscheiden. Von Mai bis Oktober erfolgt dann bei entsprechender Beschlusslage die Erarbeitung der Bewerbungsunterlagen unter der breiten Beteiligung der Bürgerschaft, der Institutionen und der Politik. Schließlich würde die Bewerbung fristgerecht zum 1. November 2021 im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz eingereicht.

Peter Horstmann ist sich der Ambitioniertheit der Pläne sehr bewusst, möchte aber aus der Brinkhausbrache „einen Ort schaffen, der Menschen nach Warendorf zieht“. Es sei „eine historische Chance“, sagt er und ist überzeugt „dass wir das schaffen können!“

BILD 2: Im Hintergrund die oft auch als „Schandfleck“ bezeichnete Brinkhausbrache, im Vordergrund die von Dr. Martin Thormann (Erster Beigeordneter), Peter Pesch (Baudezernent), Peter Horstmann (Bürgermeister) und Dr. Bernd Köster (Sachgebietsleiter Recht und Liegenschaften) präsentierte Bürgermeistervariante

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