Leise Töne und große Lacher beim weihnachtlichen Jour fixe
Café-Team krönt Jour fixe mit kurioser „Schöne und das Biest“-Version
Warendorf - Mit einem abwechslungsreichen Programm hat der weihnachtliche Jour fixe im Dachtheater am Wall sein Publikum begeistert. Simon Weil und André Auer führten souverän durch einen Abend, der zwischen leisen Tönen, musikalischen Höhepunkten und ganz viel Humor pendelte.
Den Auftakt machte das Duo „So & Poesie“ mit der Poetry-Slammerin Dominique Sophie Freye und dem Gitarrero Jay Minor, die sich einst bei der offenen Bühne in Everswinkel kennengelernt hatten und nun gemeinsam auf der Bühne standen. Im ersten Text ging es um die stille Rebellion gegen den inneren Kritiker. „Er wohnt in uns, und ich möchte ihn verbannen“, sagte Dominique Sophie Freye. Berührend wurde es im Text „Oma“, in dem sie sich mit dem Vergessen und Vergessenwerden im Zusammenhang mit der Demenzerkrankung ihrer Großmutter auseinandersetzte. Ihr bereits vor zwei Jahren beim Jour fixe vorgetragener Text „Kind dieser Welt“ hat nichts von seiner Aktualität verloren und plädiert für ein menschliches Miteinander jenseits von Herkunft und Konventionen. Den Abschluss dieses Programmteils gestaltete Jay Minor, der augenzwinkernd eine instrumentale Version des Klassikers „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ präsentierte.
Mit Amelie Golaszewski stand anschließend eine junge Sängerin aus Warendorf auf den Bühnenbrettern, die es zum Studium nach Paderborn gezogen hatte. Die 20-Jährige überzeugte unter anderem mit einer besonderen Interpretation des Ed-Sheeran-Songs „Under the Tree“, wusste aber auch mit „Last Christmas to Me“ von den Pentatonix sowie Leonard Cohens „Halleluja“ zu begeistern.
Für humorvolle und zugleich nachdenkliche Momente sorgte anschließend der Singer/Songwriter Tobias Weil alias „Hallo Johanson“, der bereits vor 20 Jahren im Theater am Wall debütiert hatte. In seiner „One-Man-Show“ nahm er unter anderem den Optimierungsdruck der sozialen Medien, den Politikbetrieb sowie alltägliche Beobachtungen – etwa über Stadt- und Landtauben – pointiert aufs Korn.
Den Schlusspunkt setzte das Theater-Café-Team mit einer improvisierten Version von „Die Schöne und das Biest“. Mit einem selbstironischen Blick hinter die Kulissen des Theateralltags, kleine Versprecher inklusive, sorgte der Auftritt für viele Lacher und einen stimmungsvollen Abschluss des Abends.













