Märchenhafte Brücken zwischen Warendorf und der Kaschubei
240 Gäste feiern Ausstellungseröffnung im Westpreußischen Landesmuseum
Warendorf zeigte sich am Samstagabend von seiner sagenhaftesten Seite: Rund 240 Gäste folgten der Einladung zur Eröffnung der Ausstellung „Vom grundlosen Kolk bis zum Revekohl – Sagenhaftes aus Warendorf und der Kaschubei“ im Westpreußisches Landesmuseum. Der offizielle Auftakt fand in der Klosterkirche statt und verband Geschichte, Filmkunst und gemeinschaftliches Engagement zu einem Abend voller Fantasie und Begeisterung.
Museumsleiter Martin Koschny spannte in seiner Begrüßung bewusst einen weiten Bogen – geografisch wie erzählerisch. Die Ausstellung zeige, dass sich Warendorfer Themen mit westpreußischen und kaschubischen Motiven verbinden lassen, auch wenn sie auf den ersten Blick weit auseinanderlägen. „Wenn man genau hinschaut, entdeckt man überraschende Parallelen und gemeinsame erzählerische Kräfte“, so Koschny. Seit rund zwei Jahren verfolge das Museum gezielt das Ziel, regionale Bezüge zu Warendorf stärker in die Museumsarbeit einzubinden – nicht als Abkehr vom eigenen Auftrag, sondern als dessen Erweiterung.
In seinem Grußwort hob Bürgermeister Peter Horstmann die Entstehung des Warendorfer Märchenfilms „Die fantastischen Geschichten des Professor Kluck“ hervor – und bezeichnete sie selbst als „beinahe märchenhaft“. Ausgehend von der alten Sage vom Teufel und dem grundlosen Kolk sei ein Film entstanden, der die Stadtgeschichte kreativ weiterspinne. Besonders betonte Horstmann den Weg dorthin: „Was hier entstanden ist, lebt vom außergewöhnlichen Zusammenhalt, von ehrenamtlichem Engagement und von der Begeisterung so vieler Menschen.“ Die begleitende Dokumentation zeige eindrucksvoll, wie viele kreative Stunden und wie viel Herzblut in das Projekt geflossen seien. Am Ende bleibe das Staunen darüber, „wie viel Fantasie und Gemeinschaftssinn in Warendorf stecken – fast wie in einem Märchen“.
Im anschließenden Gespräch berichteten die Projektbeteiligten – Martin Koschny, Norman und Alexander Schneider (Figurenschneider) sowie Jana Mersch und Christian Confer (Kluck Kola) – unter der Moderation von Kerstin Dembsky (WLM) über die Entstehung des Films und der gemeinsamen Ausstellung. Dabei wurde deutlich, wie eng Film, Ausstellung und regionale wie kulturelle Identität miteinander verwoben sind.
Musikalisch begleitet wurde der Abend vom Münsteraner Trio Velvet Moon, das mit seinem atmosphärischen Sound die märchenhafte Stimmung des Abends unterstrich.
Die Ausstellung lädt nun dazu ein, in die Sagen- und Märchenwelten Warendorfs und der Kaschubei einzutauchen – und dabei zu entdecken, wie nah sich scheinbar ferne Welten sein können.
Bilder: Kerstin Dembsky













