7. Dezember 2022 / Allgemein

Mehr als eine Spende für unsere Gäste

Uehre Gartenland spendet Weihnachtsbäume für die Gemeinschaftsunterkünfte der Stadt

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Mehr als eine Spende für unsere Gäste

Uehre Gartenland spendet Weihnachtsbäume für die Gemeinschaftsunterkünfte der Stadt

Sie sind mehr als eine Spende, die man nach ihrer Menge und ihrem Wert beurteilen kann: Die fünf Weihnachtsbäume, die die Firma Uehre Gartenland für die Gemeinschaftsunterkünfte der Stadt Warendorf gespendet hat. Sie sind vor allem eine Geste, ein Fingerzeig, auf die Situation vieler Menschen mitten unter uns, die ihr Weihnachten nicht so feiern könnten, wie sie es möchten. In ihrem Zuhause, in ihrem Land, mit ihrer Familie, in Ruhe und vor allem – in Frieden.

Stattdessen leben sie in Warendorf, bangen um ihr Land, ihre Angehörigen, ihre Freunde, ihre Zukunft. Und damit sind nicht nur die aus der Ukraine geflüchteten Menschen gemeint, die meisten davon Frauen und Kinder. In den über 60 Unterbringungsstellen der Stadt leben Menschen aus verschiedenen Nationen, wenngleich die aus der völkerrechtswidrig überfallenen Ukraine derzeit im Fokus der Allgemeinheit stehen. Bürgermeister Peter Horstmann weist allerdings darauf hin, dass derzeit wieder mehr junge Männer aus anderen Ländern nach Warendorf kommen. „Wir rechnen wegen des Winters und der neuen Angriffswellen aber auch wieder mit mehr Ukrainern“, blickt er in die Zukunft, in der Warendorf in Sachen Unterkünften bis Weihnachten „safe“ sei. Sprich: noch Plätze zur Verfügung stellen kann. Insgesamt sei die Gesamtzahl der Geflüchteten für eine Stadt in der Größe Warendorfs allerdings recht hoch.

In der ehemaligen Franziskusschule an der Rosenstraße leben derzeit 82 Menschen. Wie man sich leicht denken kann nicht in Wohnungen, sondern in den umfunktionierten Räumen der Schule. Ein Klassenraum kann – ehrlicherweise sollte man sagen: muss – dabei gleich zwei Familien, die sich zuvor nicht kannten, als Wohnraum dienen. Besser als frieren, besser als Krieg, besser als sterben. Aber kein Zuhause. Mittlerweile helfen erste Trennwände, zumindest einen Hauch Privatsphäre zu schaffen. 

Für diese Menschen, in der Franziskusschule und den Unterbringungsstellen an der Bahnhofstraße, der Kleine Straße, dem Birkenweg und der Freckenhorster Straße, sind die gespendeten Bäume gedacht. In einem Gemeinschaftsraum, wie der Aula der Schule aufgestellt, sollen sie bunt geschmückt auch ein Zeichen sein. „Der Weihnachtsbaum steht für Hoffnung“, sagt Hubertus Uehre, der bewegt ist, von dem was die Menschen hinter sich und oft auch noch vor sich haben. „Ein solcher Baum“, glaubt er „kann ihnen den Alttag ein bisschen erhellen!“

Vor allem den 24. Dezember, jenen Tag, an dem jetzt auch in der Ukraine Weihnachten gefeiert werden soll. Früher war das Weihnachtsfest an die Russisch-Orthodoxe Kirche angepasst, wie Uliana Ustenko berichtet. Sie teilt das Schicksal der anderen Menschen aus der Ukraine. Da sie ein hervorragendes Deutsch spricht, hat sie bei der Stadt eine Stelle als Übersetzerin für ihre Landsleute gefunden. „Mehr als das“, sagt Tanja Blanke, Teamleiterin Wohnen bei der Stadtverwaltung, und lobt Frau Ustenko als umsichtige Mitarbeiterin, die sich unermüdlich um die zahlreichen Probleme der Menschen kümmert. Ebenso lobt sie die städtischen Mitarbeiter Jens Kerßenfischer, Norbert Schmidt und Hausmeister Dirk Ahrens. Der hatte die Idee mit den Bäumen an Hubertus Uehre herangetragen, der gemeinsam mit seiner Frau Julia umgehend zustimmte.

Der größte der Bäume steht in der Aula der Franziskusschule. Geschmückt werden soll er von den Bewohnern, gemeinschaftlich. Beispielsweise mit Dingen, die die Kinder und Erwachsenen selbst basteln. Am 15. Dezember soll er sich dann wunderschön geschmückt präsentieren und nachmittags zu einer kleinen Feier einladen. Mit Waffeln, mit kleinen Verkaufsständen an denen es auch Glühwein gibt, und sogar mit Tanz. Alle Bewohner sind herzlich eingeladen und gerne dürfen auch andere dazu kommen. „Bestimmt werden einige ehrenamtliche Helfer den Weg zu dieser Feier finden“; zeigt sich Tanja Blanke sicher und nimmt erfreut das Angebot von Familie Uehre entgegen, dass gerne auch weitere Bäume gespendet werden. Sie solle einfach nur fragen.

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