15. März 2022 / Allgemein

Menschen aus der Ukraine schnell Perspektiven schaffen

DEULA bietet  berufliche und sprachliche Qualifizierung

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Menschen aus der Ukraine schnell Perspektiven schaffen – 
DEULA bietet  berufliche und sprachliche Qualifizierung

Die Führung des DEULA-Bildungszentrums in Warendorf trifft sich regelmäßig mit Vertretern der Politik auf Bundes- und Landesebene. Dabei stehen immer bildungs- und arbeitsmarktpolitische Themen auf der Agenda. Einmal mehr hat jetzt der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Rehbaum das Bildungszentrum besucht. Das informelle Treffen war dieses Mal von den Ereignissen in der Ukraine überschattet. In der DEULA bereitet man sich darauf vor, kurzfristig vielen geflüchteten Menschen aus dem Kriegsgebiet zu helfen, denn die DEULA hat langjährige Erfahrungen in der beruflichen und sprachlichen Qualifikation von Migranten und Geflüchteten. Und mit der Ausbildung im Bereich Kraftverkehr und Logistik berührt die DEULA ein Themenfeld, das auch Henning Rehbaum derzeit politisch besonders beschäftigt.

Als Mitglied im Verkehrsausschuss des deutschen Bundestages hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete das Arbeitsfeld des Fachkräftemangels im Güter- und Personenverkehr zu eigen gemacht. Der Güterverkehr auf deutschen Straßen wird in den kommenden Jahren weiter stark zunehmen. Aber wer fährt und auf welchen Straßen kann dann überhaupt noch gefahren werden? Rehbaum gab an, dass die NRW-Landesregierung ein enormes Infrastrukturprogramm an den Start gebracht habe: „Es umfasst nicht nur die Renovierung und den Neubau etlicher Autobahnbrücken. Auch der ÖPNV wird schrittweise digitalisiert und damit attraktiver, dazu die Einführung des Azubitickets, neue Schnellbuslinien und Rekordausgaben für neue Radwege und klimafreundliche Antriebe. Auch viele stillgelegte Bahnstrecken wie die WLE im Kreis Warendorf, die TWE im Kreis Gütersloh oder die Tecklenburger Nordbahn im Kreis Steinfurt werden wieder fit gemacht für den Personenverkehr. Vor dem Hintergrund einer zukunftsfähigen Klimaschutz- und Verkehrspolitik wird in NRW mittlerweile  genauso viel Geld aus Land und Bund in das Schienennetz für Passagiere und Güter investiert wie in den Straßenbau.“ 

Bleibt aber die Problematik des drohenden Fachkräftemangels. Hier habe ein Umdenken stattgefunden, so Rehbaum: „Die Geschehnisse in Großbritannien, als es nicht genug LKW-Fahrer gab, um die Bevölkerung zu versorgen, waren ein deutliches Warnsignal. Durch den Ukrainekrieg verschärft sich der Fahrermangel nun noch weiter! Viele Fahrer deutscher Speditionen stammen von dort und fallen jetzt aus, weil sie ihr Land verteidigen. Überhaupt scheiden in Deutschland mehr Menschen aus dem Beruf aus als nachwachsen. Durch den Fahrermangel drohen auf die Dauer leere Supermarktregale. Andererseits müssen wir damit rechnen, dass wir kurzfristig viele geflüchtete Menschen aus der Ukraine in Deutschland haben werden, denen wir schnell und unbürokratisch auch eine berufliche Perspektive bieten können. Einige von ihnen wären sicher bereit, in Kraftverkehr und Logistik zu arbeiten!“ 

Es sei aber nicht allen in Politik und Verwaltung bewusst, wie prekär die Lage der Branche ist, warnte Andrea Roscher, Mitglied der DEULA-Geschäftsleitung. Eine überbordende Bürokratie erschwere in vielen Branchen die Qualifizierung arbeitswilliger Menschen. Sie appellierte an Henning Rehbaum, sich für die Ausräumung der zahlreichen bürokratischen Hemmnisse bei der Durchführung von beruflichen Aus- und Weiterbildungsangeboten stark zu machen: „Wenn es um die Förderung beruflicher Bildung geht, denken viele entscheidende Stellen nur in Problemen und nicht in pragmatischen Lösungen! Wir müssen jetzt handeln und Menschen, die aus dem Ausland zu uns stoßen, sprachlich und beruflich qualifizieren. Nicht nur, um ihnen zu helfen, sondern weil wir sie brauchen! In den nächsten zehn Jahren gehen so viele Menschen in Deutschland in Rente, da können wir froh sein, wenn wir überhaupt Arbeitskräfte bekommen!“ 
Die DEULA hat nicht nur Erfahrung mit der beruflichen Qualifizierung von Migranten für grüne Berufe, sondern sie bietet auch Deutschunterricht als Berufssprache zum Beispiel für die Lebensmittelindustrie und derzeit sogar für Migranten, die eine Ausbildung in einem Pflegeberuf anstreben. „Sprachliche Bildung und berufliche Qualifizierung sind hier in der DEULA von jeher eng verknüpft und zielgenau auf eine schnelle Einmündung in den ersten Arbeitsmarkt ausgelegt“, berichtete die stellvertretende Schulleiterin Angela Buhne. „Wir können also auch die Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder zum Busfahrer mit einer sprachlichen Qualifizierung verbinden. Aber dafür brauchen wir natürlich auch Bewerber!“ Bei Berufskraftfahrern im Güterverkehr, auch in der beschleunigten Grundqualifikation, gäbe es noch Interessenten. Busfahrer und erst recht –fahrerinnen dagegen seien schwer zu finden. „Dabei werden gerade die in nächster Zeit gebraucht! Und die Bezahlung hat sich spürbar verbessert“, wunderte sich Rehbaum, der selbst den Busführerschein besitzt, über das noch zurückhaltende Interesse an dem Beruf. „Außerdem ist der Job als Busfahrer durchaus oft weniger stressig als der des LKW-Fahrers im Fernverkehr!“ Für den steigenden Bedarf an Berufskraftfahrern hat die DEULA inzwischen über die bereits etablierten Bildungsangebote hinaus ein ganzes Angebotspaket geschnürt. Hier wird ein modulares System für Kraftverkehr und Logistik aufgebaut, das sowohl für Arbeitsuchende wie auch für Beschäftige förderfähig ist. Damit könnten die Unternehmen gestärkt werden, indem sie ihre Mitarbeiter qualifizieren. In dem „Modulbaukasten Kraftverkehr und Logistik“ sind sowohl die gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungsmodule für Berufskraftfahrer buchbar als auch Kurse wie Ladungssicherung, Gefahrgut-Basis- und Aufbaukurs, Fuhrparkmanagement oder Einstieg in die praktische Zollabwicklung. Im Bereich Praxis Lagerlogistik wird alles unterrichtet - vom Profifahrer für Flurförderzeuge über Lagerorganisation bis zur Warenkommissionierung. Sogar die Führerscheine für Bus und LKW werden angeboten. „Wir können für jedes Unternehmen ein passendes Paket schnüren. Für manche Unternehmen könnten hier sowohl die Lehrgangskosten als auch die Lohnkosten für die Zeit des Seminars bis zu 100 Prozent gefördert werden“, erklärt Andrea Roscher. Dabei hilft unsere kompetente Bildungsberatung. Aber dafür müssen die Unternehmen auch verstehen, dass die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter von existenziellem unternehmerischen Interesse ist!“ 

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