9. November 2018 / Allgemein

Mit Alexa über Kant und Hegel diskutieren

Künstlicher Intelligenz (KI) Vortrag im Kolpinghaus

Mit Alexa über Kant und Hegel diskutieren

Mit Alexa über Kant und Hegel diskutieren

Obwohl wir bereits seit Jahren von mehr oder weniger ausgeprägter Künstlicher Intelligenz (KI) umgeben sind, scheint dieses Thema für zahlreiche Menschen überhaupt keine Bedeutung zu haben. Dabei wird, da ist sich Fabian Westerheide sicher, Künstliche Intelligenz „uns alle in allen Bereichen beschäftigen“. Mehr noch, Künstliche Intelligenz ist bereits jetzt auf dem Weg unsere Existenz so radikal zu verändern, wie es noch keine Entwicklung der Menschheitsgeschichte zuvor getan hat.
Westerheide – Unternehmer, Venture Capitalist, Autor und Redner – ist er derzeit Geschäftsführer von „Asgard – human VC for AI“, der „KI-Konferenz Rise of AI“ und Koordinator für Künstliche Intelligenz beim „Bundesverband Deutscher Startups“ und war bereits als Unternehmer und Investor in 35 digitalen Firmen involviert. Er sollte es also wissen. Als Bruder von Valentina Westerheide, Vorsitzende der CDU Ortsunion Warendorf, war der gebürtige Versmolder gestern der Einladung gefolgt, vor interessierten Parteimitgliedern und Freunden im Warendorfer Kolpinghaus zu sprechen.
„Meine Mission ist, über das Thema aufzuklären und Ängste zu nehmen“, so Fabian Westerheide, der zunächst lange Zeit mit einer unintelligenten Mikrofontechnik zu kämpfen hatte, bevor Zuhörer Rolf Möllmann mit natürlicher Intelligenz an den richtigen Knöpfen drehte. Damit wurde Westerheides Vortrag, der in klaren Worten sprach und mit ihnen eindrückliche Bilder zeichnete, auch akustisch verständlich.
Was er sagte war technisch und an gesellschaftspolitischer Entwicklung interessierten Zuhörern nicht neu, denn vieles davon hatte man aus diversen Quellen herauslesen können. Interessant war vor allem die klare Zeichnung des Gesamtbildes. Von der Entwicklung einfach rechnender Computer über die Entwicklung komplexerer Rechenfähigkeiten und erste selbstlernende Elektronengehirne bis hin zu Computern, die nicht nur lernfähig sind, sondern aus ihren „Erkenntnissen“ heraus andere Computer anlernen können.
Westerheide verglich diese Prozesse mehrfach mit menschlichem Lernen und stellte die autokognitiven Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenzen dabei – trotz aller beeindruckenden Möglichkeiten wie selbstfahrenden Autos oder weltumspannenden Navigationsmaterial – auf die Stufe eines ca. zweijährigen Kindes. Die Praxis zeige, dass SIRI intelligent genug sei, sich mit einem 2-3jährigen Kind zu unterhalten. Bereits jetzt, so Westerheide, vertraue die Menschheit allerdings diesen Algorithmen (was sich just in dieser Sekunde beim Schreiben dieses Textes bestätigte. Nicht sicher, ob „i“ oder „y“ und „th“, schnell eine falsche Schreibweise des Wortes in Google eingegeben und sofort waren „ungefähr 5.350.000 Ergebnisse in 0,36 Sekunden“ gefunden).
Seine Zukunftsvisionen zeichnete Fabian Westerheide deutlich. „In 10 Jahren steuern wir alles per Sprache“, ist er sich sicher. Und eine „Allgemeine Künstliche Intelligenz“, werde bereits in der Lage sein, sich mit Menschen über Kant und Hegel zu unterhalten. „Starke Künstliche Intelligenz“ schließlich – die mit ihren Fähigkeiten auch sich selbst reproduzierbar machen könnte – werde eine Explosion nicht biologischer Natur darstellen.
Die Vorteile der KI sind evident. So seien schon heute Computer in der Lage, Krebserkrankungen auf Röntgenbildern mit mehr Wahrscheinlichkeit (annähernd 100%) zu diagnostizieren als Radiologen. Was einerseits wie ein Segen klingt, birgt andererseits viel Gefahr. Seit Photoshop wisse man, dass jegliche Bilder gefälscht werden können – mittlerweile gelte dies auch für Videos. Der Einsatz hochentwickelter Computertechnologie habe einen direkten Einfluss auf politische Interessen. Und nicht zuletzt könnten in Zukunft (und würden es teils schon heute) künstliche Kampfmaschinen und Drohnen über Leben und Tod entscheiden.
Ein düsteres Bild malte Westerheide im Vortrag – und ebenso in der anschließenden Fragerunde – von der Entwicklung der KI in Europa. Während der deutsche Etat im Bundeshaushalt 500.000 Euro betrage, investiere China 30 Milliarden: Sechzigtausend Mal so viel. Er wolle nicht in einer Welt leben, die von KI gesteuert werde, deren „Moral“ und Werte aus US-Amerikanischen, russischen oder chinesischen Ursprüngen stamme, so Westerheide. „Welche Werte“, fragte er die Zuhörer „soll ihre KI vertreten?“
An den dreiviertelstündigen Vortrag schloss sich eine mindestens ebenso lange Fragerunde mit durchaus interessanten Gesichtspunkten an, bei der anhand einiger Fragen aber auch sich zeigte, wie sehr KI bereits heute manch natürlicher Intelligenz überlegen ist.

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